Betriebspraxis
Mit Fingerabdruck zahlen im Biergarten
Ein weltweit einzigartiges Abrechnungsverfahren sorgt im Biergarten von Thomas Aurich für schnelle Abläufe
HEILBRONN (do). Seit wenigen Tagen können Stammgäste im Biergarten Food Court in Heilbronn ihre Getränke einfach und schnell per Fingerabdruck bezahlen – digiProof –,ein weltweit wohl bislang einmaliges Abrechnungverfahren in der Gastronomie, das auf der Basis biometrischer Daten arbeitet, macht’s möglich (die AHGZ berichtete).
„Unser digiProof-Bezahlsystem wird schon jetzt in der Testphase begeistert angenommen“, berichtet Food-Court-Inhaber Thomas Aurich bei einer Pressekonferenz am 4. August in Heilbronn. Das Bezahlen per Fingerabdruck gehe nicht nur deutlich schneller als herkömmliche Kartenzahlung, sondern bringe auch andere Vorteile: „Wer als Stammgast zu uns kommt, braucht jetzt kein Bargeld und keine Kreditkarte mehr mitzubringen.“ Und so funktioniert das Bezahlen per Fingerabdruck: Stammgäste bestellen ihre Getränke beim Schankkellner, bekommen in einem Display den Rechnungsbetrag angezeigt und zahlen anschließend durch einen einfachen Tipp mit dem Zeigefinger auf einen kleinen blauen Fingerscanner – ohne PIN, ohne Kreditkarte, ohne Unterschrift. Die Scannersoftware liest aus dem Fingerabdruck exakt 24 individuelle Merkmale und erkennt mit praktisch hunderprozentiger Sicherheit, welchem Gast die Rechnung zuzuordnen ist (das Verwechslungsrisiko mit anderen Fingerabdrücken liegt nach Herstellerangaben bei 1:240
Um den Fingertipp-Zahlservice in Heilbronn nutzen zu können, genügt eine einmalige Registrierung unter Angabe der Bankverbindung beim Food-Court-Biergarten. Die Möglichkeit dazu gibt es jedoch aus mehreren Gründen zunächst nur für Stammgäste. Zum einen reduziert Food-Court-Betreiber Thomas Aurich auf diese Weise das Risiko von Zahlungsausfällen, zum anderen stelle der bequeme Service des Fingertipp-Zahlens ganz bewusst auch eine „VIP-Behandlung“ dar und trage so zur Gästebindung bei.
Das Zahlverfahren per Fingerabdruck ist eine Entwicklung der Firma it-werke in Lahr in Zusammenarbeit mit dem Softwareentwickler Xeno-Data in Karlsruhe. Es wird für Hotellerie und Gastronomie exklusiv von der Firma Hoga-Data, Stuttgart, vertrieben. HoGa-Data-Geschäftsführer Rainer Burkhardt betonte in der Pressekonferenz die Vorteile des Zahlsystems auf biometrischer Basis: Überall dort, wo man sich identifizieren muss, ist der Einsatz des biometrischen Lesers zukünftig möglich. Kosten für Kartenleser, Karten und weitere Zugangssoftware entfallen.“
Auch Probleme mit dem Datenschutz sind nach den Worten von it-werke-Geschäftsführer Ulrich M. Kipper nicht zu befürchten: Zum einen handle es sich ja um eine freiwillige Registrierung, zum anderen werde die Missbrauchsmöglichkeit auch dadurch ausgeschlossen, dass in der Datenbank kein kompletter Fingerabdruck, sondern lediglich ein aus dem Abdruck konstruiertes 24-Punkte-Bild hinterlegt sei. „Es ist nicht möglich, auf der Basis dieser 24 Punkte im Nachhinein wieder den kompletten Fingerabdruck zu rekonstruieren.“
Der Food-Court-Biergarten in Heilbronn ist nach dem Vorbild des Hawker Food Courts in Singapur entstanden und macht immer wieder durch ungewöhnliche Aktionen und Premieren von sich reden: Die Rückkehr zum traditionellen Strohalm aus echtem Naturstroh gehört ebenso dazu wie der Wetterschutz für Gäste durch Deutschlands größte Regenmarkise. Für Food-Court-Inhaber Thomas Aurich war deshalb klar: „Für die Erprobungsphase des „digiProof“ gibt’s keinen besseren Ort als unseren kulinarischen Food Court Biergarten.“

