Sonderthema
Umfrage: Die Chancen in der Krise nutzen?
von Svenja Alberti
STUTTGART. Für die Branche wird 2009 ein schwieriges Jahr. Die Auswirkungen der Finanzkrise sind schwer einzuschätzen, darin sind sich Hoteliers wie Gastronomen einig. Dennoch zeigt sich auch in dieser wirtschaftlich angeschlagenen Situation der ungeheure Kampfgeist des Gastgewerbes, die Ärmel hochzukrempeln. Mit wirksamen Maßnahmen wollen die Unternehmer die Krise meistern. Das belegt die AHGZ-Umfrage zum Jahreswechsel.
„Die Bankenkrise wirft dunkle Schatten auch auf die Hotelkonjunktur, und der aufziehende Bundestagswahlkampf wird schon bald die Legislative und Exekutive in ihren Wirkungsmöglichkeiten beeinträchtigen“, befürchtet der Vorsitzende des Deutschen Hotelverbandes (IHA), Fritz G. Dreesen. Der IHA reagiere darauf nicht nur politisch in seinem Lobbying auf der Berliner und Brüsseler Ebene, sondern auch mit verstärkten Hilfestellungen für die Mitglieder im Bereich Marketing und Finanzierung. Die besondere Verantwortung: „Allen Marktteilnehmern – ob aus der Marken- oder der Individualhotellerie – ein Höchstmaß an Transparenz und Information über die Marktprozesse und Entwicklungen zu geben.
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So lassen sich Fehlinvestitionen und nicht-nachhaltiges Marktverhalten im Interesse der Branche am Besten vermeiden“, sagt der Verbandschef.
BAYERN
Bei den Managern der großen Hotelketten in Deutschland gehen die Meinungen auseinander. Optimistisch zeigt sich Accor-Chef Marc Hildebrand. Er rechnet damit, dass insbesondere die Luxus- und First-Class-Hotellerie mit rückläufigen Buchungszahlen zu kämpfen haben werde. Von der daraus resultierenden Nachfrageverschiebung in preisgünstigere Segmente will die Münchner Gesellschaft mit ihren Marken Etap, Ibis, All Seasons, Suitehotel, Mercure und Novotel profitieren. „Als finanziell solide aufgestelltes Unternehmen sehen wir die Chance, dass sich die Spreu vom Weizen trennen wird und unsolide finanzierte Projekte und Unternehmen unter Druck geraten könnten, vor allem solche mit hohem Investitionsrückstau“, erläutert Hildebrand. Außerdem gehe er davon aus, dass sich eine geringere Anzahl von Investoren eher für einen Betreiber entscheidet, der bekanntermaßen langfristig solide wirtschaftet. Der Manager ist zuversichtlich, dass die Hoteliers aus der Vergangenheit gelernt haben und sich nicht in eine sinnlose neue Runde des Preiskriegs begeben, sondern die Preise stabil halten beziehungsweise anheben, um Kostensteigerungen im Energie- und Cleaning-Bereich Rechnung zu tragen. Seine Ansage gegen die Krise: „Wir werden antizyklisch stärker investieren in Modernisierung sowie in starke Expansion durch Neubau und Ausbau unseres Franchise-Netzwerks“, kündigt Marc Hildebrand an.









