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Unternehmensberater: Viele Unternehmen setzen auf die Hilfe von aussen Foto: Colourbox

Hotellerie

Beraten und verkauft?

19. Juni 2010

STUTTGART. Heutzutage engagiert fast jedes Unternehmen einen Unternehmensberater. Funktioniert Unternehmensführung ohne Hilfe von Außenstehenden nicht mehr ? Scheut das Management das Risiko selbständiger Entscheidungen? Hat es Angst vor der eigenen Courage?

Johannes Steyrer kommt von der Interdisziplinären Abteilung für Verhaltenswissenschaftlich Orientiertes Management an der Wirtschaftsuniversität Wien. Er wiegelt ab und verweist darauf, dass externer Rat zu allen Zeiten gefragt war. „Denken Sie an das Orakel von Delphi, die weithin gefragte Ratgeberinstitution der Antike.“ Letztlich seien auch die großen Weltreligionen Ratgeber- und Wegweiser. Was für Steyrer heißt: Sich beraten zu lassen, gehört zum menschlichen Leben. Insofern handelt es sich weder um etwas Außergewöhnliches, noch um etwas Beunruhigendes.

bringen Sicherheit

In diesem Sinne sieht Steyrer in der heutigen Beraterdichte denn auch weniger ein Zeichen für mangelnde Courage des Managements, als eine Antwort auf die Komplexität des heutigen wirtschaftlichen Geschehens. „Die Komplexität der Entscheidungen und der Druck, rascher und immer rascher handeln zu müssen, lösen Unsicherheitsgefühle aus und das Bedürfnis, sich zu besprechen. So kommen die Berater ins Spiel.“

Es gibt also gute Gründe, sich beraten zu lassen. Mit den Augen des Managements betrachtet zählen unter anderem dazu:


  • Die Entscheider erhalten eine professionelle Diagnose des Unternehmens

  • Sie hören zu kontroversen Ansichten eine neutrale Meinung und erhalten eine andere Sicht der Entscheidungspraxis

  • Sie gleichen mit Beraterhilfe Kompetenzdefizite im Unternehmen aus

  • Sie bekommen Empfehlungen, was in problematischen Situationen zu tun ist

  • Sie werden in die Lage versetzt, Veränderungen in Gang zu setzen, die ohne Berater oft nicht anzustoßen wären

  • Und ein ganz entscheidender Punkt: Sie können unangenehme Entscheidungen vor ihren eigenen Leuten legitimieren


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Leser-Kommentare zum Artikel (1)

Roland F.W. Manke, Strande
Roland F.W. Manke, Strande

22.06.2010 um 12:56

Betreff: Berater"itis"

"Habe nun, ach! Philosophie, Juristerei und Medizin, Und leider auch Theologie Durchaus studiert, mit heißem Bemühn. Da steh ich nun, ich armer Tor! Und bin so klug als wie zuvor?" ... stöhnte bereits der alte Faust! Obwohl in der Zeit der sog. Universalgelehrten von Goethe niedergeschrieben (die ursprüngliche Geschichte ist aber bereits über 500 Jahre alt), konnte auch dieser nicht ohne Berater auskommen. Wer aber für sein Tagesgeschäft Berater benötigt, sollte den Job wechseln.