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Minag-Vorstand Heinz Breuer (l.) und Key Account-Chef Gastronomie/Hotellerie Ernst-Georg Hahn. Foto: Aichele

Industrie

Wichtigste Säule ist die Marke

Die Mineralbrunnen Überkingen-Teinach AG ist ein verlässlicher Partner der Gastronomie / Konsolidierungskurs wird fortgesetzt

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2005/26 vom 2. Juli 2005

BAD ÜBERKINGEN Hinter der Mineralbrunnen Überkingen-Teinach AG (Minag) liegen schwierige Jahre. Nichtsdestotrotz blickt man bei der Führung des süddeutschen Unternehmens mit einigem Optimismus in die Zukunft, wie die AHGZ-Redakteure Christoph Aichele und Holger Zwink beim Gespräch mit Minag-Vorstand Heinz Breuer und Key Account-Chef Gastronomie/Hotellerie Ernst-Georg Hahn erfuhren.

AHGZ: Herr Breuer, wie würden Sie die Minag in wenigen Sätzen beschreiben?

Heinz Breuer: Die Minag ist eine Markenholding und für die Verbraucher eigentlich ein unbekanntes Wesen. Bekannt sind unsere Marken – angefangen von unseren nationalen Produkten, beispielsweise Staatl. Fachingen, bis hin zu starken Regionalmarken wie Teinacher, Krumbach und

Überkinger, aber auch alkoholfreie Marken wie Afri-Cola und Bluna. Diese Marken richten sich an verschiedene Zielgruppen und sind von uns so positioniert dass sie sich nicht zu sehr in die Quere kommen.

Wie ist Ihre Vertriebsstrategie?

Breuer: Wir sind so aufgestellt, dass wir mit unseren Produkten in allen relevanten Vertriebskanälen vertreten sind. Speziell in der Gastronomie ist Staatl. Fachingen und im regionalen Bereich Teinacher sehr stark präsent. In der Distribution arbeiten wir sehr eng mit dem Getränkefachgroßhandel zusammen, der für uns in aller Regel auch den Lebensmitteleinzelhandel betreut. Dabei wissen wir, dass hochwertige Produkte entsprechende Preise haben, die dennoch verbrauchergerecht sein müssen.

Welche regionalen Schwerpunkte setzen Sie?

Breuer: Wir sind – abgesehen von Staatl. Fachingen – südlich der Mainlinie aufgestellt, im westlichen Bereich mit Teinacher und Hirschquelle, in Richtung Bayern mit Krumbach und Überkinger. Dazu haben wir noch die Tochergesellschaft Güstrower Schlossquell in Mecklenburg-Vorpommern, die aber weitgehend für sich wirtschaftet. Eine Expansion in den Norden Deutschlands ist vorerst nicht vorgesehen, zumal wir uns in einem Konsolidierungsprozess befinden, der noch nicht abgeschlossen ist. Der Produktschwerpunkt liegt im Moment bei Innovationen, die zu unseren starken Marken passen. Auch neue Marken haben deshalb momentan keine Priorität.

Wie sieht es mit der deutschen Kultbrause Afri-Cola und weiteren alkoholfreien Erfrischungsgetränken aus?

Breuer: Diese werden nicht im großen Stil beworben, sehr wohl aber mit entsprechenden Vertriebsaktivitäten unterstützt. Gerade Afri-Cola in der Kultflasche ist in der Szenegastronomie sehr gefragt. Hier lebt die Marke, hier gehört sie hin. Parallel werden wir, gemeinsam mit Lekkerland-Tobacco, Afri-Cola ab September bundesweit dort positionieren, wo das junge Publikum auch mal nach dem Discobesuch einkauft: in Tankstellenshops.

Wie betreuen Sie speziell die junge Gastronomie?

Ernst-Georg Hahn: Mit verschiedenen Maßnahmen. Wir haben ein ausgeprägtes Netzwerk und eine eigene Mannschaft, mit der wir – mit regionalen Schwerpunkten und maßgeblich mit Afri-Cola und Bluna – direkt in die Gastronomie hineingehen. Wasser aber ist in der Szenegastronomie kein Thema, mal abgesehen von Near-Water-Produkten wie das neue „Ü“.

Und die klassische Gastronomie?

Breuer: Wir verfahren sehr stark nach dem Motto „Idee verkauft Ware“. Wir haben spezielle Aktivitäten, Pakete und Anregungen und nicht zuletzt Gebinde für die Gastronomie, mit denen sich die Wertschöpfung deutlich erhöhen lässt. Und wenn wir schon beim Thema sind: der DEHOGA ist an unserem Unternehmen bekanntlich mit knapp 20 Prozent beteiligt. Allein aus diesem Grund haben wir bei unseren Gastronomiekunden mit unseren Produkten eine erhöhte Aufmerksamkeit gegenüber den Mitbewerbern.

Hahn: Unser Agieren ruht auf verschiedenen Säulen. Die wichtigste Säule ist die Marke – mit entsprechendem Wert. Das versuchen wir herauszukristallieren, gerade beim Kunden. Übrigens mit gutem Erfolg: Bei den Gastronomiegebinden verbuchen wir seit geraumer Zeit eine positive Entwicklung.

Wie sehen Sie die Marktbedingungen für die Mineralbrunnen Überkingen-Teinach AG?

Breuer: Wenn man ein Unternehmen leitet, muß man grundsätzlich optimistisch sein. Aber man muss auch realistisch sein. Wir haben einen schwierigen Weg hinter uns, sind aber auf dem Weg zur Konsoldierung deutlich weiter, als wir noch vor drei Jahren gedacht haben. Das ist ein Mix aus nicht planbaren Einflüssen, wie beispielsweise dem heißen Sommer 2003, und vor allem aus harter, interner Arbeit. So haben wir im Bereich Personal und Kostenmanagement einiges unternommen.

Und das Jahr 2005?

Breuer: Für das laufende Jahr sind wir optimistisch und bewegen uns momentan über dem Branchenschnitt. Die schwarze Null für dieses Jahr ist klare Maßgabe, nach teils herben roten Zahlen in den vergangenen Jahren.

Wie zeigt die Minag ihre Nähe zur Gastronomie und zum DEHOGA?

Hahn: Mit Konzepten rund um die jeweilige Marke – beispielsweise zu den Themen Wein, Kaffee und Wellness – die den Gastromnmen dabei helfen, mehr Umsatz zu generieren. Das BZG ist dafür ein geeignetes Instrument. Gemeinsam mit dem DEHOGA entwickeln wir derzeit ein Programm, um Existenzgründern unter die Arme zu greifen. Nicht monetä sondern mit Weiterbildungsmaßnahmen beispielsweise. Ein weiterer Baustein sind unsere Innovationen, zum Beispiel das neue „Ü“ oder auch unser Staatl. Fachingen Mineralwasser-Spray „P'EAU“, übrigens ein cleveres Give-Away. Ebenfalls ganz wesentlich sind unsere Kooperationen mit den Verbänden.

Was würden Sie der Gastronomie empfehlen, um die vielzitierte Krise zu

überwinden?

Breuer: Differenzierte Offerten. Anders gesagt: als Gast möchte ich ein originäres, glaubwürdiges und vernünftiges Angebot. Ebenfalls wichtig ist ein Aktionsplan fürs gesamte Jahr, der immer wieder Neues bringt. Letztlich reicht es nicht, die Türe aufzuschließen und die Leute hinein zu lassen, sondern man muss vor die Türe gehen und die Gäste herein holen. Das zu vermitteln ist auch unsere Aufgabe.

Zuletzt noch eine Frage: Welche Trends sehen Sie bei den alkoholfreien

Erfrischungsgetränken und bei den Wässern?

Breuer: Ein Brennpunkt ist sicherlich die Gebindeart, das betrifft aber mehr den LEH. Fest steht: die Nischen – beispielsweise Near-Water-Getränke – werden sicherlich wachsen. Und ganz generell lässt sich sagen: die Marktteilnehmer und Anbieter werden weniger werden. Wir wollen diesen Prozess mit aktiver Konsolidierung begleiten – und im einen oder anderen Fall zugreifen.

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