Gastronomie
Wanderwege zum Genuss
Salzburg. Das Salzburger Land war für Wanderfreunde schon immer ein besonderes Fleckchen Erde. Doch mit der am Ende Juni eröffneten „Via Culinaria“ steigt es in den Rang eines Mekkas für wandernde Gourmets auf. Auf sieben verschiedenen Touren führen „Genusswege“ durch Stadt und Land Salzburg und versprechen flächendeckende Gaumenfreuden. Entlang der Touren liegen 65 Hauben-Restaurants, 13 Betriebe mit Michelin Sternen, 21 Almen und Bauernhöfe, 14 Konditoreien, 36 Lebensmittelproduzenten und 21 Gasthöfe mit regionaler Küche.
Da kann die Wahl zur Qual werden, und selbst ein dreiwöchiger Wanderurlaub wird nicht reichen, um all die Köstlichkeiten wenigstens zu probieren, die entlang der sieben Genusswege angeboten werden. Dass dies auch die Urlauber erkennen und wiederkommen, hoffen die Touristiker, Hoteliers und Gastronomen in der Region.
Schirmherr der Via Culinaria ist kein Geringerer als der „Koch des Jahrhunderts“, Eckart Witzigmann, der im Salzburger Land in Bad Gastein geboren wurde und hier seine Ausbildung zum Koch absolvierte. Für sein jahrzehntelanges Engagement für eine gehobene regionale Küche, für sein Werben um die einfachen und besten Produkte aus seiner Heimat erhielt er zur Eröffnung der Via Culinaria im Salzburger Hangar 7 das Große Verdienstzeichen des Salzburger Landes von Landeshauptfrau Gabi Burgstaller. Die Laudatio hielt Christian Millau, Gründer der Gault Millau Editionen.
Pate ist Eckart Witzigmann
Leo Bauernberger, Tourismus-Chef der Region, betont: „Mit der Via Culinaria wurde ein einzigartiges touristisch-kulinarisches Angebot geschaffen.“ Zwar gebe es bereits anderswo kulinarische Themenrouten, aber nicht in so einer solchen Komplexität.
Da gibt es etwa den „Genussweg für Feinspitze“. Nirgendwo in Österreich gibt es, gemessen an der Einwohnerzahl, mehr Haubenlokale (67) als im Salzburger Land. 19 davon können die Feinspitze, wie in Österreich der Feinschmecker heißt, auf diesem Weg erleben. Darunter sind das Genießerhotel Hubertus in Filzmoos mit einer der weltbesten Köchinnen, Johanna Maier, am Herd, der Döllerer in Golling oder das Ikarus im Hangar 7 in Salzburg.
Der „Genussweg für Fischfans“ wartet mit sieben Adressen im Flachgau und zwei im Pinzgau auf. Er führt beispielsweise zur Schlossfischerei des Schlosses Fuschl. Wer eher auf Süßes steht, hat die Qual der Wahl auf dem „Genussweg für Naschkatzen“. Dort warten 17 Stationen – von der originalen Mozartkugel der Konditorei Fürst in Salzburg, wo die berühmteste Praline Österreichs erfunden wurde, über Lungauer Schafmilchschokoladen, Konfitüren und Eiskreationen bis hin zu den Salzburger Nockerln, die man im Salzburger Hotel Crown Plaza genießen kann.
Alkoholisch geht es auf dem „Genussweg für Bierverkoster und Schnapsfreunde“ zu. Zehn Brauereien und Brauerei-Gaststätten, wie Salzburgs Nummer eins, die Stigl-Brauerei, und sechs Schnapsbrennereien stehen zur Auswahl. Darunter ist auch das Primushäusl von Johanna und Sepp Rieger in Schwendt am Wolfgangsee, die für ihre ausgezeichneten Brände auf der Destillata 2008 mit dem zweiten Platz auf der Weltrangliste geehrt wurden. Tennengauer Berglamm, Pinzgauer Rind, Tauernlamm oder Bioschwein warten auf dem „Genussweg für Fleischtiger“ auf die Gourmets. 17 Adressen wollen die Fleischeslust an Schweinsbraten, Wiener Schnitzel oder Tafelspitz wecken.
Ein Weg für Naschkatzen
Käse lockt auf dem „Genussweg für Käsefreaks“ an 14 Stationen. Die siebte Route führt die Gourmets auf den „Genussweg für Hüttenhocker“, der auf Winterwanderer ausgerichtet ist. Unter dem Motto „Gourmet im Schnee“ geht es von Skihütte zu Skihütte, wo man bei regionalen Schmankerln und frisch zubereiteten Spezialitäten nicht auf gepflegte Tischkultur und gehobene Kühe verzichten muss. Die meisten der 16 Hütten sind aber auch im Sommer bewirtschaftet.
Eine 80-seitige Broschüre zur „Via Culinaria“ gibt einen Überblick über die Touren. Eine Faltkarte mit allen Wegen und Genusspunkten erleichtert Gästen die Orientierung. Außerdem enthält sie Ausflugsziele, Hintergrundgeschichten und die Adressen der 163 teilnehmenden Betriebe.
www.via-culinaria.com
