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Übernachten statt urteilen: Ins Gericht soll ein Hotel einziehen Foto: Justizministerium NRW

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Zu Gast im Gerichtshof

Düsseldorfer Stadtentwicklungs-Projekt sieht 5-Sterne-Hotel vor / Betreiber steht noch nicht fest

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2007/13 vom 31. März 2007
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DÜSSELDORF. Noch regiert Justitia in dem ehrwürdigen Gebäude in der Altstadt. Doch ab 2010 soll an diesem Platz nicht mehr Recht gesprochen, sondern übernachtet, gewohnt, gearbeitet und eingekauft werden.

Für Ende 2009 ist die Umsiedelung des Amts- und Landgerichts Düsseldorf vorgesehen. Was bleibt, ist eine Bruttogeschossfläche von 80.000 Quadratmetern in bester Altstadtlage – ein begehrter Platz für Investitionen. Entsprechend zügig wurde die Immobilie vergeben. Zwei Unternehmen, die sich schon bei ähnlichen Stadtentwicklungs-Projekten gemeinsam engagiert hatten, machten das Rennen: die Wiener Immofinanz und die Frankonia Eurobau aus Nettetal am Niederrhein.

„Nach dem deutlichen Anstieg der Immobilienpreise bieten sich in Deutschland für die Entwicklung großer multifunktionaler Komplexe gute Renditeaussichten“, erläutert Immofinanz-Vorstandsvorsitzender Karl Petrikovics. Rund 260 Mio. Euro werden in das Stadtquartier „Gerichtshöfe“ investiert. Nach umfassender Renovierung und Umgestaltung des historischen Komplexes soll ein Mix aus Wohnungen, repräsentativen Büros, Gastronomie-, Geschäfts- und Freizeitflächen entstehen. Geplant ist auch ein Hotel der 5-Sterne-Kategorie.

„Ein Betreiber steht noch nicht fest“, sagt Anja Sturme vom Immobilienentwickler Eurobau. „Das wird auch so schnell nicht beschlossen werden. Wir sind derzeit offen für Nutzungsvorschläge. Mit der Entscheidung können und werden wir uns aber Zeit lassen.“ Warum es nur die höchste Kategorie sein kann, macht Anja Sturme gleich klar: „Ein Luxus-Projekt verlangt auch nach einem Luxushotel.“

Offenbar ist Düsseldorf nach wie vor eine begehrte 5-Sterne-Adresse. Die Möglichkeiten scheinen auch nach dem Neubau des Breidenbacher Hofs und der Eröffnung des InterContinental an der Königsallee vor zwei Jahren nicht ausgereizt. Im Medienhafen soll es demnächst ebenfalls ein 5-Sterne-Hotel geben. Nur ist das Gerangel um das Filetstück noch nicht beendet. Ein Betreiber ist angeblich gefunden, aber das Großprojekt ruht. Sehr zum Missfallen von Liebhabern der trendigen Strandbar „Monkey’s“, die im vorigen Herbst nach einer Verfügung der Stadt das Gelände wegen der angeblich bevorstehenden Bauarbeiten räumen musste – wohl etwas voreilig.

Bis 2013 wollen die Investoren die „Gerichtshöfe“ fertig gestellt haben. Damit verwirklicht sich in Düsseldorf ein multifunktionales Stadtteil-Konzept. Wer hier lebt, arbeitet oder Hotelgast ist, kann umfassende Dienstleistungen in Anspruch nehmen.

Für Immofinanz und Eurobau lassen sich beim dritten Gemeinschafts-Projekt bisher gewonnene Erfahrungen ummünzen. Noch in diesem Jahr wird in einer der besten Lagen von München das Viertel „Lenbachgärten“ beendet, auch dort haben die Eigner mit dem Rocco Forte ein 5-Sterne-Hotel integriert. Im Düsseldorfer Medienhafen entsteht der reine Premium-Wohnkomplex „Königskinder“. Erst im Januar erwarben die Partner die Unternehmenszentrale des Versicherungskonzerns Gerling in Köln. Dort werden rund 360 Mio. Euro in den Bau von Wohnungen und Gewerbeflächen investiert. Regina Goldlücke

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