Interview: Markus Tischberger, Projektleiter der Intergastra
„Die Stimmung in der Branche ist gut“
Die Intergastra ist die erste Gastgewerbe-Messe in diesem Jahr. Alle sind gespannt, wie die Investitionslaune in der Branche ist. Sie auch?
Tischberger: Natürlich. Aber ich habe ein sehr gutes Gefühl. Die Stimmung in der Branche ist gut, und auch die merkliche Vorfreude der Firmen beschert uns einen neuen Ausstellerrekord bei der größten Intergastra, die es je gab.
Sie denken also, dass sich auch die Gastronomen wirtschaftlich so weit erholt haben, dass sie wieder Geld ausgeben können?
Tischberger: Trotz Euro-Krise ist die Verbraucherstimmung in Deutschland weiterhin positiv. Sinkende Arbeitslosenzahlen und steigende Einkommen sorgen für eine starke Binnennachfrage. Davon profitieren natürlich auch Hotellerie und Gastronomie. Bereits das Jahr 2011 läutete für die Gastronomie erfreulicherweise eine Trendwende ein, und die Branche ist nach dem Krisenjahr 2009 wieder im Aufwind und kann investieren. Gerade in der Hotellerie setzt die Steuerentlastung immer noch Potenzial für Investitionen in die eigene Wirtschaftlichkeit frei.
WEITERE BILDER ZUM ARTIKEL
Der Wettbewerb um die Gäste verschärft sich weiterhin, sodass Hoteliers ihr eigenes Angebot mehr denn je hinterfragen und optimieren müssen. Wir wollen den Hoteliers und Gastronomen mit der Intergastra neue Ideen und Lösungsansätze für ihre individuellen Bedürfnisse bieten.
Wo sehen Sie den größten Investitionsbedarf?
Tischberger: Hier gilt es generell, den Ruck, der seit 2011 durch die Hotelbranche geht, fortzuführen. Als Auftaktmesse kommt die Intergastra hier genau zur richtigen Zeit für Investitionen. Der Fachbesucher findet in Stuttgart ein gewachsenes Sortiment an Einrichtung, Ambiente und Tischkultur. Unser einmaliger Sonderbereich Fokus Hotel bietet Hoteliers als „Objekt zum Anfassen“ viele technische und optische Schmankerl. Kurz gesagt: Wer in seinem Betrieb investieren will, findet auf der Intergastra Lösungsvorschläge in allen Bereichen.
Wenn Sie sich mal die Gesamtheit Ihrer Aussteller anschauen – in welchen Produktgruppen können die Besucher mit den meisten Neuheiten rechnen?
Tischberger: So vielfältig wie unsere Besucher sind, genauso verhält es sich mit unseren Ausstellern. Daher fällt es mir nicht wirklich leicht, etwas Bestimmtes hervorzuheben. Spannend wird sicherlich der Blick in die Küche der Zukunft, die gemeinsam mit dem Verband der Fachplaner in der Halle 1, Europas größter Halle für Küchentechnik, zu sehen sein wird. Ein ganz wichtiger Baustein der Intergastra ist auch unser Getränke-Bereich. Eine solche Bandbreite an Brauern, Brunnen und zahlreichen weiteren Getränkeherstellern finden Sie auf keiner anderen Gastro-Fachmesse in Deutschland.
Können Sie Beispiele für besonders interessante Innovationen nennen?
Tischberger: In Bezug auf einzelne Neuheiten vermag ich mit Blick auf die Menge – in Stuttgart feiern 2012 zahlreiche Innovationen Premiere – niemanden hervorzuheben. Für die Intergastra an sich wird der neue Bereich Nightlife eine echte Innovation sein. Gemeinsam mit der Deutschen Barkeeper Union schaffen wir einen abwechslungsreichen Messe-Mix mit den Global Playern der Spirituosenindustrie, süddeutschen Heros und spannenden Newcomern. Die Fachbesucher dürfen gespannt sein und sich auf zahlreiche Marktneuheiten freuen. So viel kann ich schon verraten.
Wie hat sich der Intergastra-Innovationspreis entwickelt? Sind denn dieses Jahr wieder Produkte dabei, die der Branche wirklich die Arbeit erleichtern?
Tischberger: Die Qualität der Einsendungen war wieder einmal sensationell und liefert einen Spiegel für die Innovationskraft und den Ideenreichtum der Branche. Bei der Auswahl der Siegerprodukte lag der Jury besonders die Praxistauglichkeit am Herzen. Bei der flexiblen Bar von Bars24 hat besonders die Varianz und Vielfältigkeit begeistert. Das Kassensystem für das iPhone von Orderbird hat mit seiner Eigenständigkeit und Bedienfreundlichkeit überzeugt. Die glutenfreien Backwaren von Resch & Frisch sammelten Pluspunkte mit der einzelnen Verpackung pro Produkt. Dies bedeutet Sicherheit und Vertrauen für den Gast. Da die Servietten-Faltmaschine der Rofobox GmbH mit Bestückungseinheit, Robotereinheit zum Falten und Platz zur Lagerung erheblich zur Arbeitserleichterung des Personals beiträgt, haben wir hier noch einen Sonderpreis vergeben. Bei dieser Gelegenheit möchte ich mich noch einmal für die erfolgreiche Zusammenarbeit mit der AHGZ bedanken.
Eine Frage zum Messekonzept: Hat sich gegenüber 2010 etwas verändert?
Tischberger: Die Intergastra befindet sich in einem stetigen Wandel. Das erfolgreiche Grundkonzept mit den Säulen Hotellerie, Gastronomie, Catering, Konditorei und Café bleibt natürlich erhalten. Dennoch möchten wir natürlich weitere Zielgruppen erschließen. Neue Themen wie Nightlife, unser starkes Kongressprogramm im GV-Bereich und auch „Europas größte Halle für Küchentechnik“ ergänzen die Intergastra perfekt und machen sie einzigartig in Deutschland. In Sachen Food freut es mich außerdem sehr, dass wir auf der Intergastra erstmalig einen Gemeinschaftsstand mit bayerischen Spezialitäten präsentieren.
Die Stuttgarter Fachmesse ist bekannt für ihr umfassendes Rahmenprogramm. Was sind aus Ihrer Sicht die Highlights?
Haben Sie sonst noch einen heißen Tipp für die Fachbesucher?
Tischberger: Ich persönlich freue mich auf unseren Eisbereich, die Gelatissimo in Halle 7. Besonders spannend ist hierbei die Vielseitigkeit von Speiseeis. Mit den richtigen Maschinen und natürlich auch den dazugehörigen Rezepturen lassen sich tolle Ergebnisse erzielen. Nicht nur für den Gaumen, sondern durch die Margen auch in puncto Umsatz. Und noch mal: Unser neues Thema Nightlife sollte sich kein Szenegastronom entgehen lassen.
Die Fragen stellte Bernhard Eck



