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Immer wieder ein neues Ambiente: Mit Papierprodukten für den gedeckten Tisch ist das ganz einfach Foto: Duni

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Der Gast sehnt sich nach Bodenständigem

Ganz wie in der Küche: Qualität, Tradition und Regionalität spielen in der Tischkultur eine immer größere Rolle / Natur steht bei vielen Formen Pate

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2010/5 vom 30. Januar 2010

Stuttgart. Der Heimatkult im Gastgewerbe geht in die nächste Runde: Nachdem die Küche seit einigen Jahren regionale Produkte wieder entdeckt, ist nun der Tisch an der Reihe. Die traditionelle europäische Tischkultur erlebt eine Renaissance. Statt Exotik und kreativer Auswüchse bekommen Qualität, Zeitlosigkeit, Fertigung im eigenen Land und Bodenständigkeit einen neuen Stellenwert. Welche Vielfalt in diesem Trend vom Teller bis in die Messerspitze steckt, zeigt die vom 6. bis 10. Februar 2010 in den Hallen der Messe Stuttgart.

Handwerk ist angesagt

Der traditionell gedeckte Tisch mit bestem Tuch, feinem Porzellan und hochwertigen Gläsern ist die denkbar eleganteste Trotzreaktion auf eine Wirtschaftskrise, die auch das Gastgewerbe und seine Zulieferer nicht verschont hat. Bleibende Werte sind daher wieder gefragt. Das Festhalten am Bewährtem und Guten spürt auch die Amefa Stahlwaren GmbH Solingen. „Ein mit Silberbesteck eingedeckter Tisch versetzt den Gast automatisch in edles Ambiente“, sagt Gastro-Vertriebsleiter Patrick Nottebaum und zeigt sich zuversichtlich.

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Amefa setzt bei seinen Silber-Serien auf das handwerkliche Können einer niederrheinischen Silberwarenfabrik.

Beständigkeit wird begrüßt wie ein alter Freund, den man aus den Augen verloren hatte. Dabei sind die Artikel von Unternehmen wie WMF in vielen Betrieben stets treue Begleiter. Seit 150 Jahren produziert die Württembergische Metallwaren-Fabrik in Geislingen an der Steige Speisebestecke für die Hotellerie. WMF zeigt, dass Tradition darauf beruht, sich immer wieder neu zu erfinden und weiterzuentwickeln. Etwa durch neue Materialien, wie Cromargan Protect, das Bestecke auch nach jahrelangem Gebrauch wie neu aussehen lassen soll.

„Nach einer gewissen Enttäuschung durch die Globalisierung sehnen sich die Leute nach Erdverbundenheit und Bodenständigkeit“, sagt Bernd Scholze von Steelite. Die Reaktion darauf ist die Serie „Terramesa“. Sie erinnert optisch an handgemachte Töpferware, leicht glasiert in natürlichen Farbtönen, mal in Mokka oder Senf, mal in Weizen oder Olive. Die Schalen, Schälchen, länglichen Teller, Platten und Kokotten mit Deckel strahlen rustikale Wärme aus. Die sanfte Tour ist nur gespielt: Denn die Teile bestehen aus robustem Hotelporzellan. Steelite gewährt seinen Kunden eine fünfjährige Kantengarantie auf alle flachen Teile. In diesem Zeitraum werden alle Kantenschäden kostenfrei ersetzt, wodurch sich die Ausgaben für Nachkäufe reduzieren.

Bei vielen Herstellern spielen fließende, aus der Natur entlehnte Formgebungen eine große Rolle. Eschenbach Porzellan ließ sich von der Blüte der südafrikanischen Calla zu einer gleichnamigen Serie mit organischen, geschwungenen Formen inspirieren, die Puristen wie Designorientierte gleichermaßen begeistern sollen. Die Gestaltung mag auf dem Tisch sanft wirken, doch das Hartporzellan ist robust und hoch funktional.

Von einem einheitlichen Design-Trend könne man zwar nicht mehr sprechen, doch die Emotionalisierung der Produkte hat auch Birgit Dubberke, Marketingleiterin bei BHS Tabletop, beobachtet. Ob strenge oder geschwungene Formen, immer spielen eine harmonische Gestaltung oder spannende Oberflächenstrukturen eine wichtige Rolle. Ein Vorteil: Die Gastronomen müssten ihr Geschirr nicht komplett austauschen, um ein neues Auftreten zu vermitteln. Oft genügten ein, zwei neue Elemente, die dem Tisch einen völlig neuen Look geben. Die Bayreuther Porzellanmanufaktur Walküre präsentiert eine Hommage an die traditionelle Urform der italienischen Espressotasse. „Ein Zeichen dafür ist der offen mit dem Corpus verbundene Henkel, der eine optimale Haptik ermöglicht“, sagt Geschäftsführer Wolfgang Meyer. „Eine klassische Tasse, die mit einem hohen Maß an handwerklicher Tradition in der Serie hergestellt wird. Der mit einem Schwung sich nach oben hin öffnende Corpus symbolisiert in der Seitenansicht eine Blüte, die ihr Aroma preisgibt.“

Ideen fürs Buffet

Bei aller Liebe zum Ursprünglichen entwickeln die Hersteller gleichzeitig immer neue Lösungen rund um die Präsentation der Speisen. Vor allem für das Buffet gibt es viele Ideen. Mehrere Designer haben sich die Gastronorm vorgenommen und mit neuen Kreationen deren strenge Linien überwunden. Schönwald-Designer Carsten Gollnick: „Das System ist zwar praktisch und nützlich für die Gastronomen, es mangelt ihm aber an Ausstrahlung, Wärme und Gefühl.“ Daniel Eltner löste für Walküre die geraden Kanten von Buffetplatten zu sanften welligen Formen auf, die sich aber dennoch am Gastronorm-Grundraster orientieren. Die verschiedenen Plattengrößen eröffnen Kombinationen mit 42 verschiedenen Walküre-Farben. Die Schalen können parallel oder gegenläufig angeordnet werden oder hintereinander zu einer langen Welle. Mit den Produkten Zieher aus Himmelkron lassen sich beeindruckende Buffetkulissen auf mehreren Etagen arrangieren. Auch die Glasexperten von Delsana sind für spektakuläre Inszenierungen immer wieder eine lohnende Adresse. Der „rote Teppich“ für jegliche Präsentation ist die Tischwäsche, gerade bei festlichen Anlässen. Mit Einwegprodukten lässt sich die Tischdeko gezielt auf bestimmte Ereignisse abstimmen. Bei Mank, Duni oder Hantermann ist die Vielfalt so groß, dass für einen Anlass, etwa Weihnachten oder Ostern, Kollektionen für jeden Geschmack geboten werden: mal im urigen Hütten-Stil, mal verspielt, puristisch oder pompös. „Die Gäste legen immer mehr Wert auf frische und saisonale Angebote aus der Region“, sagt Christiane Walkenbach von Hantermann. „Gefragt sind Wohlfühlorte zur Inspiration und Entspannung.“ Der Hersteller von Tischwäsche und Tischdekoration setzt ganz auf harmonische Farben.

Vielfältige Tischwäsche

Hotelwäsche Erwin Müller wird auf der Intergastra die Neuheiten für 2010 zum Thema Gemütlichkeit und Tischkultur präsentieren. Von traditionell bis hin zu trend-modern, zeigt das Unternehmen ein breites Spektrum an Tischdekorationen und Tischbekleidung. Die Vielfalt an Farben, Formen und Materialien stellt Hotelwäsche Erwin Müller an zwei Ständen. Zu dem vielfältigen Sortiment gehören Tischdecken und -läufer, Tischsets, Kissenhüllen und viele weitere Accessoires, die Gastronomen erfreuen. red

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