Gastronomie
Marketing-Werkzeug Speise- und Getränkekarten
Ravensburg. Ascona – Ein Eiscafé an der Promenade mit Blick auf den Lago Maggiore. Die Eiskarte bringt den Leser zum Erstaunen: Die Preise für die einzelnen Eisbecher bewegen sich nahezu alle jenseits von 12 Schweizer Franken, gleichzeitig ist die Karte abgegriffen, zerknickt und schmuddelig. Baden-Baden – Die Speisekarte in einer Vitrine vor dem Eingang soll Gäste werben. Aber die Sonne hat die Schrift bleich werden lassen, das Papier ist vergilbt und wellig, eine tote Fliege liegt im Inneren des Glaskastens. Die Visitenkarten zweier gastlicher Häuser?
Nachfrage erzeugen
Speisekarten wird leider allzu oft nicht die Beachtung geschenkt, die sie verdienen. Die auftretenden Fehler sind breit gestreut: zu kleine Schrift, Rechtschreibfehler, lustlose Beschreibungen, sprachliche Kapriolen, überbordendes Angebot, falsches Format, im Angebot mit der Konkurrenz austauschbar, betriebswirtschaftlich zu wenig durchdacht, nicht gepflegt und so weiter.
Und dabei sollen Speise- und Getränkekarten doch verführen, Appetit und Lust machen, den Gast zum Konsum verleiten.
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Oder betriebswirtschaftlich formuliert: Nachfrage erzeugen. Welche zentralen Empfehlungen lassen sich nun zur Visitenkarte, die so viel über einen Betrieb aussagt, geben?
Der erste Eindruck zählt. Machen Sie sich zunächst Gedanken, was Sie auf die Karte setzen. Befragen Sie auch ihre Gäste, was diese sich wünschen. Die Karte muss der Philosophie des Betriebs entsprechen. Selbstverständlich und doch oft nicht eingelöst: Die Karte muss interessant sein, und dem Gast das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen. Die einfache und doch extrem wichtige Erkenntnis, dass das Essensangebot im Zentrum des gastronomischen Wirkens steht, darf im Tagesgeschäft nicht untergehen.
Der Gast geht doch auch in eine Gaststätte, weil er das möchte, was er zu Hause nicht zubereiten kann. Tomatensalat mit Mozzarella als Vorspeise oder Mousse au Chocolat als Dessert zeugen nicht gerade von Einfallsreichtum, und vor allem sind sie auch allzu oft beim Mitbewerber zu finden.


