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Thomas Wein-Tipp

LieberMuskateller

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2010/35 vom 28. August 2010

„Bevor ichSauvignon Blanc pflanze, widme ich mich lieber dem Muskateller.“ Winzer Rainer Probst ist ein Mann klarer Worte. Recht hat er. Denn es wird immer mehr Sauvignon Blanc gepflanzt. Einige Weinschreiber sehen den Sauvignon Blanc sogar schon dabei, in naher Zukunft den Riesling flächenmäßig zu überholen. Dass bei diesem Trend wieder viel Mittelmaß entsteht, ist jedem in der Branche klar. Denn der Sauvignon Blanc fühlt sich zwar im kühlen, moderatem Klima von Deutschland wohl, doch auch er braucht, wie jeder gute Wein, den richtigen Boden und das gefühlvolle Händchen des Winzers. Denn der Sauvignon hat eine Menge Nachteile: Er reagiert sehr empfindlich auf hohe Erträge, falschen Standort und Unterreife. Ein großer Sauvignon sollte ein mineralisch-fruchtiges Erlebnis sein – mit Aromen die von schwarzen Johannisbeeren, Basilikum, Gras bis zu Zitrusfrüchten reichen. Die besten Sauvignons eignen sich sogar für den behutsamen Ausbau im kleinen Eichenholzfass.

Da liegt Reiner Probst mit seiner Meinung, sich auf Traditionen zu berufen, nach meiner Einschätzung goldrichtig. Reiner Probst pflanzt die uralte Rebsorte Muskateller anstelle von Sauvignon in den steilen Hängen einer der besten Kaiserstühler Lagen, dem Achkarrer Schlossberg, an. Dabei entsteht ein leichtfüßiger aromatischer Wein mit Cassis-, Pfirsich- und Mineraliendüften. Er fließt saftig-sauber und animierend über die Zunge. Ein großartiger Aperitif, der erfrischt und gleichzeitig den Gaumen elektrisiert.

Ein Muskateller, der immer wieder zu den besten seiner Kategorie gezählt wird, stammt von Bernhard Huber in Malterdingen. Ein großartiger Winzer, der es versteht dieser Rebsorte, die auf den kalkhaltigen Böden gedeiht, ein phänomenales Aroma zu entlocken: Weinbergpfirisch, Pfingstrosen, viel Grapefruit und Passionsfrucht und ein rassig-erfrischender Geschmack. Der Muskateller passt hervorragend zu Spargelgerichten, leichten Vorspeisen und ist, gut gekühlt, der Aperitifwein schlechthin. Es gibt leider auch einen Nachteil was diese Weine anbelangt: Sie sind immer schnell ausverkauft.




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