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Reine Unschuld: Im Gegensatz zum Chocolate ist das White Chocolate nur für NichtraucherFotos: Petra Mewes

Konzepte

Weiß wie Schnee, aber nicht von gestern

Aus Milchbar wird White Chocolate: Das neue Konzept auf der Leipziger Kneipenmeile empfängt junge Szenegänger / Renner: Milchshakes und Biermixes

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2008/14 vom 5. April 2008
von

. „Was machen wir mit der Milchbar? Nach sechs Jahren am Markt war es nicht nur Zeit für eine Renovierung, sondern für einen Re-launch“, erinnert sich Anja Herzog, Marketingchefin der TNC-Gastronomie in Leipzig. Ein neues sollte es sein. Da sich die Bar am Eingang zur Kneipenmeile Gottschedstraße aber gut etabliert hatte, wurde der Name vorerst beibehalten. Weckte das Wort Milch doch auch Assoziationen wie sauber, klar, frisch.

Aber seit im Februar das Nichtraucherschutzgesetz in Sachsen in Kraft trat, gab es doch einen Namenswechsel. Anja Herzog: „Wir mussten uns etwas einfallen lassen. Und unser Lokal Chocolate liegt gleich nebenan. Beide sind nun eine Einheit: Chocolate ist die Raucherlounge, die Milchbar wurde zum White Chocolate und ist Nichtrauchern vorbehalten.“ Weiß bleibt also Weiß. Und das ganz konsequent: Bänke wurden neu bezogen, die Tische entsprechend lackiert. Selbst die Lautsprecher im Raum, der Fußboden, Accessoires, die Kleidung des Personals und das Geschirr sind Weiß. Auch bei der Speisen- und Getränkeauswahl achtete man darauf, dass sie zum Rahmen passt.

Farbige Akzente setzen nur sparsam verteilte Grünpflanzen und LED-Leuchten über der großen, raumgreifenden Fensterfront am Eingang. Dieses Licht lässt sich farblich steuern oder dimmen – je nachdem, was nach Tageszeit und Anlass passt oder gewünscht wird: Grün, Pink, Blau, Gelb, natürlich auch Weiß. Diese Möglichkeit wird auch genutzt, um mit entsprechenden Farben verschiedene Happy Hours zu signalisieren.

Zielgruppe Party-Hopper

Nach der Renovierung wirkt der Raum größer und frischer. Loungige Ecken, Hocker am weit geschwungenen Tresen und Podeste sorgen trotz der inszenierten Transparenz für unauffällig abgegrenzte Bereiche. White-Chocolate-Gäste sind eine junge, modebewusste Klientel zwischen 16 und 25, maximal 30 Jahren.

Sandra Kaiser, schon seit mehr als vier Jahren für die Bar tätig, kennt den Geschmack ihrer Gäste: „Das Publikum hat eher dankbar auf die Veränderung reagiert.“ Sicher, die Farbe Weiß polarisiert. Dafür kommen laut Kaiser jetzt mehr Touristen ins Lokal. Ursprünglich war geplant, mit dem neuen Konzept und einem ausgebauten Küchenangebot auch die Generation 30 plus anzusprechen, aber, so erkannte TNC, das hat nicht funktioniert. Anja Herzog: „Es war eine Bar und es ist eine Bar. Schließlich gibt es in unmittelbarer Nachbarschaft genügend Restaurants.“ Bei Öffnungszeiten ab 19 Uhr (im Sommer eine Stunde früher) peilt das Unternehmen nunmehr gezielt die Gruppe der Party-Hopper an, die sich im White Chocolate vor dem Besuch von nahe gelegenen Clubs oder Discotheken mit Freunden zum Warm-up treffen. Wer dabei gern etwas essen möchte – kein Problem: Die Küche ist open end geöffnet und bietet außer Sandwiches und Snacks das volle Programm: darunter Salate, Pasta, Fisch, Fleisch und vegetarische Speisen. „Sonntags läuft der Brunch gut“, ergänzt Sandra Kaiser. Als Renner unter den Getränken nennt Sandra Kaiser zuerst Milchshakes, Cocktails und Bier. Alkoholfreie Mixgetränke kommen dabei ebenso gut an wie moderne Longdrinks und Biermixes. „Den größten Anteil am Gesamtumsatz haben mit rund 80 Prozent die Getränke“, resümiert Sandra Kaiser. Die Musik kommt übrigens aus einer hochmodernen Jukebox: Die Gäste können an einem Touchscreen selbst bestimmen, welche Titel gespielt werden. Das Angebot reicht von Folk, Rock, House und Soul bis zu aktuell angesagter Popmusik. TNC-Gastronomie hat umfassende Erfahrungen in der Leipziger Nacht- und Szenegastronomie. Weitere Betriebe sind Sol y Mar, Nachtcafé, Chocolate und Buddha Art Gallery. Petra Mewes

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