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Management

Der Ton macht die Musik

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2009/26 vom 27. Juni 2009
von  

STUTTGART. Björn Grimm kennt seine Pappenheimer. „Nicht selten haben wir es in unserer Tätigkeit als Betriebsberater mit Unternehmerpaaren zu tun, die neben Bett und Hof auch das gemeinsame Arbeitumfeld teilen dürfen. Man könnte auch „müssen“ sagen“, schmunzelt der Betriebsberater. Da schwelen die Konflikte oft lange unter der Decke. „Werden wir in Gesprächssituationen mit eben diesen Konfliktsituationen konfrontiert, fällt uns häufig die Position des Moderators zu. Und das nicht in der Konstellation Berater zu Unternehmerpaar, sondern in der Moderation zwischen den (Ehe-) Partnern“, sagt Grimm.

Das bedeutet, dass man als Berater immer wieder Zeuge von Differenzen in der Unternehmen- und Lebensführung wird, die der meist dominantere Part der Ehepartner vorwürflich gegenüber dem schwächeren Part darstellt und auch schon mal ausschweifend visualisiert. Unschöne Szenen, wie Grimm aus seiner langjährigen Erfahrung weiß. „Mitunter passiert dies sehr verletzend, denunzierend und auch beleidigend. Vor allen Dingen nicht diskret und angemessen, sondern auf das Heftigste vor den Augen und Ohren des Beraters.“ Selbst in Bankverhandlungen hat er schon erleben dürfen, dass das Paar schon längst nicht mehr als Einheit auftritt und somit skeptische Blicke des Bänkers über den Brillenrand die logische Konsequenz sind.

„Für uns Berater ist es eine unglückliche Situation, da wir vermittelnd tätig sein wollen und mit unseren Empfehlungen Denkanstöße zur Optimierung des laufenden Betriebes geben wollen“, seufzt Grimm.

Ein Berater stößt hier in Grenzbereiche vor. „Da werden die von uns als Fachmann gegebenen Impulse als verbale Keule für weitere Rundumschläge genutzt.“ Was Grimm absolut nicht einluchten will ist, dass hier Menschen aus einer serviceorientierten Branche jegliches Feingefühl verlieren.

„Was sollen Mitarbeiter, Lieferanten und Bänker denken, wenn sie Zeuge solcher Dramen werden?“ Grimms Rat: Neben dem Verständnis über die gemeinsame Arbeit ist ein regelmäßiges Strategiegespräch des Ehepaares unausweichlich. Gemeinsam sollten man sich über Ziele, Wünsche und Perspektiven austauschen und Lösungsansätze verbindlich vereinbaren. Übrigens auch über den Tod hinaus. „Oder man trennt sich“, rät Grimm. Seine Erfahrung stüzt das. „Aus vielen Beratungen wissen wir, dass eine klare Trennung hift, Konflikte zu vermeiden.“

www.grimm-consulting.com

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