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Wellness und weitere Megatrends

DEHOGA Betriebsvergleich räumt auch Privathoteliers gute Chancen im Gesundheitssegment ein / Selbstbedienung gewinnt in der Gastronomie an Bedeutung

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2006/35 vom 2. September 2006

STUTTGART Die Reise- und Tourismusbranche gehört zu den weltweit wachstumsstärksten Wirtschaftszweigen. Davon könnte Deutschland als europäische Destination mit seinen sicherhheitsorientierten Hotels insbesondere im Hinblick auf Terrorgefahren profitieren. Das prognostizierte der DEHOGA im Betriebsvergleich Hotellerie und Gastronomie, der von der Interhoga GmbH herausgegeben wurde. Allerdings gingen die jüngsten Kofferbombenanschläge noch nicht in die Untersuchung ein, die die Situation inzwischen verändert haben. Dennoch bleibt die Bundesrepublik als Reiseland vergleichsweise sicher.

Billigflieger nützen den Stadthotels

Nach der Studie muss sich die Branche darauf einstellen, dass in alternden Gesellschaften Gesundheit immer stärker in den Fokus rücke. Sie empfiehlt daher sowohl Hotels als auch Restaurants zielgruppenorientierte Angebote. Im Mittelpunkt stehe weiterhin Wellness als Megatrend, ergänzt um Individualität Gute Chancen räumen die Experten Privathoteliers ein, die anspruchsvolle Wellness- und Gesundheitspakete entwickelten. Am meisten nachgefragt würden Anti-Aging-Anwendungen, Medical Wellness und der Bereich Beauty/Relax. Allein für den Nischenmarkt Medical Wellness wird bis 2010 ein Umsatzplus von bis zu 80 Prozent erwartet.

Zum weiteren Wachstumsmotor für das Hotelgewerbe entwickelt sich der Städtetourismus. Die Fachleute führen dies auf die professionelle Vermarktung touristischer Highlights und die Billig-Airlines zurück, die immer mehr deutsche Flughäfen ansteuerten. „Billigfliegen erschließt der Stadthotellerie neue Zielgruppen.“

Dies ermögliche vor allem der Budgethotellerie im 1- und 2-Sterne-Segment, zusätzliche Nachfrage zu abzuschöpfen. Allerdings legten die Gäste mehr Wert auf Design, hochwertige Sanitärbereiche und innerstädtische Lagen. Hier komme es zunehmend auf das Preis-Leistungs-Verhältnis an. Entwicklungspotenzial hat laut Studie auch die Tagungs- und Kongresshotellerie. Der Bereich werde in der Globalisierung und bei wirtschaftlichem Aufschwung weiter an Bedeutung gewinnen. Günstige Preise, gute Infrastruktur und Professionalität förderten eine positive Entwicklung.

Mittelmaß als Verlierer

Der Gast der Zukunft verfügt nach den DEHOGA-Untersuchungen über ein hohes Einkommen und Bildungsniveau. Er suche das Ursprüngliche, erwarte Service und müsse als Stammkunde gepflegt werden. Immer bedeutender werde die Gruppe der über 50-Jährigen. Betriebe, die sich deren Anforderungen stellten, hätten gute Chancen. Ähnliches gilt für die Gastronomie. Laut Studie werden mittelmäßige Betriebe die Verlierer sein. Erfolgversprechend seien dagegen kreative Konzepte, die aber nicht jeder Mode folgen müssten. Attraktive Konzepte würden 70 Prozent Vertrautes und 30 Prozent Neues bieten. Selbst in der jugendorientierten Gastronomie würden heimelige Sofas, Kuschel- und Quatschecken immer beliebter.

Wachstumschancen räumen die Experten vor allem der Selbstbedienungsgastronomie und den Take-away-Konzepten ein. Dabei spiele Zeit eine wichtige Rolle. Doch ob der Gast viel oder wenig Zeit hat – wie in der Hotellerie legt er auch in der Gastronomie Wert auf Gesundheit. Daher prophezeihen die Experten, dass der Anteil der Bio-Produkte in den Restaurant-Küchen weiter wachsen wird.

Im Rahmen von Wellness und Wohlfühlen seien zudem die Genussklassiker Wein, Whiskey und Zigarre weiter auf dem Vormarsch. „Sich verwöhnen, auch für kleines Geld, mit den Genussmitteln, die früher nur Wohlhabenden vorbehalten waren“, so die Studie. Beliebt seien zudem nach wie vor die Coffee- und Teeshops.

Insgesamt ist es nach Ansicht der Fachleute wichtig, ein Profil zu entwickeln und den Kontakt zur Zielgruppe zu halten. Das bedeute, immer wieder die Bedürfnisse der Gäste zu hinterfragen und sich darauf einzustellen. Cornelia Küsel

Der Betriebsvergleich Hotellerie und Gastronomie ist erhältlich bei der Interhoga GmbH, Bornheimer Straße 135-137, in 53119 Bonn, Telefon (0228) 820080, www.interhoga.de

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