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Konzepte

Zum „Niederlassen“: Die Wohnzimmer-Atmosphäre ist gewollt Fotos: Karin Gabler

Konzepte: Niederlassung in München

Twittern bringt Followers und Gäste

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2010/5 vom 30. Januar 2010
von  Karin Gabler

MÜNCHEN. Sofas, Tischquader, Sitzhocker und Stehlampen – dazu eine Bücherwand-Tapete vom Boden bis zur Decke und ein Kamin. Fertig ist das Wohnzimmer. Alexander Schwarz, Inhaber der Niederlassung im Münchener Gärtnerplatzviertel, wollte für seine Gäste eine Atmosphäre schaffen, „wo man eigentlich nur kurz auf einen Kaffee reinkommt – und dann bleibt bis 2 Uhr morgens“. Dieser Wunsch ging in Erfüllung, vor allem auch, weil der Gastronom viele kreative Eventideen wie einen Tatort-Abend und Twitter-Stammtische realisiert.

Die Niederlassung ist das zweite Lokal des Quereinsteigers Schwarz, der eigentlich Sozialpädagoge ist: Er hatte mit einem Bekannten zuvor schon eine Bar in Coburg. Als er nach München zog und im Oktober 2008 seinen ersten eigenen Laden aufmachte, hatte er eine etwas mühsame Anlaufphase zu bestehen. „Das Klientel in München ist ganz anders als in Coburg“, sagt der 39-Jährige, der vor allem die Veranstaltung vieler Events in seinem Lokal geplant hatte. „Die Leute hier gehen ganz gezielt weg, da ist spontanes Live-Entertainment gar nicht so gewollt.

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Schwarz straffte sein Programm und konzentriert sich auf besondere Schwerpunkte: Ein Mal pro Monat werden multimediale Lesungen veranstaltet – mit Deef vom Kulturprojekt München 852, der Arthur Conan Doyles „Sherlock Holmes“ oder Feridun Zaimoglius „German Amok“ liest, zu Musik und Videos auf der Leinwand. Fast schon Kultstatus hat der sonntägliche Tatort-Abend: Gut 50 bis 60 Fans des TV-Krimis treffen sich in der Niederlassung. Schwarz zieht die große Leinwand über die Bücherwandtapete, dann wird geguckt und „keiner redet rein“. Die Gäste kommen oft in ganzen Gruppen, jeder richtet sich seine Sitzsituation so ein wie er will. Auch der Wirt freut sich, weil er selbst ein Tatort-Fan ist.

Zudem wird jeden Monat an einem Abend ein spezielles, meist fränkisches Bier herausgestellt. „Ich wollte nicht nur klassische Industriebiere anbieten“, sagt Schwarz. Große Küche gibt es, entsprechend der legeren Art der Bar und ihrer Veranstaltungen nicht. Alex Schwarz will und kann nicht den Anspruch eines Restaurants bedienen und bietet daher bewusst nur wenige kleine Gerichte wie selbstgemachte Focaccia und Chili con Carne an. In naher Zukunft plant er aber eine engere Zusammenarbeit mit der Münchner Suppenküche.

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