Gastro-Online-Marketing (5)
Günstig und schnell zum Gast
München/Stuttgart. Wie man aus Gästen Stammgäste macht? Für Hugo Bachmaier ist das keine Frage: „Wir müssen die Gäste durch regelmäßig wechselnde Aktionen und Angebote immer wieder dazu motivieren, unser Restaurant aufzusuchen“, meint der Inhaber des Münchner Restaurants Bachmaier Hofbräu.
Um seine Gäste über die anstehende Halloween-Party oder die traditionellen Wiesn-Schmankerln zu informieren, setzt der Lokal-Chef in erster Linie auf E-Mail-Marketing: „Die E-Mail ist für mich der kostengünstigste und schnellste Weg, um meine Gäste zu erreichen. Einmal pro Monat versenden wir unseren Newsletter, der die aktuelle kulinarische Aktion bewirbt und weitere Neuigkeiten vermittelt.“
Aktionen bewerben
Und das mit Erfolg: „Ein großer Teil unserer Newsletter-Abonnenten besucht uns regelmäßig“, freut sich Bachmaier. Gastronomen können kulinarische Wochen oder Rabattaktionen mit Hilfe des E-Mail-Marketings effektiv bewerben. Auch wechselnde Wine&Dine-Angebote, das komplette Festtagsprogramm mit allen Menüs oder der Start in die Spargelwochen sind gute Anlässe, um Newsletter zu verschicken. Bachmaier ist von dieser Möglichkeit der direkten Kundenansprache längst überzeugt: „Mit unserem Newsletter erreichen wir exakt die richtige Zielgruppe – und das äußerst preisgünstig und mit kurzer Vorlaufzeit.“
Seinen ersten Newsletter hat Bachmaier vor fünf Jahren an die Gäste verschickt, um seine neue Mittagskarte zu bewerben. „Vorher haben wir Flyer im eigenen Restaurant ausgelegt oder Postwurfsendungen an Unternehmen in der Umgebung organisiert. Das war deutlich aufwendiger und auch nicht immer ganz billig“, berichtet Bachmaier. „Mit unserem Newsletter können wir unsere Angebote nun direkt in das E-Mail-Postfach interessierter Gäste bringen – ganz ohne Mehrkosten für Druck, Papier oder Porto.“
Damit der Newsletter auch vom Gast gelesen und nicht gleich wieder gelöscht wird, sollte er interessante Informationen enthalten und den Empfänger persönlich ansprechen. „Lieber Michael, hier kommt unser Menü für den Nikolaustag“ wird eher gelesen als eine E-Mail, die an „Sehr geehrte Damen und Herren“ adressiert ist.
Hat es ein Gastronom erst einmal geschafft, den Gast vom Mehrwert seiner Mailings zu überzeugen, werden auch die nächsten Newsletter sicher wieder beachtet und gelesen. „Der Gast muss einfach das Gefühl haben, dass ihm die im Newsletter vorgestellten Angebote ganz persönliche Vorteile bieten. Die neue Speisekarte allein reicht da nicht“, bringt Hugo Bachmaier einen wichtigen Erfolgsfaktor des E-Mail-Marketings auf den Punkt.
Die Newsletter-Texte selbst sollten hierzu möglichst lebendig und einladend geschrieben sein und sich dabei trotzdem auf das Wesentliche konzentrieren – denn lange E-Mails werden von den meisten Empfängern erst gar nicht gelesen. Den Erfolg eines Newsletters unterstützen auch ansprechende Bilder.
Glückwunsch plus Gutschein
Auch persönliche Glückwünsche zum Geburts- oder Hochzeitstag sind mit Hilfe einer E-Mail schneller und einfacher übermittelt als per Post oder Telefon. Verbunden mit einem Gutschein als Geschenk wird die Glückwunsch-Mail den Gast nicht nur erfreuen. Sie stellt auch eine charmante Einladung zu einem Restaurantbesuch dar. „In jedem unserer Newsletter erhält der Gast darüber hinaus die Möglichkeit, sofort und in Echtzeit einen Tisch zu reservieren“, erläutert Bachmaier.
„Zusätzlich verlinken wir im Newsletter auf unsere Website, wo der Gast weitere Infos zu den beworbenen Aktionen erhält. So erzielen wir noch mehr Website-Besuche und Online-Buchungen. Diese Reservierungen fließen dann direkt in unser elektronisches Reservierungsbuch ein.“
Um dem Gast die Online-Reservierung so einfach wie möglich zu machen, sollten Aktionsbuttons, zum Beispiel „Jetzt reservieren“, in sämtliche E-Mails integriert werden. Am erfolgreichsten ist ein solcher Aktionsbutton, wenn er sich im Layout der E-Mail klar hervorhebt und ganz oben platziert wird.
„Offene Ohren“ statt Spam
Der optimale Zeitpunkt für den Newsletter-Versand sind die Tage Dienstag oder Mittwoch – am besten vormittags, wenn bei den Empfängern das erste Hungergefühl auftritt und die E-Mails vom Wochenende bearbeitet sind. E-Mails am Wochenende oder spätabends werden schnell übersehen. Doch Vorsicht: „Um den Gast nicht mit Spam zu verärgern, dürfen Newsletter ausschließlich an Personen versendet werden, die sich für deren Erhalt angemeldet haben“, gibt Kathrin Staehelin, Marketing Manager des Online-Marketing- und Reservierungsservices Livebookings, zu bedenken. Besucher sollten daher auf der Website und bei der Online-Buchung gut sichtbar die Möglichkeit erhalten, sich für den Newsletter einzutragen.
Und Newsletter-Abonnenten müssen die Möglichkeit haben, diesen abzubestellen. Restaurantchefs können somit relativ sicher sein, dass auch ihre Newsletter-Botschaften wie bei Bachmaiers Hofbräu in München auf offene Ohren stoßen. Sandra Herkenroth
Dieser Artikel ist der fünfte Teil einer siebenteiligen Serie zum Thema Onlinemarketing in der AHGZ. Mehr Informationen zur Vermarktung über das Internet erhalten Gastronomen beim 1. DEHOGA Gastro-Online-Kongress, den der Bundesverband am 24. November 2010 in Berlin gemeinsam mit Livebookings und der Content Management AG veranstaltet. Die AHGZ ist Medienpartner. Informationen und Anmeldemöglichkeiten hierzu unter www.dehoga.de.
