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Globale Präsenz: Über das Internet stehen viele Märkte offen. Allerdings müssen einige Regeln beachtet werdenFoto: Colourbox

Management

Mehr Wirkung im Web erzielen

Online-Marketing ist kostengünstig, effektiv und nachhaltig / Homepage als Plattform für Kommunikation mit dem Gast

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2008/16 vom 19. April 2008
von

STUTTGART. Nach zehn Jahren Internet steht fest: Wer nicht drin ist im weltweiten Web, den gibt es nicht. Ohne digitales Informationsangebot kann heute kein erfolgreiches Marketing für gastronomische Dienstleistungen betrieben werden. Ein guter Internetauftritt muss nicht Tausende Euro kosten. Grafischer Schnickschnack und Bewegtbilder, vielleicht noch mit Musik garniert, werden zwar gern von kreativen Agenturen angepriesen, nutzen aber dem Marketing-Ziel eher weniger. Eventuell stören sie sogar.

Selbst ist der Wirt

Es sind heute genügend Systeme und Dienstleister auf dem Markt, die für kleines Budget alles bieten, was ein Unternehmen für erfolgreiches Online-Marketing braucht. Etwas online-erfahrene Gastronomen oder Mitarbeiter kommen mit diesen selbst erklärenden sogenannten Content Management Systemen ohne weiteres zurecht und können die Erstellung und Pflege der Seiten selbst umsetzen. Wenn man dann über eine Internetseite mit Text und Bild über Haus, Team und Angebote verfügt, gilt es, dafür zu sorgen, dass dieses Angebot auch aufgerufen wird. Ziel dabei: Die Homepage zum Dreh- und Angelpunkt der gesamtem Kommunikation mit den Kunden machen.

Außer der Kommunikation der Webadresse in allen gedruckten Werbematerialien steht dabei die Strategie im Vordergrund, das Unternehmen inklusive Webadresse in allen einschlägigen Datenbanken und Informationsportalen einzutragen. Auf kostenpflichtige Dienste muss man nicht zurückgreifen. Es gibt genug Info-Portale, die werbefinanziert sind und die Betriebe, die Informationen über sich dort eintragen, mit offenen Armen empfangen. In Frage kommen Portale, die über gastronomische Angebote informieren oder solche, die eine regionale Ausrichtung haben. Neben den reinen Kontaktdaten können meist noch kurze Beschreibungen oder Fotos veröffentlicht werden und natürlich ein Link auf die eigene Website.

Beim Online-Marketing spielen Suchmaschinen eine entscheidende Rolle. Die Mehrheit der Surfer sucht dort nach praktischen Informationen in unmittelbarer Nachbarschaft, zu über 90 Prozent bei Marktführer Google. Diesen Umstand kann jedes Unternehmen nutzen, um neue Gäste auf sich aufmerksam zu machen. Das Ziel muss dabei sein, bei der Suchabfrage nach bestimmten Begriffen in die ersten zehn Suchergebnisse zu gelangen. Google entscheidet über die Rangfolge nach der Größe der vermuteten Relevanz des Angebots für den Suchenden. Nehmen wir an, Sie hätten ein Restaurant mit dem Namen „Der Turm“ in Neustadt und haben sich auf Wildgerichte spezialisiert. Klar ist: Wenn ein Nutzer nach „Restaurant Turm Neustadt“ sucht, wird er Sie sofort finden. Aber interessanter ist die Frage, was passiert, wenn nach „Wildgerichte Neustadt“ gesucht wird. Denn jetzt besteht die Chance, einen neuen Gast zu gewinnen, jemanden der bisher noch nichts vom Wildangebot im Turm wusste. Google entscheidet über die Position in den Ergebnislisten nach zwei verschiedenen Kriterien, inneren und äußeren.

Schlüsselwörter platzieren

Bei den inneren werden Inhalte ausgewertet, die sich auf Ihrer Website befinden. Bedeutet: Wenn viele aktuelle Inhalte zum Thema „Wild“ vorhanden sind, ziehen die Suchmaschinen daraus den Schluss, dass der Anbieter eine spezielle Kompetenz bei diesem Thema aufweist. Konkret: beschreiben Sie bereits auf der Startseite, dass Sie Wildspezialitäten anbieten; beschreiben Sie Ihr Angebot auf einer Unterseite mit Namen „Wild“ ausführlich (Fleischsorten, Zubereitung, Lieferanten). Wenn eine Weinkarte Teil Ihres Informationsangebotes ist, fügen Sie Empfehlungen zu den Wildgerichten hinzu. Viel hilft hier viel.

Die externen Kriterien sind schwerer zu beeinflussen, denn es geht um die Informationen über ihr Wildangebot auf den Webseiten Dritter. Ein Bericht in der Online-Ausgabe Ihrer Lokalzeitung, ein Hinweis auf Sie in einem Forum, ein Link mit Kurztext in der Referenzliste Ihres Wildlieferanten – all diese Hinweise und Verlinkungen werden von automatischen Programmen erfasst und ausgewertet. Dazu sollte jeder Kontakt mit Medien, Partnern und Kunden genutzt werden, um eine Ihren Suchbegriffen adäquate Verlinkung zu erreichen. Wer wissen will, wo er verlinkt ist, kann nachsehen bei Linkvendor.com/seo-tools/domain-popularity.html

Auch E-Mail-Marketing ist ein kostengünstiger Weg. Allerdings sind ein paar Dinge zu beachten, um sich rechtlich auf der sicheren Seite zu bewegen und bei den Empfängern kein Gefühl der Belästigung zu erzeugen. Es gilt das Prinzip: E-Mail niemals unverlangt zusenden! Deshalb müssen E-Mail-Adressen konsequent gesammelt werden, am besten im Unternehmen selbst. So kann man den Gästen mit der Rechnung einen kleinen Zettel aushändigen, auf dem die Adresse vermerkt werden kann, zusammen mit der Zustimmung, einmal im Monat eine Mail zu erhalten. Oder einmal in der Woche, wenn man die Wochenkarte an Mittagstischler versendet.

Im Unternehmen muss der Prozess der Adress-Verwaltung organisiert werden, die meisten E-Mail-Programme bieten entsprechende Funktionen. Jetzt kommt es nur darauf an, die Texte für den Newsletter zusammenzustellen und für einen getakteten Versand zu sorgen. Stellen Sie sich vor, innerhalb eines Jahres 1000 E-Mail-Adressen zu sammeln. Die Chance, dass die nächste Aktion ausgebucht ist, erscheint ziemlich realistisch.

Noch drei Hinweise zur elektronischen Post. Die Gesetzeslage schreibt die Angabe aller Unternehmensdaten in geschäftlichen E-Mails vor. Name des Geschäftsführers und die UstID dürfen ebenso wenig fehlen wie Kontaktdaten. Achten Sie beim Versand des Newsletters unbedingt darauf, die Empfänger-Adressen versteckt einzufügen (in das Adressfeld BCC), sonst kann jeder Empfänger lesen, wer im Verteiler ist. Zum dritten: E-Mails sollten innerhalb von 24 Stunden beantwortet werden. Die Antwort kann kurz sein, aber noch bestehen bei vielen Anwendern Unsicherheiten, ob eine Mail den Empfänger auch wirklich erreicht hat. Dirk Baranek

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