Touristik
Wanderer gezielt ansprechen
Studie über Fernwanderweg Rothaarsteig zeigt Bedeutung für die Region auf / Schwachstellen bei Vermarktung
SCHMALLENBERG Wie wirkt sich der Fernwanderweg Rothaarsteig auf die Wirtschaft der Region aus: Um diese Frage zu klären, hatte der Rothaarsteigverein in Schmallenberg ein Gutachten in Auftrag gegeben. Bernhard Harrer von der Münchner dwif-Consulting GmbH stellte die Ergebnisse nun vor. 300.000 Übernachtungsgäste und 1,2 Mio. Tagesausflügler drängen demnach jährlich zum Rothaarsteig. Dem Gastgewerbe beschert der südwestfälische Fernwanderweg damit einen Umsatz von 24,3 Mio. Euro im Jahr. Während die Tagesgäste 14,90 Euro pro Kopf und Tag ausgeben (Bruttoumsatz 17,88 Mio. Euro im Jahr), lassen die Übernachtungsgäste im Vergleich 50,10 Euro an der Strecke zwischen Brilon und Dillenburg in Hessen (Bruttoumsatz 15,03 Mio. Euro im Jahr).
Die Studie beruht auf Interviews von 600 Tages- und Übernachtungsgästen an sechs Standorten des 154 Kilometer langen Rothaarsteigs von Mitte September bis Mitte Oktober 2005. Außerdem wurden 50 Beherbergungsbetriebe im Oktober und November 2005 befragt.
Bei seinem Vortrag wies Harrer auch auf Schwachpunkte hin. Er appellierte an den Rothaarsteig-Verein, noch zielgruppenorientierter zu arbeiten und eine Service-Qualitätsoffensive zu starten. „Es gibt Vermieter, die lösen Probleme, manche haben Probleme und andere sind ein Problem“, fand der Berater deutliche Worte. Mit letzteren müsse geredet werden, denn sie seien schlecht für das Image.
Was Harrer damit andeutete, erklärt Harald Knoche vom Rothaarsteig-Verein
Fast die Hälfte der befragten Tagesgäste (47,6 %) und ein knappes Drittel der Übernachtungsgäste (32,2 %) besuchten den Fernwanderweg bereits zum zweiten bis fünften Mal.
„Für 73,2 Prozent der Tagesgäste und 82,5 Prozent der Übernachtungsgäste spielt der Rothaarsteig an sich eine große oder eine sehr große Rolle, um in die Region zu kommen“ und für 84,6 Prozent der Übernachtungsgäste (69,8 % der Tagesgäste) „ist Wandern am Rothaarsteig der Hauptanlass zum Besuch des Steiges“, heißt es in der Studie.
Für fast die Hälfte (48,0 %) der befragten Beherbergungsbetriebe ist der Rothaarsteig die wichtigste Wanderdestination ihres Hauses. Für 80 Prozent unter ihnen spielt dieser Fernwanderweg in den eigenen Marketingaktivitäten eine wichtige (30%) oder sehr wichtige (50%) Rolle.
Die überwiegende Mehrheit der Besucher (85 % der Tages- und 79,8 % der Übernachtungsgäste) reist mit dem PKW zum Rothaarsteig. 71,4 Prozent der Übernachtungs- und 68,0 Prozent der Tagesgäste kommen aus NRW.
