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Küche & Keller

Es fehlen noch einheitliche Parameter

Nicht alles, was als „Großes Gewächs“ oder „Erstes Gewächs“ von den VDP-Mitgliedern präsentiert wurde, war auch erstklassig

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2005/41 vom 15. Oktober 2005
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KLOSTER EBERBACH Zum zweiten Mal hat im Kloster Eberbach der Verband Deutscher Prädikatsweingüter (VDP) seine Weine der deutschen „S-Klasse“ der internationalen Fachwelt vorgestellt. Die Bezeichnung „Großes Gewächs“ für diese Prestigeprodukte haben sich die deutschen Prädikatsweingüter längst schützen lassen, über deren Inhalt indessen sollten intern endlich einheitliche Qualitäts-Parameter gefunden werden.

Zu groß sind insbesondere beim Riesling die Unterschiede, die einem Wein schlussendlich in den Großen-Gewächs-Status erheben. Am meisten klemmt es an der Mosel, wo man von einer „Ersten Lage“ spricht und die Kunden darüber hinaus verunsichert, dass dies sowohl trockene als auch natursüße Weine sein können. Aber auch sonst sind die Modalitäten zu verschieden und passen (noch) nicht zusammen, denn nach wie vor ist das Große Gewächs in einigen Regionen eine trockene Spätlese, anderswo hält man (chaptalisierte) Qualitätsweine – mit oder ohne trocken in der Bezeichnung – für den Königsweg. Deshalb trat eine Problematik bei der Verkostung auf Kloster Eberbach deutlich zu Tage: Viele VDP-Betriebe haben offenbar (noch) keine richtige Vorstellung davon, wie Weine beschaffen sein müssen um wirklich „groß“ und Grand-Cru-tauglich zu sein. Nicht wenig haben – wie schon in den vergangenen Jahren – einfach einen Teil ihrer Spätlese trocken mit dem absatzfördernden Signet fürs Große Gewächs etikettiert. Unstrittig ist: Es gab eine ganze Reihe erstklassiger Weine. Gut die Hälfte spielte klar in der Champions-League und wurde dem VDP-Anspruch, die S-Klasse der deutschen Rieslinge zu stellen, voll gerecht. Die andere Hälfte der gezeigten Weine gehörte aber da einfach nicht hin. Nicht dass die Gewächse schlecht gewesen wären, „Große“, aber waren sie eben nicht.

Die wichtigste Arbeit des VDP für die nächsten Jahre sollte es sein, einfach die sensorischen Kontrollen enger anzulegen. Am weitesten fortgeschritten auf dem Weg, aus klassifizierten Lagen Rieslinge von unverwechselbarem Charakter zu kreieren, in denen sich laut VDP-Marketing „die Typizität der Rebsorte, die Eigentümlichkeit des Jahrgangs und die Arbeit des Winzers in einmaliger Weise verbindet“, scheinen die Erzeuger in der Pfalz, in Rheinhessen und von der Nahe, zum Teil auch im Rheingau zu sein. In anderen Gebieten ist diese spezifische (Riesling)-Spitze eher dünn besetzt. Größere Schwankungen waren im Rheingau und an der Mosel, kleinere in der Pfalz und Rheinhessen zu registrieren. Homogen stellten sich die Nahe und zum Teil der Mittelrhein vor. Hier war es vor allem das Schlossgut Diel (Burgsberg, Goldloch), Emrich-Schönleber (Halenberg) Kruger-Rumpf (Pittersberg) und Schäfer-Fröhlich (Halenberg) von der Nahe sowie Ratzenberger (Wolfhöhle) vom Mittelrhein die mit filigranen Gewächsen Spaß machten. Aber auch Bassermann-Jordan (Pechstein), Mosbacher (Ungeheuer), Buhl (Jesuitengarten, Kirchenstück), Christmann (Idig), Rebholz (Im Sonnenschein) und Dr. Wehrheim (Kastanienbusch) aus der Pfalz sowie Wagner-Stempel (Höllberg, Heerkretz), St. Antony (Hipping, Orbel), Groebe (Aulerde) und Wittmann (Morstein, Kirchspiel) aus Rheinhessen verstanden es ihre Grands Crus ins beste Riesling-Licht zu rücken.

Auch beim Gewächs aus der Lage Mauerberg von Schloss Neuweier (Baden) war der Terminus „groß“ angebracht. Die weißen Burgundersorten aus der Pfalz (Rebholz, Dr. Wehrheim, Bergdolt) und Baden (Bercher, Huber, Stigler, Salwey) konnten durchweg gefallen und auch bei den Spätburgunder aus den gleichen Anbaugebieten gab es bei den Lagen Kirchberg, Winklerberg, Sommerhalde, Feuerberg, Im Sonnenschein oder Kastanienbusch viel mehr Licht als Schatten.

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