Management & Praxis
Neues Hotel, aber schnell!
Stuttgart. Hotel an Investor zu verkaufen. 1985 komplett renoviert – so und ähnlich begegnen uns Anzeigen in den entsprechenden Rubriken, und eigentlich sollten wir uns wundern. Denn 1985 ist nun 25 Jahre her. Ein Hotel mit einer Einrichtung aus dieser Zeit ist alles andere als komplett renoviert, sondern komplett veraltet.
Was tut ein Hotelier, wenn sein Haus nicht mehr auf dem neuesten Stand ist, wenn sich der Gast in den Bädern mit dem Charme der 80er- oder gar 70er-Jahre „erfreuen“ darf? Er denkt über eine Renovierung nach – vermutlich schon seit geraumer Zeit.
Unterschiede bei Abwicklung
Das eine Problem stellt dabei die Finanzierung der Maßnahme dar und das andere die Frage, von wem soll die Renovierung wie durchgeführt werden. Außer den Handwerksbetrieben vor Ort finden sich in Fachzeitschriften und im Internet reichlich Anbieter für Renovierungen.
Einer dieser zahlreichen Anbieter ist die Firma Tenbrink aus Stadtlohn im Münsterland. Neben den klassischen Leistungen eines Renovierers bieten sie seit Kurzem die von ihnen entwickelte STR-Methode an, mit der das Unternehmen auf die veränderten Anforderungen des Marktes reagieren will.
„Wenn ein Hotelier in Deutschland eine Renovierung einkauft, ist die Qualität der Komponenten durchgängig gut. Unterschiede gibt es allerdings in der Abwicklung. Da kommt es auf das Projektmanagement an, die Projektleitung, die Menge an Zeit, die in der Vorbereitungs- als auch in der Ausführungsphase aufgewendet wird“, sagt Tobias Böing, Tenbrink-Marketingleiter für den Bereich Hoteleinrichtungen auf die Frage, wieso STR entwickelt wurde.
Zeit ist eine wichtige Komponente für den Hotelbetreiber. Wird er während der Renovierung schließen müssen? Wie lange dauert der Umbau und wie viel Belegung geht verloren? Hier geht es um bares Geld, das bei der Kalkulation der Renovierung schwer ins Gewicht fällt. Tenbrink versucht dieses Problem durch die detaillierte Planung und Umsetzung eines sehr ausführlichen Bauzeitenplanes zu lösen, sowie einem flexiblen Personaleinsatz, falls es doch einmal zu Verzögerungen kommen sollte. „Außer der ständigen Projektleitung vor Ort ist die Zusammenarbeit der Gewerke sehr wichtig. Wir arbeiten in Schichten, bei Bedarf mit einer erhöhten Zahl an Mitarbeitern“, führt Tobias Böing aus.
Wer eine umfangreiche Renovierung plant, sollte eine regelrechte Ausschreibung machen. Wünsche und Ziele sollten zusammengestellt, Ideen aus Katalogen, Prospekten und dem Internet gesammelt werden. Dann gilt es, den finanziellen Rahmen abzustecken und Gespräche mit mehreren Anbietern zu führen.
Frage der Zimmerzahl
Es ist festzustellen, dass Tenbrink mit seiner STR-Methode mit Festpreis und garantiertem Übergabetermin im Angebot preislich zunächst über den meisten Anbietern liegt. Insofern stellt sich die Frage, für wen oder unter welchen Voraussetzungen sich die die STR-Methode rechnet.
„Wichtig ist, dass der höhere Preis, der einem zunächst bei der STR-Methode ins Auge springt, durch die kürzere Bauphase und den geringeren Ausfall an Übernachtungen wieder wettgemacht wird“, erläutert Böing. „Diese Rechnung funktioniert jedoch nur bei Häusern mit hoher Zimmerzahl, Auslastung und Rate. Nur so kann der kurzfristige Ausfall von Einnahmen gegengerechnet werden“, fügt Tobias Böing hinzu.
Bei umfangreichen Renovierungen ist es sicher vorteilhaft, einen Betrieb auszuwählen, der möglichst als Generalunternehmer auftritt. So hat man für alle Gewerke einen Ansprechpartner. Ob eine Firma über ein Qualitätsmanagementsystem und eine Zertifizierung verfügt, kann dabei durchaus ein Entscheidungskriterium sein. Es sollte also immer das Gesamtpaket, nicht nur der Preis geprüft werden. Für STR gibt es einen garantierten Festpreis. Dies ist natürlich ein starkes Argument, da einem dadurch unliebsame Kostenüberraschungen erspart bleiben.
Ein weiteres wichtiges Kriterium sind Referenzobjekte, mit denen der Anbieter seine Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen kann. Tenbrink hat seine Methode bisher nur einmal erfolgreich in Frankreich im Marriott Champs-Elysées angewendet. In Deutschland gibt es bedauerlicherweise noch kein fertiggestelltes Objekt. Somit ist die Überprüfbarkeit der angebotenen Leistungen aufwändig.
Fazit: Die Entscheidung zur Renovierung ist der erste wichtige Schritt nach vorn. Danach muss genug Zeit in Planung und Auswahl des Generalunternehmers fließen. Dabei sollte man auf einen erfahrenen Partner setzen, damit die Maßnahme ein voller Erfolg wird.

