Förderprogramme für Gastronomen und Hoteliers
Job-Rotation in der Praxis, Teil 3
Wie man berufliche Fortbildung betrieblich gut organisieren kann / Von Helmut Kammerer
Haben Sie junge und ehrgeizige Mitarbeiter? Dann kann man Ihnen nur gratulieren. Engagierte Leute zeichnen sich besonders dadurch aus, dass sie auch an ihrem eigenen Fortkommen interessiert sind. Sie wollen beispielsweise die Hotelfachschule besuchen. Der Haken an der Sache ist, dass sie während ihrer Fortbildungsmaßnahmen Ihrem Betrieb – zumindest zeitweise – fehlen.
Natürlich profitieren Sie erheblich davon, wenn Sie später entsprechend hoch qualifiziertes Personal in Ihrem Team beschäftigen. Aber was machen Sie während der Zeit, in der Ihre Leute die Schule besuchen? Da der Besuch einer Hotelfachschule einen längeren Zeitraum beansprucht, werden Sie das nicht alleine durch eine Umschichtungen im Dienstplan kompensieren können. Vielmehr werden Sie für die Kollegen eine wirkliche Vertretung brauchen. Dies verursacht zusätzliche Personalkosten, die sie aber unter Umständen mit staatlicher Hilfe erheblich verringern können, nämlich in dem Fall, wenn Sie dafür einen Arbeitslosen einstellen.
Im Programm „Berufliche Weiterbildung und Vertretung“ auf Neudeutsch auch kurz Job-Rotation genannt, finden diejenigen Arbeitgeber Unterstützung, die zeitlich begrenzt einen Arbeitslosen als Vertretung für einen auf Fortbildung weilenden Mitarbeiter einstellen. Dabei werden bis zu 100 Prozent des Arbeitsentgelts, das berücksichtigt werden kann, von der Bundesagentur übernommen. Die Förderung ist dabei auf maximal zwölf Monate beschränkt.
Beantragt werden muss das Ganze bei Ihrem zuständigen Arbeitsamt. Seien Sie nicht zu überrascht, wenn die dortigen Mitarbeiter das Programm nicht näher kennen; es wird wohl eher selten in Anspruch genommen.
Selbstverständlich kann ich Ihnen nicht garantieren, dass Sie eine entsprechende Unterstützung erhalten, wenn Sie einen Antrag stellen, und noch viel weniger die Frage beantworten, ob Sie gleich den höchsten Fördersatz bekommen. Aber einen Versuch ist es allemal wert. Das gilt übrigens für die meisten Förder-Programme. Manches Geld geht einem deshalb durch die Lappen, weil man es erst gar nicht probiert. Dabei kostet fragen doch nichts.
Ich habe selbst vor einigen Jahren diese Erfahrung gemacht. Ich wollte einen jungen Mann mit einer leichten Behinderung einstellen. Klugerweise habe ich mich vor dessen Einstellung über Fördermöglichkeiten erkundigt.
Dieser Schritt brachte mir damals über 100.000 DM Fördergelder ein. Da hat sich das Fragen doch wirklich gelohnt. Fragen Sie doch auch!
