Ausbildung
„Ausbildung ist Chefsache“
Azubikonzept im Mercure Hotel Saarbrücken-City trägt Früchte / Ergebnis von Engagement und ausgeklügelter Auswahl
SAARBRÜCKEN. Gleich drei Medaillen hat der Nachwuchs aus dem Mercure Hotel Saarbrücken-City bei den Saarländischen Jugendmeisterschaften abgeräumt. „Dieses Mal haben wir uns sogar den kompletten Medaillensatz gesichert“, war die erste Reaktion von Chef Klaus Euler, als er vom großen Erfolg seiner drei Auszubildenden erfuhr. Daniel Stapelmann (21), Sonja Dengel (20) und Lothar Drießler (18) sicherten sich Gold, Silber und Bronze in zwei Disziplinen und katapultierten das Haus saarlandweit auf Platz eins. Darüber hinaus sorgten ihre Leistungen, so Direktor Euler, auch für bundesweite Resonanz: „Wir sind das erfolgreichste Hotel unserer Kette, wenn man die Platzierungen bei den Landesmeisterschaften betrachtet.“
Die Tatsache, dass drei Azubis – zwei Köche und eine Restaurantfachfrau – auf dem Sieger-Podest standen, blieb auch an höchster Stelle nicht verborgen: Charlie Langlais, Generaldirektor bei Accor für die Marken Mercure, Novotel und Pullman, gratulierte dem Trio zur tollen Leistung. Keine Frage, dass dieser Erfolg Auswirkungen auf den weiteren Verlauf der Karriere der drei Protagonisten haben wird. Und das Image ihres Ausbildungsbetriebs positiv beeinflusst.
Dass die Top-Ergebnisse kein Zufall, sondern auf ein erfolgreiches Konzept zurückzuführen sind (siehe Interview auf dieser Seite), zeigen auch die Platzierungen der vorangegangenen Jahre. „In diesem Hause ist und war die Ausbildung Chefsache.“ Die Erfolgsstory beginnt bereits bei der Azubi-Suche. Hier arbeitet das Mercure Hotel Saarbrücken-City eng mit Fachoberschulen zusammen: „Wir setzen sie gezielt in allen Abteilungen ein und erkennen dabei, ob sie die Voraussetzungen fürs Metier mitbringen“, erläutert Euler. Etwa neun Monate später stehen sondierende Gespräche mit den Wunsch-Azubis auf dem Programm. Dabei wird vorgefühlt, ob sie sich vorstellen können, ein Jahr später mit dem Fachoberschul-Abschluss in der Tasche eine Lehre zu beginnen: „Wir bieten ihnen dann bereits den unterschriebenen Ausbildungsvertrag an.“
Damit nicht genug. Während der folgenden Schulzeit werden die zukünftigen Azubis auf bezahlter Aushilfsbasis weiter beschäftigt. Die Konsequenz: „Auf diese Weise verlieren sie nicht den Kontakt zum Hotel, kennen die Mitarbeiter und sind vom ersten Tag der Lehre in allen Bereichen voll einsetzbar.“ Trotzdem bleiben sie Auszubildende, profitieren von hausinternen und externen, konzernbedingten Schulungen, die „Teil des Erfolgsrezepts“ sind. Eulers Fazit: „Die jungen Leute kennen dadurch fast zwei Jahre unser Haus, wissen über Betriebsabläufe Bescheid und – ganz wichtig – ihnen sind auch die Gäste bekannt.“
Unzertrennlich verbunden mit dieser Erfolgsgeschichte ist Markus Schwed, seit fast 11 Jahren Küchenchef. Lange Zeit Jugendwart im Verein der Köche und im IHK-Prüfungsausschuss, weiß er mit jungen Leuten umzugehen. Hinter dem Rang, den sich das Hotel auf dem Ausbildungssektor erworben hat, „steckt sehr viel Training von Anfang bis Ende der Lehrzeit“, so Schwed. „Mit der Zielsetzung, sich sukzessiv an Wettbewerbsbedingungen heranzutasten, um Routine zu bekommen. Und irgendwann zeigt sich das Ergebnis!“ Doch das Wichtigste ist der eigene Einsatz der Nachwuchskräfte. „Ihre Zeit müssen sie schließlich selbst mitbringen“, betont Schwed.
Wettbewerbe bringen weiter
Sonja Dengel ist happy: Ihr zweiter Platz beim ersten Wettbewerb überhaupt hat sie stolz gemacht und gestärkt. Ihre Zielsetzung? In zwei Jahren den Restaurantmeister machen, weiter lernen, sich weiterbilden, sich später im Ausland in anderen Häusern profilieren. „Wettbewerbskochen ist anders; irgendwie perfekter“, weiß Daniel Stapelmann, der vergangenes Jahr freiwillig nach Königswinter mitfuhr, um Eindrücke zu sammeln. Große Stücke hält er auf seinen Küchenchef, der vor Wettbewerben gnadenlos antreibt: „Manchmal sehr anstrengend, aber letztlich freut man sich doch, mitgemacht zu haben, denn es bringt einen viel weiter.“
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