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Betriebspraxis

Liquidität vor Rentabilität

Existenzgründung im Gastgewerbe – Teil 7: Der Kontokorrentrahmen dient als Sicherheitspuffer / Von Helmut Kammerer

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2006/18 vom 6. Mai 2006

Ziel eines jeden Unternehmens ist es, Gewinne zu erwirtschaften. Doch weitaus entscheidender ist es, stets zahlungsfähig zu sein. Daher lautet eine alte Kaufmannsweisheit: Liquidität geht vor Rentabilität.

Gerade für Existenzgründer ist es deshalb von großer Wichtigkeit, über einen sorgfältig aufgestellten Liquiditätsplan zu verfügen. Dabei muss äußerst gewissenhaft vorgegangen werden, weil es fatale Folgen haben kann, wenn beispielsweise Ausgaben vergessen oder zu erwartende Einnahmen erheblich zu hoch angesetzt werden. Um solche Fehler zu vermeiden, empfiehlt es sich, mittels einer Tabellenkalkulation auf dem PC eine Tabelle anzulegen, in der alle zu erwartenden Ausgaben und alle geschätzten Einnahmen einander gegenübergestellt werden.

Unternehmer mit bestehenden Betrieben haben es leichter, weil sie bereits auf Erfahrungswerte aus der Vergangenheit zurückgreifen können. Existenzgründer hingegen sind insbesondere bei den Einnahmen auf reine Schätzungen angewiesen. Gerade das ist für Existenzgründer sehr schwierig. Das ist einer der Gründe, weshalb Neulinge auf kompetente Hilfe nicht verzichten sollten.

Bei den Ausgaben sollte die Position „Unerwartetes“ nicht vergessen werden, denn leider ergeben sich immer wieder Zahlungsverpflichtungen, an die man zuvor nicht dachte. Weiter ist zu beachten, dass es in der Liquiditätsplanung ausschließlich um Einnahmen und Ausgaben, also um reinen Geldfluss geht. Wenn Sie beispielsweise eine Veranstaltung im Haus haben, und dem Kunden dafür eine Rechnung stellen, können Sie nicht zwangsläufig davon ausgehen, dass diese unverzüglich bezahlt wird. Auf der anderen Seite müssen auch Sie nicht unbedingt jede Rechnung sofort bezahlen. Grundsätzlich sollten Sie bei den zu erwartenden Einnahmen nicht allzu optimistisch sein, denn schließlich kommen die Ausgaben sicher, die Einnahmen nur wahrscheinlich. Wenn es besser läuft als in der Planung, ist das gut, umgekehrt nicht.

Natürlich kann es auch sein, dass es Phasen gibt, in denen die Ausgaben höher sind als die Einnahmen, etwa wenn Versicherungsprämien fällig werden. Wenn Sie Ihre Liquiditätsplanung sorgfältig gemacht haben, wissen Sie, wann und in welcher Höhe Sie Bedarf an weiteren liquiden Mitteln haben. Für diesen Fall sollten Sie mit Ihrer Bank einen Kontokorrentkredit in der entsprechenden Höhe aushandeln. Dabei kann es nicht schaden, wenn der Kontokorrentrahmen etwas höher ist als der ermittelte Bedarf, um einen Sicherheitspuffer zu haben.

In jedem Fall wird Ihnen ein akkurat erstellter Liquiditätsplan helfen, von der Bank einen entsprechenden Kredit zu erhalten (wird fortgesetzt).

post@kammerer-services.de

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