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Betriebspraxis

Ohne Businessplan und Konzept winkt die Bank nur lustlos ab

Hauptproblem bei Existenzgründern: Fehlende betriebswirtschaftliche Kenntnisse / Beratungskonzept für die Gastronomie

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2006/37 vom 16. September 2006
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BONN Bei Gastronomen mauern die Banken. Und selbst die Brauereien sind vorsichtig geworden. „Wir wollen unsere Darlehen gesichert vergeben“, so Franz Weihrauch von der Krombacher Brauerei. Ohne marktgerechte Konzepte und schlüssige Businesspläne geht nichts mehr. Betriebswirtschaftliche Kompetenz lässt sich aber einfach zukaufen.

Ein Beispiel dafür ist das Konzept GastroKontor, das Brigitte Frank von der Bonner Avance-Betriebsberatung in Kooperation mit der Krombacher Brauerei entwickelt hat. GastroKontor hat sich darüber hinaus bei der Existenzsicherung bestehender Betriebe bewährt.

„Zwei Drittel aller Neugründungen melden in den ersten fünf Jahren Insolvenz an“, sagt Brigitte Frank, die sich auf die Beratung von Gastronomen und Hoteliers spezialisiert hat. „Hauptursachen sind fehlende betriebswirtschaftliche Kenntnisse. Oft machen aber auch die Berater gravierende Fehler. Da wird der Pachtvertrag unterschrieben, ohne dass man sich um Fördermittel bemüht. Hinterher ist es zu spät“, weiß Frank aus langjähriger Erfahrung.

Und umsatzschwache Zeiten hat kaum ein Existenzgründer auf der Agenda. Laut Frank ein weiterer grober Fehler in der Anlaufphase: „Diese Zeiten müssen von Anfang an mit einkalkuliert werden, um nicht in finanzielle Engpässe zu geraten.“

Die gelernte Industriekauffrau war viele Jahre im Vertrieb und im Rechnungswesen tätig. Sie hat die Zusatzqualifizierungen als Bilanzbuchhalterin (IHK), Controller (IHK) und Certified Rating Advisor erworben und in Bonn das Euromanagement-Studium absolviert. Danach war sie fünf Jahre im Präsidium des Bundesverbandes der Bilanzbuchhalter und Controller (BVBC). Ihr Wissen gibt sie seit 1999 mit ihrer Firma Avance Betriebsberatung GmbH weiter.

Gemeinsam mit der Krombacher Brauerei hat Frank das speziell auf die Individualgastronomie zugeschnittene Konzept entwickelt. Es wurde auf Existenzgründer zugeschnitten, kommt aber auch bei der Existenzsicherung bestehender Betriebe zum Einsatz.

„Gastronomen sind zu sehr vom Tagesgeschäft eingenommen und haben kaum Zeit und Lust, sich mit Buchhaltung und Marketing zu beschäftigen“, so Franz Weihrauch von Krombacher. „Der Gastronom muss verschiedene Hüte tragen und verzettelt sich rasch. Wir betrachten uns da als die Feuerwehr für kleine Betriebe mit fünf oder sechs Mitarbeitern.“

Berater gibt es wie Sand am Meer. Aber nur wenige sind auf das Gastgewerbe spezialisiert. „Ein Problem sind unverständliche und zu späte Auswertungen der Betriebsergebnisse“, das kennt Brigitte Frank aus ihrer Beratungspraxis. „Da wird viel zu spät reagiert, wenn etwa die Wareneinsatzquoten aus dem Ruder laufen.“ Überhaupt werden Veränderungen jeglicher Art offensichtlich gescheut. Die meisten wüssten durchaus um ihre Schwachstellen, so Frank, „aber professionelle Hilfe wird nur zögerlich in Anspruch genommen.“ In solchen Fällen greift die Beraterin zu einem Trick. „Die wichtigsten Zahlen sind die geplanten und die Ist-Umsätze. Die Differenz stellen wir mit unserem Gastro-Radar mit roten Balken dar. Die werden dann monatlich verglichen. Zu viele rote Balken bedeuten Gefahr. Dann suchen wir gemeinsam nach Lösungen und Alternativen.“

Auch bei Investitionsplanung und Finanzbedarf leistet GastroKontor Unterstützung. Alle von der Firma erstellten Berichte erfüllen die Anforderungen nach den Kriterien von Basel II. Dadurch sind die Inhaber für das anschließende Bankengespräch entsprechend gewappnet. Auf Wunsch begleiten Brigitte Frank und ihre Partner den Gastronomen auch dabei.

Um bundesweit agieren zu können, steht für das Beratungskonzept ein Netzwerk spezifisch geschulter und lizenzierter Partner zur Verfügung. „Alle sind erfahrene Bilanzbuchhalter oder Controller und BVBC-Mitglieder“, erläutert Frank.

Jeder Beratungswillige kann sich den Partner seines Vertrauens aussuchen. Die Kosten für die Beratung bewegen sich im verträglichen Rahmen: Der Tagessatz für eine Gründungsberatung beträgt 640 Euro. Für die Verbuchung der Geschäftsbelege werden je nach Land- oder Stadtgebiet gestaffelt monatliche Gebühren von 110 beziehungsweise 85 Euro bei 100.000 Euro Jahresumsatz berechnet.

info@avance-controlling.de

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