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Zuversichtlich: Martin Vorburg weiß bereits heute, wo er nach der Ausbildung einmal arbeiten wird. Sabrina Breß könnte sich einen Arbeitsplatz im deutschsprachigen Ausland vorstellenFoto: Schwittay

Aus- und Weiterbildung

Nur wenige werden übernommen

Hohe Ausbildungszahlen im Gastgewerbe – Weiterbeschäftigung scheitert jedoch oft an den Kosten / Ein Situationsbericht aus Brandenburg

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2006/26 vom 1. Juli 2006
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PRIGNITZ Martin Vorburg schaut bereits heute gelassen in seine berufliche Zukunft. Obwohl sich der 19-Jährige noch im 2. Ausbildungsjahr befindet, weiß er bereits jetzt, wo er einmal einen festen Arbeitsplatz bekommen wird. Durch einen Bekannten im Odenwald kam der Kontakt zum Hotel-Restaurant Burg Hornberg zustande. Wenn er am 8. April 2007 seine Lehre als Koch in einem Steakhouse in der Kurstadt Bad Wilsnack beendet, werden die Koffer für den Umzug bereits gepackt sein.

Allerdings haben nicht alle Auszubildenden in den gastgewerblichen Berufen in der brandenburgischen Prignitz so viel Glück wie Martin Vorburg. Ist die 2- oder 3-jährige Lehrphase erst einmal beendet, haben viele Chefs dem Nachwuchs bereits vorher mitgeteilt, dass es in dem Ausbildungsbetrieb für sie keine Zukunft geben wird. „Das ist für die jungen Menschen meist hart“, so der Kreisvorsitzende im Hotel- und Gaststättenverband, Jürgen Kiefer, „für viele Betriebe aber leider aus wirtschaftlichen Gründen unumgänglich.“ Von den Betreibern wird immer wieder die hohe Kostenbelastung im Lohnbereich als Grund genannt. „Wenn ich für einen Auszubildenden keine Förderung mehr bekomme, muss ich mir überlegen, ob ich überhaupt noch ausbilde“, bringt es Manfred Prietzel vom Hotel Prignitz in der Elbestadt Wittenberge auf den Punkt. Stellvertretend für viele seiner Kollegen vertritt er diesen Standpunkt.

Sabrina Breß wird wahrscheinlich an der Arbeitslosigkeit nicht vorbeikommen. Nach ihrer Ausbildung wird sie erst einmal keinen festen Arbeitsplatz haben. Bereits vor Monaten hat für die Köchin die Suche nach einem neuen Arbeitgeber begonnen. Den Heimatort verlassen, sogar ins deutschsprachige Ausland gehen, das alles ist für Sabrina Breß keine Frage. „Sofort, wenn sich dadurch die Arbeitslosigkeit vermeiden lässt.“ Allein in der Prignitz haben sich derzeit 144 junge Menschen für eine Ausbildung zum Koch entschieden. Im Bereich der Restaurantfachleute sind es 72 Bewerber. Hinzu kommen Hotelfachleute, Fachkräfte im Gastgewerbe, Beiköche, Helfer im Gastgewerbe und Hauswirtschafter, zu denen sich insgesamt 140 junge Menschen ausbilden lassen.

„Wir müssen ausbilden, um Fachkräfte für die Zukunft zu schaffen.“ Lutz Mamerow, Inhaber vom Hotel-Restaurant Deutscher Kaiser in der Kreisstadt Perleberg hat nach der Übernahme des Hauses im Bereich Ausbildung aufgestockt. Zwei Auszubildende wurden sofort eingestellt. Einem 16-Jährigen, der seine Lehre in einem Betrieb auf der Insel Sylt abgebrochen hat, gab der Küchenmeister eine zweite Chance. Den gleichen Standpunkt vertreten auch Bernd und Doreen Christiansen vom Landgasthof Erbkrug in Groß Lüben. Drei Ausbildungsplätze im Service und fünf in der Küche bilden ein breites Aktionsfeld für den kreativen Einsatz des Nachwuchses.

Praxis und Theorie werden von den Auszubildenden unterschiedlich bewertet. In vielen Unternehmen beklagt der Nachwuchs ein zu intensiver Einsatz in Bereichen, die meist von Fachkräften ausgeführt werden müssten. Das Wort „ausnutzen“ wollen dabei die wenigsten aussprechen, sehen so aber vielfach ihre Arbeit. Überstunden, Sonn- und Feiertagsarbeit werden so gut wie nie finanziell abgegolten. Dafür gibt es meist freie Tage. Viele, vom Arbeitsamt vermittelte Auszubildende, wünschen sich einen stärkeren Einsatz der so genannten Stützlehrer.

Und auch diese Variante könnten sich Köche und Restaurantfachleute vorstellen: „Warum sollen im Rahmen der Ausbildung für einen gewissen Zeitraum die Arbeitsplätze nicht einmal getauscht werden?“

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