Märkte & Unternehmen
Über Gästebefragung zur Zielgruppe
Das Freizeit In ist ein buntes Produkt, das Angebot und Nachfrage der Region abbildet
FRANKFURT/M. „Wir sind ein verrücktes Nischenprodukt.“ Diese Aussage stellte Olaf Feuerstein, Direktor und Haupteigner des Hotels Freizeit In, bei seinem Vortrag über „Zielgruppenorientierung – Chancen und Risiken durch die zunehmende Segmentierung der Märkte“ bewusst an den Anfang. Der Göttinger Privathotelier war einer von acht Referenten beim ersten Hotelkongress der AHGZ im Steigenberger Airport Hotel in Frankfurt/M.
Feuersteins „Nischenprodukt“ ist Resultat von Marktanalysen und Gästebefragungen. Seiner Meinung nach muss vor einer Zielgruppenbestimmung klar sein, wie der Hotelmarkt einer Region beschaffen ist. Zusätzlich sei das eine Möglichkeit, wie sich der Privathotelier von der Kette absetzen könne. Der Hotelier spricht aus Erfahrung: Im Jahr 2001 stellte er fest, dass im Raum Göttingen ein Hotel mit einem anspruchsvolles Tagungsangebot sowie Sport und Freizeit unter einem Dach fehlte. Damals spürte er ein Gästeanliegen, das heute selbstverständlich ist: Business muss nahtlos in exklusive Freizeitangebote übergehen. Zudem kamen damals schon 12.000 Gäste pro Jahr aus der Umgebung allein zum Brunchen. Und welch Ärgernis: 100 Abende im Jahr verbrachten Tagungsgruppen bei der Konkurrenz, weil ihnen das Restaurant am zweiten Tag zu langweilig war. Mit diesen Informationen entwickelte er sein Produkt weiter. Der Spa-Bereich umfasst heute 8800 Quadratmeter. Die Erlöse allein daraus beliefen sich 2007 auf 2,2 Mio. Euro. Zusätzlich konnte er in fünf Jahren die Übernachtungen von Wellnessgästen aus Niedersachen von 450 auf 2600 steigern. Sein Cateringservice beliefert die Region. Und damit Tagungsgruppen abends nicht mehr zur Konkurrenz abwanderten, köderte er sie mit einer Orient-Lounge.
Der dauerhafte Erfolg liegt laut Feuerstein in der Weiterentwicklung eines Produktes. Kürzlich erwarb er deshalb ein Nachbargrundstück. 2009 eröffnet er ein 2-Sterne-Hotel und erweitert die Gastronomie. Noch ein Projekt ist „in der Pipeline“, das Feuerstein allerdings noch nicht verrät. Alexandra Lindinger
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