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Kenner trinken Württemberger: (von links) Alexander Hess (Ketschauer Hof, Deidesheim), Jürgen Sperber (Hotel Sperber, Abstatt) und Joachim Kaiser (Meyer’s Keller, Nördlingen) am Stand der Prädikatsweingüter

Kulinarium

Treff der Wein-Nasen

ProWein: Gute Stimmung und viele Fachbesucher aus Gastronomie und Hotellerie

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2008/13 vom 22. März 2008
von

DÜSSELDORF. Dass die hohen Riesling-Qualitäten aus dem Jahrgang 2007 knapp werden könnten, diese Befürchtungen hört man beim Rundgang auf der ProWein immer öfter. „Deshalb heißt es, sich rechtzeitig und ausreichend sich mit ihnen einzudecken“, bringt es Hans-Stefan Steinheuer (Steinheuers Restaurant Bad Neuenahr) im Gespräch mit der AHGZ auf den Punkt.

Trends im Blick

Für Steinheuer ist die ProWein eine wichtige Messe um sich über die neuesten Kollektionen oder Trends zu informieren. Die hohe Zahl an Gastronomen, Sommeliers und Restaurantfachleute auf der ProWein 2008 war nicht zu übersehen. Gastronomen wie Wolfgang Dubs (Rôtisserie Dubs, Rheindürkheim), Dieter Kettermann (Hotel Bären, Bernkastel-Kues), Martin Scharff (Wartenberger Mühle) oder Stefan Rottner (Gasthaus Rottner, Nürnberg), die bei der Messe gesichtet wurden, nutzen die ProWein um ihre „auf Schwächen hin abzuklopfen und gegebenenfalls zu modifizieren“.

Rottner, der gerne fränkische Spezialitäten wie von Muttern serviert, erwartet vom Besuch der ProWein „wichtige Erkenntnisse über internationale Weine, die ich aufnehmen könnte“. Andreas Gerlach aus dem Restaurant Tandreas in Gießen (Sein Motto: „Gutes verbinden und mit Fingerspitzengefühl verfeinern“), tut sich bei der rheinhessischen Gruppe „Message in a Bottle“ um, wo er sich ein Bild über deren Weine macht. Er braucht gute Tropfen für ein vinologisch-kulinarisches Event in Nordhessen. „Nachher gehe ich noch zu Gutzler (Gundheim), von dessen Weinen bin ich begeistert“, so der Jeunes Restaurateur.

Deutschland glänzte auf der ProWein nicht nur mit seinen Rieslingweinen, sondern auch mit international konkurrenzfähigen Rotweinen. „Zum ersten Mal werden jetzt auch die hochwertigen Spätburgunder in den USA platziert, die Nachfrage nach deutschen Rotweinen zieht spürbar an“, freut sich Spätburgunder-Winzer Markus Molitor von der Mosel.

Beim Gros der Besucher standen indessen die weißen deutschen Rebsortenklassiker Riesling, Silvaner, Weiß- und Grauburgunder, aber auch edelsüße Spezialitäten im Mittelpunkt des persönlichen Interesses.

„Produkte, die den Winzern auch in einem größer werdenden Europa so leicht keiner nachmacht“, findet AHGZ-Kolumnist Jürgen Sperber (Hotel Sperber, Abstatt). Sperber, dessen Frau eine geborene Dornfeld ist – zu Ehren von Emmanuel Dornfeld wurde die Weinsberger Neuzüchtung Dornfelder benannt – verkostet gemeinsam mit seinen Kollegen Joachim Kaiser (Gasthaus Meyer’s Keller, Nördlingen) und Alexander Hess (Ketschauer Hof, Deidesheim) im VDP-Bereich diverse Rieslinge aus dem Rheingau, aus Franken und von der Mosel. „Den Dornfelder lasse ich – aus Marketinggründen natürlich völlig irrsinnig – eher links liegen“, sagt Sperber schmunzelnd.

Joachim Kaiser („Ich bin gerne Gast und deshalb gerne Wirt“), war es wichtig, auf der Messe Freunde zu treffen „und abzuchecken, wo eventuell noch Schwächen auf meiner Weinkarte zu finden sind“. Mit dem aktuellen Jahrgang 2007 können, seinen Worten zufolge, die deutschen Winzer beim internationalen Publikum weiter punkten. „Sie haben die Gelegenheit, sich weltweit adäquat vorzustellen und international zu messen, clever genutzt.“ Nach Ansicht von Nils Potthast (Vorstandskoch bei Volkswagen, Wolfsburg) ist es aber noch zu früh, sich ein umfassendes Geschmacksbild über die Qualität des 2007ers zu machen. Ihn treffen wir bei einer Verkostung spanischer und portugiesischer Weine. („Ich brauche diese Weine für spezielle Veranstaltungen“).

Jahrgang 2007 ist gelungen

„Fast alle VDP-Betriebe werden erst zur Mainzer Weinbörse ihre gesamte Riesling-Kollektion vorstellen, und auch Spitzenwinzer außerhalb des Elitezirkels sind hier mit ihren neuen Gewächsen, ab Spätlese aufwärts, noch etwas zurückhaltend“, so Potthast.

Doch so viel vorweg: Der Jahrgang bietet beste Qualität durch alle Prädikatsstufen: von einfachen, erfrischenden Gutsweinen über finessenreiche Kabinett-Qualitäten und saftige, elegante Spätlesen bis zu den edelsüßen Spezialitäten. Die „Großen Gewächse“, über die sich die VDP-Betriebe immer mehr definieren, kommen erst ein Jahr später in den Handel.

Zum Schluss läuft uns noch Christian F. Grainer (Christians Restaurant, Kirchdorf) über den Weg. Der urige Jeune Restaurateur, der auf seinen Holzofenherd schwört, und die Ente zu seinen Favoriten zählt, macht den weiten Weg von Bayern nach NRW nur um Freunde zu treffen, „Am ist mein Interesse heute eher schwach ausgeprägt“, bekennt er. Heinz Feller

www.prowein.de

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