Ruhm und Ehre für frische Ideen
Innovationspreis würdigt Produkte aus den Bereichen Food, Technik und Ausstattung / Drei Sieger, ein Sonderpreis
Stuttgart. Mobil bewirten mit einer wandlungsfähigen Bar, per iPad aufs Kassensystem zugreifen, Serviettenfalten ohne Personal oder auch glutenfreie Backwaren servieren – Ideen wie diese sind es, die den gastronomischen Alltag erleichtern, Zusatzgeschäfte ermöglichen oder Alleinstellungsmerkmale schaffen. Doch dazu bedarf es passender Produkte – Innovationen, die die Messe Stuttgart, der DEHOGA Baden-Württemberg und die AHGZ bereits seit dem Jahr 2000 jährlich mit dem Intergastra-Innovationspreis (vormals Gastro-Innovationspreis) auszeichnen.
Fundgrube für Neues
Auch diesmal kann sich der Teilnehmerkreis sehen lassen, allen voran die drei siegreichen Unternehmen Bars24 aus Essen, die Orderbird AG aus Berlin, der österreichische Backwarenhersteller Resch&Frisch sowie die Rofobox GmbH aus Kornwestheim, für die es einen Sonderpreis gab. Sie werden zur Messeeröffnung am Samstag, den 11. Februar, für ihre herausragenden Innovationen mit dem diesjährigen Intergastra-Innovationspreis geehrt. „Auch die siebte Auflage des renommierten Preises ist wieder eine Fundgrube für Innovationen“ so der Jury-Vorsitzende, Professor Karl Heinz Hänssler.
Was zeichnet die Neuheiten im Detail aus? Bars24 hat ein LED-beleuchtetes, modulares und mobiles Barsystem zur Präsentation und Ausgabe von Speisen und Getränken ins Rennen geschickt, genannt „Catering Star“. Das Besondere daran: Die Arbeitsplatte jedes Moduls kann im Handumdrehen ausgewechselt werden, die Aussparungen sind für alle GN-Behälter genormt. So kann ,,Catering Star“ wahlweise als Buffet mit eingelassenen Chafing Dishes, bei einer Cocktail Convention mit Eiswannen oder bei einem Kochevent mit rutschfesten Schneidebrettern zum Einsatz kommen.
Arbeitserleichterung und Wirtschaftlichkeit verspricht die Innovation der Orderbird AG. Das Unternehmen hat ein vollständiges, autarkes und preiswertes Kassensystem als App für Apples iOS Devices entwickelt – also für das iPhone, das iPad und den iPod Touch. Ein Kassensystem für die Gastronomie, welches nach Auskunft des Unternehmens dank der Integration aller relevanten Prozesse und der Verwendung mobiler Apple-Hardware deutlich günstiger, effizienter und professioneller arbeitet als vergleichbare Systeme. Der Gast, der Kellner, die Küche und der Geschäftsführer werden an eine einzige Plattform, das Orderbird-Kassensystem, angebunden. Grundsätzlich läuft jedes Gerät autark, ohne Internet und ohne Server. Sowohl der Zusammenschluss als Verbund sowie die Anbindung an ein zentrales Online-Dashboard sind optional möglich. Der Gastronom ist in der Lage seine Daten – also zum Beispiel Speisekarte oder Buchhaltung – selbst zu verwalten.
Knuspriges für alle
Auch der Backwarenspezialist Resch&Frisch hat ein gängiges Problem gelöst. Jeder Gastgeber kennt diese Situation: Regelmäßig ist unter den Gästen einer, der empfindlich auf Allergene reagiert und deshalb nach glutenfreien Backwaren fragt. Da sollte man am besten eine Lösung parat haben – und zwar eine, die schmeckt. Backwaren, Süßspeisen und Snacks gibt es von Resch&Frisch deshalb in verschiedenen Varianten ohne Gluten. Die neuen Produkte werden nach Angaben des österreichischen Unternehmens in einer getrennten Produktionsstätte mit glutenfreier Weizenstärke hergestellt und durch Tiefkühlung haltbar gemacht. Produktsicherheit wird dadurch gewährleistet, dass die Backwaren einzeln in einer backfähigen Folie verpackt sind. Sie können bei Bedarf samt Folie im Resch&Frisch-Ofen fertiggebacken und in der Verpackung serviert werden. „Die Gäste nehmen das Produkt selbst aus der verschlossenen Folie und haben damit absolute Gewähr, dass keine Allergene vorhanden sind“, heißt es bei dem Hersteller.
Einen Sonderpreis vergab die Jury an die Rofobox GmbH in Kornwestheim, deren Gründer Kartal Can zusammen mit Oliver Martin und Dieter Faude die erste Hightech-Serviettenfaltmaschine der Welt entwickelt hat. Der Prototyp dieses Roboters steht derzeit im Estrel in Berlin. Die Serviettenfaltmaschine besteht aus drei Komponenten, einer Bestückungseinheit, einer Robotereinheit zum Falten der Servietten und einer Lagereinheit zur Lagerung der gefalteten Servietten. Im Estrel hat das Gerät bereits seine Feuertaufe bestanden, was die Grundlage für das erste Serienmodell war. Zurzeit faltet die Maschine acht verschiedene Serviettenformen. Der durchschnittliche Ausstoß liegt laut Hersteller bei etwa 500.000 gefalteten Servietten pro Jahr. Das Spektakuläre der Neuentwicklung: Mit sogenannten „biegeschlaffen Werkstoffen“, die zum Einsatz kamen, gibt es in der Robotertechnologie bislang so gut wie keine Erfahrung. Deshalb brauchten die Entwickler drei Jahre, bis der Prototyp fertig war. Die Jury entschloss sich, einen Sonderpreis zu vergeben, weil diese Technik zwar nicht für die vielen kleinen und mittleren Betriebe des Gastgewerbes, wohl aber für große Hotels eine interessante Möglichkeit sein kann, die Kosten zu senken.
Für den Intergastra-Innovations-Preis 2012 hatten sich wieder zahlreiche Kandidaten beworben. Insgesamt gingen 64 Einsendungen bei der Jury ein. Zehn Unternehmen schafften es in die engere Auswahl. Die Fachjury tagte unter dem Vorsitz von Professor Karl-Heinz Hänssler, Rektor der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Ravensburg. mel/ai


