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Gastgewerbe International

WM-Zimmer im freien Verkauf

World Cup Accomodation Services gab Ende April nicht verkaufte Hotelkontingente vertragsgemäß zurück

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2006/18 vom 6. Mai 2006
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STUTTGART Sechs Wochen vor Anpfiff der Fußball-WM hat die FIFA World Cup Accomodation Services (WCAS) den Rest ihrer nicht veräußerten Zimmerkontingente an die Hotellerie zurückgegeben. Mit dem „Zimmer-Rückfluss“ Ende Februar (AHGZ vom 15. April) sind dies insgesamt 25.000 Zimmer. Vom Gesamtkontingent der 550 Partnerhotels der 2- bis 5-Sterne-Kategorie – 45.000 Zimmer – seien damit bis 30. April zirka 45 Prozent über die WCAS vermarktet worden, sagte Geschäftsführer Thomas Edelkamp der AHGZ. In absoluten Zahlen sind dies fast eine Million Gästeübernachtungen.

Hauptaufgaben der im Jahr 2004 gegründeten WACS – Mitgesellschafter ist Accor – waren der Einkauf und der Vertrieb von Hotelzimmern. Unter Federführung von Accor war ein bisher für Deutschland einmaliges Hotelkonsortium gebildet worden. Ihm gehören neben Accor auch namhafte Ketten wie Steigenberger, Maritim und Dorint sowie der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) und der Hotelverband Deutschland (IHA) an. Um Preissteigerungen zu verhindern, hatte das Konsortium die Zimmerpreise festgelegt. Ende April lag der durchschnittliche Verkaufspreis bei Buchung über WCAS bei 187 Euro.

Für Edelkamp insgesamt ein „zufriedenstellendes Ergebnis“, das durch die große Auslandsnachfrage zustande kam. Buchungen aus 75 Ländern registrierte die WCAS. 80 Prozent der Gesamtmenge wurden ins Ausland verkauft. Die buchungsstärksten Länder sind Brasilien (52.000 Übernachtungen), Großbritannien (39.000) und Mexiko (35.000), USA (27.000). Die große Nachfrage aus dem Ausland erkläre auch den hohen Anteil an Langzeitaufenthalten, so die WCAS. Über 50 Prozent der Buchungen beinhalten einen Zeitraum von mehr als vier Nächten. Nur 10 Prozent der Buchungen sind für eine Nacht getätigt worden. „Mit den Langzeitbuchungen sorgen wir für einen guten Verkauf zwischen den Spieltagen“, so Edelkamp. Gerade die Zeit zwischen den Spieltagen bereitet vielen Hoteliers in den Spielorten noch Sorgen. Sind beispielsweise an den sechs Berliner Spieltagen die Hotels so gut wie ausgebucht, stehen an den Tagen zwischen den Spielen noch reichlich Zimmer zur Verfügung. Erfahrene Hoteliers wie der Direktor des Savoy Hotels, Hans Eilers, setzen jedoch auf Last-Minute-Buchungen und hoffen auf eine Belegung von 90 bis 95 Prozent über die gesamt WM-Zeit.

Jürgen Kögler, Direktor des Maritim Hotels Stuttgart, hat „ein relativ geringes“ Zimmer-Kontingent von der WCAS zurückbekommen. Dieses werde er jetzt im freien Verkauf veräußern. Das Maritim muss sich dabei jedoch an die vereinbarten Zimmerpreise halten. Kögler rechnet nicht mit einem großen Plus zur WM und fürchtet vor allem Einbußen im Tagungsgeschäft und in der Gastronomie. Grundsätzlich steht der Maritim-
Direktor der WM positiv gegenüber und hofft, dass „viele Gäste Deutschland wieder einmal besuchen werden.“

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