Industrie
Vom Gäste- zum Medienzimmer
Marco Stuhr und Dietmar Eberl, Geschäftsführer der Premiere Hotel Entertainment GmbH, über Produkte, Unternehmenspläne und die technische Zukunft
Stuhr: Premiere hat seinen Anteil an Roombase kontinuierlich ausgebaut. Inzwischen hält das Unternehmen 97,5 Prozent der Geschäftsanteile. Seit Anfang April firmiert die Tochtergesellschaft unter dem neuen Namen Premiere Hotel Entertainment GmbH (PHE) und positioniert sich damit als Marke am Markt.
Stuhr: Die Vertriebsmannschaften werden in Fürth zusammengeführt, auch Technik und Kundendienst verbleiben dort. Andere Bereiche wie etwa die Buchhaltung, Human Resources oder die Rechtsabteilung werden zentral in München gebündelt. Für die Hoteliers ändert sich nichts, die gewohnten Ansprechpartner bleiben.
0,2*sz"/>Welche Angebote hat das Unternehmen derzeit für die Hotellerie? Eberl: Premiere Hotel Entertainment bietet der Hotellerie einen Medienservice aus einer Hand – von der Installation über die Logistik bis hin zu Inhalten und Wartung. Als einziger deutscher Hotel-TV-Anbieter hat die PHE ein Free-to-Guest und ein Pay-to-Guest-Produkt im Portfolio, inklusive aller Hardwarekomponenten. Stuhr: PHE setzt – zusammen mit verschiedenen Kooperationspartnern – auf ein modulares Produktkonzept. So können wir der Hotellerie lukrative Gesamtpakete anbieten. Aufgrund der technischen Infrastruktur in den meisten Hotels ist es derzeit nur mit sehr hohem Aufwand möglich, HDTV in jedem Hotelzimmer zu zeigen. Was aber nicht heißt, dass HDTV für Hotels nicht in Frage kommt. Denn in den Bereichen Lobby oder Bar können die Gäste durchaus den neuen hoch- auflösenden Standard genießen. Auch IPTV, also Fernsehen via Internet, wird in der Hotellerie zunehmend eine Rolle spielen. Eberl: Diese Angebote gibt es bereits – das Signal, das in die Hotels eingespeist wird, ist auch für die Sportsbar nutzbar. Es macht natürlich Sinn, hier einen entsprechenden Mehrwert für die Hotelgäste und Besucher zu schaffen. Ein einheitliches Pricing gibt es allerdings nicht. Stuhr: Mit der PHE wollen wir uns einen strategischen Vorteil in einem wachsenden Markt sichern und unsere führende Rolle im Hotel-Pay-TV sichern. Wir wollen unsere Position im Markt weiter stärken und auch den internationalen Vertrieb im umliegenden Ausland ausbauen. Eberl: Der Markt für Hotelfernsehen erlebt zurzeit große Veränderungen, womit sich auch die Potenziale im Free-to-Guest- und Pay-TV-Sektor verschieben. Wir sind gut vorbereitet, da wir für beide Bereiche Geschäftsmodelle anbieten. Wir glauben, dass sich die gehobene Hotellerie immer stärker in Richtung Free-to-Guest-TV entwickeln wird. Gerade so können Hoteliers ihren Gästen einen echten Mehrwert bieten und sich klar vom Wettbewerb differenzieren. Die Zwei- bis Drei-Sterne-Hotellerie hingegen dürfte verstärkt auf günstige Abrechnungsmodelle setzen. Eberl: Lassen Sie uns das Pferd doch von hinten aufzäumen: Wir erweitern unser Portfolio kontinuierlich – und das bei konstanten Preisen. Gerade im Sportbereich werden wir künftig neue Schwerpunkte setzen: beispielsweise mit Champions League, Formel 1, Handball, Basketball und Eishockey sowie US-Sport. Stuhr: Zwei wichtige Trends zeichnen sich ab: Zum einen wird der Bedarf nach einem zentralen Medienlieferanten für die Hotellerie wachsen. Zum anderen werden mehr und mehr Hotels für ihre Gäste Medienzimmer einrichten, bei denen TV- und Internetnutzung nicht mehr separat ausgewiesen, sondern Unterhaltung und Infoservices gebündelt werden.WEITERE BILDER ZUM ARTIKEL


Dietmar Eberl