Wie Apps die Hotelwelt verändern
BERLIN. Der moderne Gast informiert sich während seiner Reise per Smartphone, bucht Hotelzimmer und checkt von unterwegs ein, ohne sich später in eine Warteschlange einreihen zu müssen. Auf dem Weg zur Spa-Lounge empfängt er schließlich personalisierte Wellness-Angebote auf seinem Handy. Fiktion oder Wirklickeit?
Dieser Frage gingen die Experten beim ITB Hospitality Day auf den Grund und diskutierten, wie internetfähige Handys die Hotelwelt verändern können. Dabei lag der Schwerpunkt der Dikussion auf Applikationen für mobile Endgeräte (Apps), die bereits von Hotels, etwa bei Hilton und Best Western, aber auch Hotelbuchungs-Plattformen erfolgreich eingesetzt werden. Tobias Ragge, Geschäftsführer von HRS, sieht insbesondere bei den Geschäftsreisenden ein vielsprechendes Potenzial. „Die mobilbuchenden Geschäftsreisenden sind die Walk-ins der Zukunft“, so Ragge, der vermutet, dass das mobile Buchen schon bald einen Anteil von 30 Prozent an allen Buchungen erreichen könnte.
„Wir kommen so nah an den Gast heran, wie nie zuvor“, meint Olivier Harnisch, Hilton Vice President International Operations, der in der direkten Ansprache des Gastes durch Apps großes Potenzial sieht. Die Hilton-Hotelgruppe bietet bereits Buchungen per App an und denkt über neue Funktionen wie Steuerung des Lichts im Zimmer per Handy und standortbezogene Werbung nach. „Früher haben wir Produkte und Leistungen vermarktet. Heute vermarkten wir unsere Apps“, bringt Harnisch die derzeitige Entwicklung auf den Punk. Mit seinen sieben Apps, eine für jede Marke, wird Hilton unter den Top 50 Downloads gerankt und vezeichnet einen Erfolg im mehrstelligen Mio. Bereich. Damit eine App dauerhaft erfolgreich ist, muss sie dem Nutzer allerdings einen wesentlichen Vorteil bringen: „Junge Geschäftsleute wollen Apps, die das Leben einfacher machen“, weiß Marco Nussbaum, Geschäftsführer von Prizeotel. Auch werden Schnittstellen zu Social-Media-Anwendungen für den mobilen Erfahrungsaustausch immer wichtiger.
Trotz aller fortschrittlichen Technik sind sich die Experten jedoch einig, dass die menschlichen Kontakte am wichtigsten sind: „Die Hotellerie ist eine Branche, in der man mit Menschen für Menschen arbeitet. Bei aller Euphorie gegenüber der Technik sollte man den Servicegedanken nicht vergessen“, mahnt Marco Nussbaum.
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