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Kulinarium

Fischers Wein-Tipp

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2008/16 vom 19. April 2008

Der Cabernet Sauvignon ist im Bordelais gemeinsam mit Merlot und Cabernet Franc Bestandteil von Bordeaux-Cuvées. In der Neuen Welt hat er eher eine Solo-Karriere gestartet und wird in der Regel sortenrein ausgebaut. Seit Beginn der neunziger Jahre wird Cabernet Sauvignon – zunächst im Versuchsanbau – auch von deutschen Winzern gepflanzt.

Die Rotweinpioniere Volker und Werner Knipser begannen Mitte der achtziger Jahre mit dem Ausbau im Barrique und erhöhten in den darauf folgenden Jahren stetig ihren Rotweinanteil. Bei Neupflanzungen achten sie auf klassische regionale und internationale Sorten aus bestem Pflanzmaterial. Ihr Erfolgsrezept sind reduzierte Erträge, die weit unter dem Gebietsschnitt liegen und sich an internationalen Spitzenproduzenten orientieren.

Die klassische Bordeaux-Cuvée aus Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc und Merlot ist eines ihrer Flaggschiffe und wird im Weingut als Cuvée X bezeichnet. Bevor der Jungwein 18 bis 20 Monate in überwiegend neuen Barriques gelagert wird, erfolgt eine Konzentration durch das sogenannte Saignée-Verfahren. Durch den Abzug von Saft im Maischebottich wird der Anteil der Farbstoffe und Tannine abgebenden Beerenhäute erhöht. Der aus dem Französischen stammende Begriff „Saignée“ bedeutet wörtlich „Aderlass“. In der Tat lässt man bei diesem Verfahren den Gärbehälter mit der Rotwein-Maische nach einigen Stunden oder Tagen „zur Ader“, ohne Pressung werden etwa 10 bis 20 Prozent des Mostes abgezogen. Dieser hat dann eine zart rötliche Farbe und wird zu Roséwein weiter vergoren.

Die Cuvée Cabernet und Co ist ein knackig fruchtiger Sommerwein mit hohem Spaßfaktor. Die im temperaturgesteuerten Edelstahltank kühl vergorene Cuvée aus verschiedenen Cabernetsorten wird durch wechselnde Anteile anderer roter Rebsorten ergänzt. Ein wenig eleganter und vielschichtiger präsentiert sich der reinsortige Cabernet Sauvignon Blanc de Noir. Während der Duft von Schwarzer Johannisbeere und grünem Paprika in die Nase strömt, verspürt man im Mund eine angenehme Frische, verbunden mit einer knackigen Säure und einem saftigen Nachhall. Beide Roséweine passen zu den verschiedensten Speisen. Zum Schinkenbrot genauso wie zum gebratenen Kotelett, Fischfilets oder mariniertem Gemüse.

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