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Seniorenteller aufs Altenteil

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2009/24 vom 13. Juni 2009

STUTTGART. Optimaler und besserer Service für ältere Gäste – das ist das Ziel einer Zusammenarbeit zwischen DEHOGA Baden-Württemberg und dem Landesseniorenrat (LSR). Im Mittelpunkt steht dabei ein Katalog gemeinsam erarbeiteter Qualitätsstandards, die Hotels und Gaststätten helfen sollen, sich optimal auf die boomende Zielgruppe der über 60-Jährigen einzustellen.

Für Baden-Württembergs DEHOGA-Präsident Peter Schmid liegt der Nutzen auf der Hand: „Ältere Gäste sind schon jetzt eine wichtige Gruppe für Gastronomie und Hotellerie. Der Anteil der über 60-Jährigen in Baden-Württemberg liegt bereits heute bei 24 Prozent und wird bis zum Jahr 2030 auf 35 Prozent wachsen.“

Ältere Menschen seien heute nicht nur gesünder und aktiver als in früheren Jahrzehnten, sondern verfügten auch über beachtliche Kaufkraft. „Für Gastronomen und Hoteliers lohnt es sich also, sich auf die Bedürfnisse älterer Gäste bewusst einzustellen“, so Schmids Überzeugung.

Konkrete Anregungen

Bei dem gemeinsamen Katalog handelt es sich um Ideen und Vorschläge, die in vielen Fällen ohne aufwändige Investitionen umsetzbar sind. Auch Fingerspitzengefühl ist beim Umgang mit älteren Gästen gefragt. „Ein Seniorenteller auf der Speisekarte reicht nicht aus, zumal dieses Wort auf viele Gäste eher abschreckend wirkt“, so Roland Sing vom LSR.Vielmehr lohne es sich, die Dienstleistungskette im gastronomischen Betrieb kritisch aus dem Blickwinkel älterer Gäste zu analysieren: Ist die Speisekarte problemlos lesbar? Sind Beschriftungen im Haus ausreichend groß und leserlich, gibt es an allen Treppen Handläufe und sind alle Wege für Menschen mit eingeschränkter Gehfähigkeit geeignet? „Viele ältere Gäste schätzen es, wenn Gerichte auch in kleineren Portionen angeboten werden“, weiß Sing. Auch kulinarische Angebote für Diabetiker werden immer häufiger nachgefragt.

Bei den Hotelzimmern lohne es sich ebenfalls, die Bedürfnisse von Senioren im Blick zu haben, verkünden DEHOGA Baden-Württemberg und Landesseniorenrat unisono: Haltegriffe in Bad und Dusche, ausreichend hohe Betten und helle, lesefreundliche Nachttisch-Lampen sind gute Beispiele für eine altersgemäße Ausstattung. Das Angebot, Gäste am Bahnhof abzuholen, werde laut Sing außerdem geschätzt.

Herz ist Trumpf

„Freundliche, hilfsbereite Mitarbeiter, die älteren Gästen das Gefühl geben, herzlich willkommen zu sein, sind das A und O für jeden gastronomischen Betrieb, der die Chancen des demografischen Wandels nutzen möchte“, so das Fazit von DEHOGA-Präsident Schmid. Die Bedeutung des „Faktors Mensch“ habe dabei im Gastgewerbe übergeordnete Bedeutung.

Die Qualitätsstandards für den Umgang mit älteren Gästen können Gastronomen und Hoteliers bei der Gesellschaft zur Förderung des Tourismus (GFT) unter der Telefonnummer 0711 6198870 oder per E-Mail an info@gftmbh.de anfordern.



www.dehogabw.de

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