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Zwei Instanzen für den Weineinkauf: Eichelmann Deutschlands Weine 2007 und Gault Millau WeinGuide Deutschland 2007 Foto: Bernhard Eck

Kulinarium

Lorbeeren für deutsche Weine

Die Urteile sind gesprochen: Theo Haart „Winzer des Jahres“ bei Gault Millau / Philippi-Riesling „bester Wein“ bei Eichelmann

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2006/47 vom 25. November 2006
von Heinz Feller

MAINZ/HEIDELBERG. Der Weineinkauf kann beginnen. Denn die beiden wichtigsten Orientierungshilfen liegen jetzt in neuer Auflage vor: Der „Gault Millau WeinGuide“ und der „Eichelmann“. Auch wenn die beiden Führer meist zu unterschiedlichen Urteilen kommen, sind sie sich diesmal in einem Punkt einig: Einer der beeindruckendsten und langlebigsten trockenen Weißweine sei der Kallstadter Saumagen Riesling Auslese „R“ trocken vom Weingut Koehler Ruprecht. Zum „Winzer des Jahres“ kürt der Gault Millau Theo Haart. Für Gerhard Eichelmann hat das Weingut Josef Leitz die beste Weißweinkollektion und Bernhard Huber die beste Rotweinkollektion des Jahres vorgelegt.

„Kein anderer Winzer der Mittelmosel ist seit 2000 stärker in die Spitzengruppe vorgestoßen als das Weingut Reinhold Haart – gewissermaßen der Aufsteiger des Jahrzehnts“, lobte Armin Diel, zusammen mit Joel Payne Chefredakteur des Gault Millau WeinGuides bei der Vorstellung des Werks in Mainz.

Der „Aufsteiger des Jahres“ kommt mit Rainer Schnaitmann aus Württemberg. Die „Entdeckung des Jahres“ haben die Herausgeber in Baden ausgemacht: Hanspeter Ziereisen vom gleichnamigen Weingut in Efringen-Kirchen konnte sich auf Anhieb zwei von fünf Trauben sichern.

Der Ehrentitel „Kollektion des Jahres“ geht an die Mittelmosel an das Weingut J.J. Prüm in Bernkastel-Wehlen. „Sommelier des Jahres“ wurde einer der besten Botschafter des deutschen Weines: Evangelos Pattas vom Restaurant Délice in Stuttgart. „Dem sympathischen Griechen liegen Riesling, Spätburgunder und Sommelier-Nachwuchs sehr am Herzen“ hob Armin Diel hervor.

Andreas Lelke vom Weinhaus Gut Sülz in Königswinter-Oberdollendorf nahm sichtlich überrascht die Ehrung der „Weinkarte des Jahres“ entgegen, die Armin Diel zufolge „in Qualität und Preisgestaltung ihresgleichen sucht“. Unter den rund 7100 Weinen ist mache Entdeckung zu machen. Der Wein Guide hat weit über 150 Spitzenweine heraus gefiltert, die für wenig Geld viel Trinkvergnügen bereitet. Dass die Bewertungen auch über längere Zeit Bestand haben, zeigt die Verkostung „Zehn Jahre danach“, in der die vor einer Dekade getesteten Weine nochmals auf den Prüfstand kommen.

In diesem Jahr ist der Gewinner das Pfälzer Weingut Koehler-Ruprecht mit einem 1996er Kallstadter Saumagen Riesling Auslese trocken „R“, der mit 94 Punkten die bislang höchste Bewertung bei trockenen Weißweinen für sich verbuchen konnte. Der Weinführer dient den Lesern auch als touristisches Nachschlagewerk. Er zeigt dem Reisenden nicht nur den Weg zu den Weingütern, sondern auch zu ausgewählten Hotels und Restaurants (Gault Millau WeinGuide Deutschland 2007, Christian Verlag, München, 29 Euro).

„Bei der Auswahl der prämierten Weingüter liegt mein Augenmerk auf der gesamten Kollektion der Weingüter, nicht auf einzelnen Weinen“, erläuterte Autor Gerhard Eichelmann bei seinem „Weingipfel im Heidelberger Schloss“. Die beste Weißweinkollektion des Jahres hat Eichelmann zufolge das Weingut Josef Leitz aus Rüdesheim im Rheingau vorgelegt. Selbst in dem nicht einfachen Jahrgang 2005 habe Johannes Leitz faszinierende Weine auf die Flasche gebracht. „Seine Weine sind stoffig und elegant, konzentriert und doch filigran, sie vereinen Kraft und Mineralität“, so Gerhard Eichelmann in seiner Laudatio.

Die beste Rotweinkollektion des Jahres hatte für Eichelmann das Weingut Bernhard Huber in Malterdingen im Breisgau. Vor allem mit seinen Spätburgundern fand Bernhard Huber in den vergangenen Jahren bundesweit Beachtung. Den bisherigen „Reserve“ gibt es nun in drei R-Varianten – Bienenberg, Sommerhalde und Wildenstein (eine besondere Parzelle des Bienenbergs), dazu das Große Gewächs aus dem Hecklinger Schlossberg.

„Ein großer roter Burgunder muss immer auch elegant und fein sein und vor allem gut altern können. Dies gelingt niemandem in Deutschland so gut wie Bernhard Huber. Seine Spätburgunder sind rassig und reintönig, füllig und doch filigran“, begründete Gerhard Eichelmann seine Entscheidung. Die Auszeichnung für die beste edelsüße Kollektion des Jahres ging in diesem Jahr an das Weingut Forstmeister Geltz – Zilliken in Saarburg an der Saar. Hans-Joachim Zilliken baut in seinen Weinbergen ausschließlich Riesling an. Der gesamte Ausbau der Weine erfolgt im Holzfass.

„Aufsteiger des Jahres“ wurde das Weingut Wagner-Stempel aus Siefersheim in Rheinhessen. Beim „Wein des Jahres“ fiel Eichelmanns Wahl auf eiden Riesling Auslese trocken „R“ Kallstadter Saumagen vom Weingut Koehler-Ruprecht in Kallstadt.

Dass sein Riesling problemlos altert, ja mit den Jahren immer faszinierender wird, bewies Bernd Philippi bei der Präsentation in Schönmehls Schlossweinstube mit zwei Jahrgängen seines Weines (Eichelmann Deutschlands Weine 2007, Mondo Heidelberg, 29,90 Euro). Heinz Feller

www.gaultmillau.de

info@mondo-heidelberg.de

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