Management
Mehr Liquidität durch Leasing
Die Finanzierungsform ist auch für Hotels und Restaurants eine Alternative zum Kredit / Keine Lösung für Betriebe in Finanznot
STUTTGART. Über stiefmütterliche Behandlung durch die Kreditwirtschaft klagt das Gastgewerbe seit Jahren. Oft winken Banken und Sparkassen ab, wenn es um Darlehen für Gastronomen geht. Da scheint Leasing eine verlockende Alternative zu sein. Doch ganz so einfach ist es leider nicht.
Diese Erfahrung musste Lorenzo Schmiedke vom Schweizer Hotel an der Glatt in Sulz machen, als er eine neue Telefonanlage leasen wollte: „Der Anlagenbauer erklärte lapidar, man mache mit Hotels generell kein Leasing mehr.“
Das Gegenbeispiel: „Die Ausstattung des La Ola, der Gaststätte im Fußballstadion von Schalke 04, ist komplett über uns geleast“, berichtet Wolfgang Eck, Pressesprecher der Deutschen Leasing AG. Sein Unternehmen bedient viele Kunden aus der Gastronomie. Zugleich lässt Eck keine Zweifel aufkommen an den grundsätzlichen Anforderungen an einen Leasingkunden: „Die Bonität prüfen wir beim Leasing genauso wie die Bank bei einem Kredit“, betont er. Und macht damit deutlich, dass Leasing kaum eine Lösung darstellt für Leute, die finanziell in der Klemme stecken.
Und er nennt gleich noch einen Vorteil des Leasings: „Beim Rating gemäß Basel II werden alle Kredite aufsummiert. Anschaffungen über Leasing werden jedoch nicht mit einbezogen.“ Das bedeutet, dass Güter, die über Leasing bezahlt werden, die Kreditwürdigkeit eines Unternehmens nicht beeinflussen. Somit stehen unter Umständen Kreditreserven für andere Investitionen zur Verfügung.
Unter diesem Gesichtspunkt kann Leasing bei jeder Art von Investition hilfreich sein. Dabei gibt es Felder, auf denen sich Leasinglösungen für alle Unternehmen anbieten. Nämlich überall da, wo es um Produkte geht, die einem raschen technischen Wandel unterliegen, wie beispielsweise Computer. Durch kurzfristige Leasingverträge kann man seine Ausstattung öfter modernisieren als beim Kauf. Darüber hinaus gibt es ganz spezielle Produkte für das Gastgewerbe, bei denen Leasing eine interessante Variante zum Kredit sein kann. So bieten Tisch- und Bettwäscheanbieter teilweise alternativ Miet- und Leasinglösungen an. Der Vertriebsleiter der Augsburger Walter Greif GmbH, Helmut Börner, erläutert die Unterschiede: „Bei der Mietwäsche werden die Mieter aus unserem Wäschepool versorgt. Sie müssen sich an vorhandenes Design und vorgegebene Farben halten. Beim Leasing kann der Kunde seine Wäsche individuell auswählen. Wir kaufen sie dann und stellen sie dem Kunden über Leasing zur Verfügung.“
Für Hoteliers ist es oft schwierig, von ihrer Bank Geld für Zimmereinrichtungen zu erhalten, da Mobiliar für Banken keine verwertbare Sicherheit darstellt. Doch auch hier haben sich Spezialanbieter auf dem Markt etabliert, wie die Firma Uni-Rent-Hotelmöbel in Braunschweig. Das Unternehmen richtet Hotelzimmer komplett ein oder bessert sie auf.
„Es sind meist Pächter, die durch Firmen wie unsere erst die Möglichkeit haben, ihre Zimmer neu auszustatten, da Kredite für Pächter extrem schwer zu bekommen sind“, berichtet der Geschäftsführer Klaus-Michael Staats. Um speziell dieser Klientel entgegenzukommen, verzichtet er sogar auf Kautionen und Anzahlungen. Allerdings können die Uni-Rent-Kunden nur unter vorgegebenen Modellen wählen; ein hinnehmbarer Nachteil, wenn man sonst keine Chance hat, an neue Möbel zu kommen.
Fazit: Leasing ist kein Allheilmittel, auf manchen Gebieten jedoch eine Alternative, die man im Auge behalten sollte.
