Management & Praxis
Fragen Sie Jean Georges Ploner Wo sollen meine Kinder studieren?
Ein Gastronom aus Hessen fragt: „Welchen Qualifizierungsweg kann ich meinen Kindern als meinen potenziellen Nachfolgern empfehlen?“
Eine gute Frage, denn die Ausbildungsmöglichkeiten nach oder alternativ zur Lehre sind vielfältig. Da kann schon mal der Überblick verloren gehen.
Die älteste und mittlerweile größte Hotelfachschule Deutschlands ist in Heidelberg. Mit Schwerpunkt auf der kaufmännischen und fachlichen Weiterbildung. Wegweisend mit ihrem Bildungsangebot ist die Wihoga in Dortmund mit dem derzeit modernsten Campus in Deutschland.
Für beide sind eine Ausbildung und mindestens zwei Jahre Praxis notwendig. Ein Abschluss an der Wihoga ist zugleich eine Zugangsberechtigung zur Johnson & Wales University, Providence (RI), USA. Einer großen amerikanische Universität im Bereich der Ausbildung für das Gastgewerbe. Womit wir beim Ausland sind, denn nach wie vor ist die internationale Ausrichtung in Ausbildung und Karriereweg ein wichtiger Aspekt in unserer Branche.
Die erste, im Jahr 1893 gegründete Hotelschule der Welt, ist in Lausanne. Wer hier studiert, baut sich ein Netzwerk par excellence auf, denn hier leben und arbeiten rund 1400 Schüler aus 80 Ländern.
Und für Köche ist das Culinary Institute of America das Mekka schlechthin. Das CIA wurde 1946 gegründet und zählt mit zirka 2000 Studenten zu den renommiertesten Kochschulen weltweit. Die Schule unterhält fünf öffentliche Restaurants im Hyde Park in New York, wo die Schüler die Möglichkeit bekommen, in der Küche und im Service Erfahrungen zu sammeln. Im Managementbereich Spitzenklasse ist die Cornell University mit drei Hauptstandorten in Ithaca, New York City und Doha (Katar). Bis heute kann Cornell auf 40 Nobelpreisträger unter den Studenten und Fakultätsangehörigen verweisen.
Unser Nachbarland Frankreich bietet die Möglichkeit, ein auf die Hotellerie zugeschnittenes Fachabitur zu erwerben mit weiterem Aufbaustudium bis zum Master. Interessant ist daran, ist dass man beim Erstabschluss sowohl ein Abitur als auch eine Ausbildung hat. Im Vergleich zu Deutschland, wo eine Ausbildung ohne Abitur kaum möglich ist, bedeutet das gute zwei Jahre Vorsprung. Zugangsvoraussetzungen, Abschlüsse, Gebühren und Fördermittel sind von Institut zu Institut verschieden.
Meine Empfehlung lautet: Erstellen Sie ein Anforderungsprofil. Ausgehend von Neigungen und Interessen Ihrer Kinder, den angestrebten Zielen und einer realistischen Einschätzung, was machbar ist. Und vergleichen Sie dies mit den vorgestellten und weiteren Einrichtungen. So erhalten Sie Klarheit und engen die Auswahl deutlich ein.
