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WM füllt nicht alle Betten

Fifa World Cup Association Services gibt am 30. April nicht gebuchte Kontingente an die Hotels zurück

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2006/15 vom 15. April 2006
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STUTTGART Die deutsche Hotellerie wartet gespannt auf den 30. April. 40 Tage vor dem Anpfiff des WM-Eröffnungsspiels in München muss die Fifa World Cup Accomodation Services (WCAS) die bis dahin nicht gebuchten Zimmer an die Vertragshotels zurückgeben.

Die Frage, die alle Hoteliers beschäftigt: Wie viele Zimmer werden von der WCAS zurückgegeben? Und reicht die Zeit dann noch aus, um die Zimmer bis zur WM noch zu einem vernünftigen Preis zu vermarkten?

Bereits am 28. Februar, dem ersten Stichtag, hat die WCAS vereinbarungsgemäß die Hälfte der nicht gebuchten Zimmer frei gegeben. Wie WCAS-Geschäftsführer Thomas Edelkamp gegenüber der AHGZ sagte, seien bis zu diesem Zeitpunkt zirka 1 Mio. Übernachtungen in 550 Partnerhotels gebucht gewesen. Wie viele der geblockten Zimmer am 30. April zurückgehen werden, darüber wollte Edelkamp keine Aussage machen: „An Spekulationen beteilige ich mich nicht.“

Bei Redaktionsschluss jedenfalls waren selbst zum Eröffnungsspiel noch Zimmer über WCAS zu buchen. Der Online-Dienst travelwirenews hat den 30. April 2006 bereits zum „schwarzen Tag für die Hotellerie in Deutschland“ erklärt (AHGZ vom 8. April). Rund 30 Prozent der geblockten Zimmer werde die Fifa wohl zurückgeben, kündigte der Online-Dienst an und berief sich dabei auf Hans Eilers, Vizepräsident des Hotel- und Gaststättenverbandes Berlin. Dieser sagte gegenüber der AHGZ: „Derartiges habe ich nie behauptet.“ Im Gegenteil: Grundsätzlich sei die Berliner Hotellerie mit der Buchungslage zufrieden. Die Spieltage – im Olympiastadion werden sechs Partien stattfinden – seien schon gut gebucht. Zwischen den Spielen stünden jedoch noch reichlich Zimmer zur Verfügung. Egal wie hoch die Rückgabequote sein werde, so Ehlers optimistisch, „die Berliner Hotels werden zu 90 bis 95 Prozent ausgebucht sein“.

Der Funktionär und Direktor des Berliner Savoy Hotels setzt dabei auf das veränderte Gästeverhalten in jüngster Zeit: „Es wird immer kurzfristiger gebucht.“ Zur WM werde es nicht anders sein, so Eilers. Wie sein Berliner Kollege vemarktet auch der Stuttgarter Hotelier Markus Hofherr (Best Western Hotel Ketterer) seine Zimmer nicht über WCAS. 15 Prozent der Zimmer habe er an Veranstalter gegeben, der große Rest laufe über sein Haus, sagt Hofherr. Allein 50 Prozent seiner Zimmerkapazitäten hat Hofherr für die Dauer der WM an ein ausländisches Filmteam vergeben – eine solide Basis für eine hohe Auslastung. Bei den Preisen liegt der Stuttgarter wie Eilers zirka 30 Prozent über den Normalraten. Die WCAS hat Edelkamp zufolge bislang einen Durchschnittspreis von 186 Euro für die Zimmer im 2- bis 5-Sterne-Hotel-Bereich erzielt.(Fortsetzung Seite 2)

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„Ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, das den Tourismus in Deutschland auch nach der WM voranbringen wird“, sagt der WCAS-Geschäftsführer. Für ihre Aufwendungen und die Vermittlung kassiert die WCAS 30 Prozent vom Zimmerpreis.

Günstiger machen es Online-Reservierungsunternehmen wie HRS. Die Online-Portale warten förmlich darauf, dass WCAS reichlich Hotelkontingente zurückgibt, um dann selbst ins Geschäft zu kommen. HRS bietet den Hoteliers bereits jetzt an, diese Kontingente zu übernehmen und international zu vermarkten. „20.000 Zimmer hat HRS bisher im Portfolio“, sagt Eva Klausenberg von der Münchner Agentur Serviceplan Brand. Nach Rückgabe der bisher geblockten Zimmer werden noch weitere hinzukommen, ist sich die PR-Frau sicher. Zumal HRS nur eine Gebühr von 10 Prozent verlange.

Zirka 600 Hotels rund um die 12 Fußball-Arenen sind unter www.last-minute.de buchbar. Der Clou: Alle Hotels sind in Google Earth integriert, jeder Fan kann den Weg zum Stadion sofort sehen. Per Mausklick kann man die WM-Städte ansteuern, gezielt Hotels in der Nähe anklicken und dann buchen. Die Touristiker arbeiten dabei eng mit den Hoteliers zusammen: „Per Hotline sind wir über die Verfügbarkeit der Kapazitäten auf dem Laufenden“, sagt Hendrik Dohmeyer von Last-Minute.de. „Wenn die Teams für Achtelfinal- und Viertelfinalspiele feststehen, werden bestimmt noch viele Zimmer kurzfristig gebucht“, macht Dohmeyer Mut.

Diesen brauchen die Hoteliers. Denn sie machen sich große Sorgen um die Preise. Dominika Rudnick, Verkaufs- und Marketingchefin für drei Marriott Hotels in Bochum und Gelsenkirchen, rechnet aufgrund zahlreicher freier Zimmer „mit einem großen Preisverfall“ kurz vor der WM.

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