Branchenbarometer
Viele Stellen bleiben unbesetzt
Studie: Mittelständischen Unternehmen fehlt es an Strategien bei der Personalsuche / Ländlicher Raum kein Standortnachteil beim Recruiting
ÜBERLINGEN. Vielen mittelständischen Unternehmen, zu denen auch Hotels und Gaststätten gehören, fehlt trotz des akuten Fachkräftemangels die Strategie bei der Personalsuche. Insbesondere beim Aufbau einer Arbeitgebermarke zeigen sie große Defizite. Zu diesem Ergebnis kommt eine von Compamedia, den Ausrichtern von „Top Job – Die 100 besten Arbeitgeber im Mittelstand“, initiierte Umfrage unter mittelständischen Unternehmen in Deutschland. Mit dem neuen Onlineportal www.top-arbeitgebermarke.de bietet Top Job Tipps und eine Plattform für den Austausch rund um das Thema Employer Branding im Mittelstand.
Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass viele mittelständische Unternehmen im Recruiting und bei ihrer Darstellung als attraktiver Arbeitgeber erhebliche Defizite aufweisen. Ein Großteil der befragten Unternehmen konnte im vergangenen Jahr offene Stellen nicht besetzen (69 Prozent).
Die Probleme sind aber hausgemacht. Denn 61 Prozent der Befragten geben an, dass in ihrem Unternehmen keine Strategie für das Personalmarketing existiert. Weiterhin missachtet die Mehrheit der deutschen Mittelständler die Grundregeln des Arbeitgebermarketings, des sogenannten Employer Brandings: Rund zwei Drittel der Unternehmen stimmen ihre Arbeitgebermarke nicht auf die Unternehmensmarke ab. Die Mehrheit kommuniziert nicht klar, welchen Mehrwert sie Bewerbern bietet (68 Prozent). Außerdem arbeiten viele der Befragten beim Aufbau der Arbeitgebermarke nicht abteilungsübergreifend (63 Prozent).
Silke Masurat, Geschäftsführerin der Compamedia GmbH: „Wider besseres Wissen vernachlässigt die Mehrzahl der mittelständischen Unternehmen in Deutschland das aktive Arbeitgebermarketing. Laut unserer Umfrage kennen 64 Prozent der Mittelständler nicht einmal die Erwartungen der potenziellen Bewerber an ihr Unternehmen. In Zeiten des Fachkräftemangels ist es unerlässlich, dass die Unternehmen jetzt professioneller agieren und sich gezielt als attraktive Arbeitgeber positionieren.“
Weiter räumt die Studie mit einem hartnäckigen Vorurteil auf. Der ländliche Raum erweist sich nämlich keineswegs als Standortnachteil bei der Mitarbeitergewinnung. Die größten Schwierigkeiten bei der Personalgewinnung haben Mittelständler im Ballungsraum einer Großstadt (36 Prozent). Mehr als die Hälfte der teilnehmenden Unternehmen, die keine Rekrutierungsprobleme haben, sitzen in einer Kleinstadt oder im ländlichen Raum (53 Prozent). Sie schaffen es nach Auskunft Masurats, durch eine intelligente und klar definierte Bewerberansprache geeignetes Personal zu finden.
Eine erfolgreiche Personalsuche ist nach den Ergebnissen der Studie nicht in erster Linie von der Attraktivität des Standortes abhängig. Entscheidend sind vielmehr Faktoren wie zum Beispiel die Anziehungskraft und das Image als Arbeitgeber. red