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Gemütlich: Zirbelholztäfelung in den Tiroler Stuben im Hirschen

Konzepte

Zwischen Schwarzwurst und Dinkel

Ein Landgasthaus im 21. Jahrhundert: Der Hirschen in Horn bietet deftige Gerichte aus eigener Schlachtung, gesunde Naturküche und viele Events

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2008/16 vom 19. April 2008

GAIENHOFEN-HORN. Das Gasthaus Hirschen mitten im Bodenseedörfchen Horn ist ein Landgasthof wie aus dem Bilderbuch. Seit dem Jahr 1820 ist die Familie Amann auf der malerischen Halbinsel Höri verwurzelt. Schon der Urgroßvater und der Großvater des heutigen Wirts Karl Amann waren – wie er und sein Sohn Sebastian (26) auch – Viehhändler und gelernte Metzger. Diese Kombination garantiert den Gästen seit Generationen erstklassige Fleischqualität und gepflegt-bodenständiges Ambiente. Begrüßt wird man bei den Amanns immer per Handschlag.

Die Zeitschrift Der Feinschmecker zählt den Hirschen zu den 250 besten Landgasthäusern in Deutschland. Die Gäste sehen das genauso: Auch wochentags ist ohne Reservierung kaum ein Tisch zu bekommen und nur die Hälfte der Restaurantgäste sind Touristen.

„Im Zeitalter von Fastfood und Fertiggerichten ist es uns ein besonderes Anliegen und eine Verpflichtung, unverfälschte Produkte zu servieren“, sagt Karl Amann. Gerade die Bodensee-Region biete eine große Vielfalt an heimischen Produkten aus ökologischem Anbau und aus artgerechter Aufzucht. Der 52-Jährige lässt nach seinen Vorgaben schlachten. 80 Prozent der Wurstwaren für zünftige Vesperteller stammen aus eigener Herstellung. Seit 2004 ist der Betrieb teilweise bio-zertifiziert.

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Umgesetzt wird dies auch mit Bio-Themenwochen: Lamm vom Weideschäfer im Sommer, Bio-Enten im Herbst oder Bio-Gänse in der Weihnachtszeit.

Schnörkellos und ehrlich

Der Erfolg des Hirschen beruht nicht nur auf dem breit gefächerten Angebot, sondern auch auf dem Einklang zwischen Ambiente und Küchenlinie. Die mit Zirbelholz getäfelten Tiroler Stuben verlangen nach bodenständig-feinen Gerichten. Die heimelige Atmosphäre, ein ehrlicher Preis und die unverschnörkelte Küche sind die Eckpfeiler des Konzepts. Verena Amann beschäftigt sich intensiv mit gesunder Ernährung und mit Hildegard von Bingen. Unter ärztlicher Aufsicht gibt’s im Hirschen Fasten-Seminare, die Basis: Dinkel-Getreide. „Da Dinkel im Gegensatz zu anderen Getreidesorten basisch und nicht sauer ist, kommt das dem Organismus sehr zugute“, erläutert die Chefin. Leider habe sie Ehemann Karl noch nicht davon überzeugen können: „Der ist nun mal Metzger und Schwarzwurst ist ihm halt lieber als Dinkel.“

Arrangements mit Fantasie

Fantasievolle Themenabende und Arrangements wie „Kapriolen im Cabrio“, „Frauen-Power-Freundinnen-Komplott“ oder „Schiff ahoi bei Sekt und Kaviar“ verteilen sich übers ganze Jahr. Ein Highlight sind auch die Candle-Light-Abende mit aphrodisierenden Menüs und passenden Lesungen. „Diese Abende sind bei Gästen aller Altersklassen sehr beliebt. Man kann einfach mal abschalten und sich verwöhnen lassen“, sagt Verena Amann. Arrangements müssten immer perfekt sein. „Das muss in aller Munde sein, die Leute müssen drüber reden“, ergänzt die 47-Jährige, die weiß, was man wie in Szene setzt. Zur Übernachtung stehen 23 Doppel-, 7 Einzelzimmer, 4 Suiten und 2 Ferienwohnungen zur Verfügung. Sie sind zu mehr als 60 Prozent belegt.

Die begeisterte Hobby-Sängerin und ihre Band „Late Passion“ reißen nicht nur die Gäste im Hirschen zu Begeisterungstürmen hin. „Es ist toll, wenn man sein Hobby im Beruf einsetzen kann. Ich geh’ singen und bedien’ dann weiter“, lacht die singende Wirtin von der Höri.“ Der Gatte hat es lieber volkstümlich: Mit der Tuba bläst er seinen Gästen gern den Feierabend-Marsch. Sylvia Herr

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