Aus der Branche
Wirte-Weblogs sind noch selten
Ambitionierte Gäste sind den Gastgebern im Internet voraus / Online-Tagebücher sind ideale Medien für die Kundenbindung
STUTTGART Ein Weblog im Internet kann ein interessantes, einfaches und preiswertes Marketinginstrument sein. Der Begriff setzt sich aus „Web“ und „Logbuch“ zusammen. „Dies erklärt auch schon im Wesentlichen die Funktion und den kleinsten gemeinsamen Nenner der Weblogs: Er ist eine Art Webseite aus chronologischen Einträgen, wobei der neueste an erster Stelle steht“, erklärt Steffen Zimmermann auf
Blog-Szene überschaubar
Dort tauschen sich Feinschmecker über Themen rund ums Essen und Trinken aus. Zum Beispiel bei
„Na endlich! Da ist er ja. Der erste bloggende deutsche Chefkoch. Ein bisschen weit weg, nämlich in Shanghai. Aber im Global Village ist das ja beinahe um die Ecke“, schreibt Wein- und Gourmet-Journalist Mario Scheuermann in seinem Drinktank-Blog. Die Rede ist von Stefan Stiller, der auf seiner Seite „Stillers Shanghai News“ nicht nur über seine Erfahrungen und Erlebnisse in China berichtet, sondern auch detailliert über eines seiner aktuellen Projekte berichtet, den Mimosa Supperclub. „Ein Weblog ist gerade für Unternehmer ein ideales Medium zur Kundenbindung und Werbung. Aber da hinken die deutschen Gastronomen leider wieder mal einem Trend hinterher“, schreibt der Chefkoch aus Fernost.
Auch Stefan Niemeyer hält Blogs für eine interessante Ergänzung zum klassischen Marketingkonzept. „Allerdings sollte der werbende Charakter in den Hintergrund treten“, sagt der Marketingleiter vom Romantikhotel Schloss Rheinfels in St. Goar. In seinem „Schloss-Blog. Miete eine Burg“ trägt er seit Oktober 2005 Wissen und Gedanken zu seinem Arbeitsgebiet zusammen. Niemeyer schreibt zum Beispiel über Trends im E-Mail-Marketing, über Kunst im Hotel oder Kuriositäten. Zwischendurch erzählt er auch etwas über die Rheinfels-Aktie. Der Mix aus Branchen-Wissen und Infos über das Haus zieht täglich etwa 400 Leser an. Davon profitiere auch die Internetseite des Hotels.
über Eisenpfannen
Mit kritischen Tönen hat Karl-Josef Fuchs vom Hotel Spielweg im Münstertal keine Probleme. Er nimmt es gelassen, wenn sich ein Leser über sein Rezept für Muskatnuss-Eis aufregt, weil eine Überdosis dieser Frucht einen Rausch auslösen könnte. „Ich will Wissen vermitteln, das nicht alltäglich ist“, sagt Fuchs. Zum Beispiel den korrekten Umgang mit Eisenpfannen. Er schreibt mit den Kollegen Vincent Klink und Bertram Blauel seit Herbst 2005 den Blog „Nachgesalzen“, zu lesen auf der Internetseite der Wochenzeitung
