Management & Praxis
Keime: Lebensmittelbetriebe verstoßen gegen Hygienevorschriften
von Bernhard Eck
BRAUNSCHWEIG/BONN. Deutsche Lebensmittelhersteller und -händler verstoßen immer häufiger gegen die Lebensmittelvorschriften. Zu diesem Schluss kommt das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). Die Überwachungsbehörden stellten 2008 bei knapp 130.000 von 540.000 kontrollierten Betrieben Verstöße fest und leiteten entsprechende Maßnahmen ein.
In der Geflügelfleisch-Dönerspießproduktion wurde sogar jeder zweite Betrieb beanstandet. Die Kontrolleure überprüften 875 Imbissbetriebe, die Geflügelfleischdöner anbieten und stellten dabei, bei 30 Prozent der Betriebe Mängel fest. Sie betrafen die allgemeinen Grundsätze der guten Hygienepraxis, unzureichende Reinigung und Desinfektion sowie mangelnde Schulung des Personals. "Die Verantwortung für sichere Lebensmittel liegt in den Betrieben", sagt BVL-Präsident Helmut Tschiersky-Schöneburg bei der Vorstellung des Jahresberichts 2008 in Berlin.
Bundesweit nahmen die Kontrolleure zudem rund 400.000 Lebensmittelproben, von denen 55.000 bemängelt wurden. Am häufigsten wurden Fleisch, Wild und Geflügel beanstandet (19,2 Prozent), gefolgt von Eiern und Eiprodukten (18,2 Prozent).
Auch für Gastronomen wichtig: Um die Hygiene im Betrieb zu verbessern empfiehlt der BVL, besonderes Augenmerk auf Schneidemaschinen und Arbeitsflächen zu richten, die mit Spezialreiniger gesäubert werden sollten. Kritisch seien auch Wischtücher, in denen sich 100 Millionen von Keimen pro Quadratzentimeter ansiedeln könnten.
Die Ergebnisse des Bundesweiten Überwachungsplans 2008 gibt es online unter
