Ideenbörse: Hotelflohmarkt
Hotelinventar kommt auf den Basar
Bad Bayersoien. „Wir wollten nach zahlreichen Renovierungen und Neuerungen im vergangenen Jahr einfach wieder Platz schaffen. Da kam mir die Idee mit dem Flohmarkt.“ Uschi Glas vom Marketing des Parkhotels am Soier See, nahe Oberammergau, traf bei Hotelbesitzerin Franziska Fehle-Friedel sofort auf offene Ohren. Gemeinsam mit der Hausdame Heike Baruk bauten sie im Team die Grundidee aus. An einem Sonntag im September, war es dann soweit und der erste Hotelflohmarkt ging bei schönstem Sonnenschein zwischen 10 und 16 Uhr im Hof des Hauses über die Bühne. Bei weniger gutem Wetter hätte die Aktion in der Tiefgarage stattgefunden.
Dirndl sind der Renner
Verkauft wurden Dekorationsartikel wie Kerzenständer, Windlichter, Stoffe, Teppiche, Kunstblumen, Übertöpfe und Vasen, aber auch Berge von Geschirr und Gläsern, Bücher und Stühle, selbst Massageliegen, Mobiliar aus der Kosmetikabteilung, Lampen, Bilder, Bilderrahmen, Zeitungsständer und Weihnachtsartikel. „Der Renner waren Dirndl, die im Hotel eine Zeitlang als Uniformen getragen wurden, wahrscheinlich, weil das Oktoberfest vor der Tür stand“, sagt Uschi Glas.
WEITERE BILDER ZUM ARTIKEL
Sie freut sich, dass ihre Idee so gut ankam.
Die Vorbereitung lief mit dem eigenen Personal. Jeder Abteilungsleiter hat seine Abteilung „entrümpelt’“. In einer Gemeinschaftsaktion wurden das Deko-Lager, die Keller und Lagerräume inspiziert und dabei aussortiert, was für den Hotel- und Restaurantbetrieb nicht mehr nützlich ist. Am Morgen des Flohmarkts baute die Technik die Stände auf, die Küche den Eisstand. Service und Küche haben sich auf ein verstärktes Geschäft eingestellt. Uschi Glas: „Zudem wurde auch unser berühmter Schmankerl-Brunch angeboten. Wir haben mehr Kuchen fürs Kaffeegeschäft vorbereitet und mehr Mitarbeiter zum Dienst eingeteilt. Die Stände bestückt und die Ware verkauft haben dann Heike Baruk, Franziska Fehle-Friedel selbst und ich.“ Das federführende Trio hat am Abend in Zusammenarbeit mit der Technik dann auch wieder aufgeräumt. „Sicher konnten wir mit dem einen oder anderen Stück jemandem eine Freude machen“, resümiert die Eigentümerin.
Von vornherein war klar, dass man mit dem Flohmarkt kein großes Geschäft machen will, sondern die Erlöse zugunsten wohltätiger Zwecke spendet, konkret für ein Hilfsprojekt in Afrika. Das kann sich über eine Spende von 600 Euro freuen, obwohl es keine festen Preise gab. „Wir haben großzügig geschätzt. So mancher Interessent hat gar mit uns gehandelt“, amüsiert sich Uschi Glas. Bei aller Ernsthaftigkeit der Vorbereitung stand der Spaß für die Beteiligten im Vordergrund.
Keine Kosten für Werbung
Zusätzliche Kosten, zum Beispiel für Anzeigen, entstanden nicht. Das Haus hat im Vorfeld eine Pressemitteilung herausgegeben. Ein regionales Blatt, der Kreisbote, unterstützte die Aktion mit einem kostenfreien kleinen Hinweis. Die Organisatoren hängten im Ort Plakate auf und nutzten zur Werbung die eigene Hauszeitung sowie Social Web, in dem sie die Flohmarkt-Nachricht über alle möglichen Kanäle wie Facebook, Twitter und Google Places im Internet posteten. So kamen nicht nur Haus- und Stammgäste, sondern auch einige, die das Hotel zuvor noch nicht kannten. Selbst von München, Augsburg oder aus dem nahegelegenen Allgäu reisten Besucher an. Diese kamen zum Kaffeetrinken, zum Brunch oder gingen nach einer Weile mit Hausprospekten zu einer „zweiten Flohmarktrunde“. Manche kamen ganz spontan, weil sie im See baden oder am Ufer spazierengehen wollten und das Angenehme so nebenbei mit dem Nützlichen verbinden konnten. Den ganzen Tag über waren Besucher auf dem Markt. Manch’ einer entdeckte Teller, von denen er bereits gegessen hatte und nahm sie als Erinnerungsstück mit nach Hause.
Das Fazit der Veranstaltung ist für alle Beteiligten absolut zufriedenstellend. Uschi Glas: „Für den ersten Flohmarkt sind knapp 600 Euro ein tolles Ergebnis. Sowohl die Besucherzahlen als auch die Einnahmen übertrafen unsere Erwartungen!“ Weitere Flohmärkte sollen folgen. Etwa zwei pro Jahr hält sie für realistisch. Petra Mewes


