Management & Praxis
Sicherheit mit System
Hotelgäste wollen vor Diebstahl und Unfällen geschützt sein. Jetzt gibt es einen neuen Standardfür Sicherheit im Hotel
STUTTGART. Sicherheit in Hotels ist ein Thema, über das nicht gern geredet wird: Gäste setzen Sicherheit voraus. Und Hoteliers haben verständlicherweise wenig Interesse, dass Sicherheitsfragen öffentlich diskutiert werden. Über den Stand der Sicherheit und etwaige Defizite ist deshalb wenig bekannt. Umso wichtiger, dass jetzt ein Standard für Sicherheitsmaßnahmen in Hotels erarbeitet wurde.
Auf die Brisanz des Themas gibt lediglich eine Zahl aus der deutschen Kriminalstatistik einen Hinweis: Jährlich ereignen sich rund 70.000 Diebstähle allein in deutschen Hotels, Gaststätten und Pensionen – zum Schaden des Gastes, aber auch des jeweiligen Unternehmens.
Außer juristischen oder finanziellen Folgen nimmt bei Zwischenfällen möglicherweise auch der Ruf des Hauses Schaden. Die Frage der Vermeidbarkeit von Vorkommnissen stellen nicht nur die betroffenen Gäste oder bei größeren Vorfällen die Öffentlichkeit, sondern ebenso etwaige Anspruchsteller oder Versicherungen. Der Tüv Rheinland hat jetzt gemeinsam mit dem in Köln ansässigen Sicherheitsdienstleister Tueg Schillings GmbH erstmals einen Standard für „Hotel Safety & Security“ entwickelt. Dieser Standard zielt darauf ab, die Sicherheit im Hotel sowie die Fragen des persönlichen Schutzes von Gästen systematisch auf das höchstmögliche Niveau zu heben. Dadurch werden Risiken für Hotel und Gäste minimiert. Der Standard für Hotel Safety & Security umfasst Kriterien aus allen Bereichen des Hotelbetriebs: Sicherheitsphilosophie, Managementstrukturen, Mitarbeiterqualifikation und -schulung, die Installation und Arbeit eines Sicherheitsteams im Hotel, Gebäudesicherheit und Gebäudezutritt einschließlich der Kontrolle von Personal, Fremdfirmen und Zulieferern, Schlüssel- und Ausweisverwaltung, Computersicherheit, Unfallsicherheit, Fluchtwege und Alarmsystem, Erste-Hilfe und ärztliche Einrichtungen, Aufzüge sowie die Vorlage gültiger Prüfnachweise für gebäudetechnische Anlagen wie zum Beispiel die Lüftung, Brandmelde- und Brandschutzsysteme. Besondere Anforderungen sind außerdem bei Gästen mit erhöhtem Schutzbedarf zu erfüllen.
Eine freiwillige und unabhängige Prüfung sowie anschließende Zertifizierung durch den Tüv Rheinland nach dem neuen Standard hat für Hotels verschiedene interne und externe Effekte: Das Sicherheitsmanagement im Haus wird möglicherweise weiter optimiert, gleichzeitig wird das Personal für Sicherheitsfragen zusätzlich sensibilisiert.
Unternehmerische Risiken lassen sich dadurch verringern. Die Zertifizierung macht darüber hinaus auch im Wettbewerb und gegenüber Gästen deutlich, dass das Hotel Sicherheitsfragen sehr ernst nimmt und aktiv
präventive Maßnahmen für bestmögliche Sicherheit ergreift.
Der Autor ist Berater für Sicherheitsmanagement-Systeme
www.tueg-security.de