Anzeige

AHGZ - Das Fachportal für Hotellerie und Gastronomie

Anzeige

Management

Überflüssige Kosten vermeiden

Die Energiekontrolle ist eine der wichtigsten Management-Aufgaben / Verbrauch lässt sich um bis zu 20 Prozent reduzieren / Kompetenz von Beratern kritisch prüfen

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2006/42 vom 21. Oktober 2006
von

STUTTGART. „So eine Anlage haben wir bereits“. Einen solchen Satz bekommt man nicht selten zu hören, wenn man Hoteliers auf das Thema Energie-Management anspricht. Der Begriff wird häufig missverstanden. Energie-Management meint organisatorische Maßnahmen im Zusammenhang mit der Beschaffung und dem Verbrauch von Energie und Wasser. Ziel ist es, diesen Bereich so zu organisieren, dass unnötige Kosten vermieden werden.

Grundlage für ein erfolgreiches Energie-Management ist ein regelmäßiges Energie-Controlling. Es versucht, den Energieverbrauch mit Kennzahlen zu beurteilen.

Einsparpotenzial ermitteln

Bei der Einführung eines regelmäßigen Energie-Controllings wird gelegentlich gefragt: „Was kann ich einsparen?“ Diese Frage kann man erst beantworten, wenn Verbrauchsdaten über einen längeren Zeitraum erfasst wurden. In einem Benchmarking mit ähnlichen Objekten kann dann abgeschätzt werden, ob und in welchen Bereichen Einsparpotenzial vorhanden ist. Dies ermöglicht dann eine gezielte Suche.

In der Praxis stellt man oft fest, dass beispielsweise große Lüftungs- und Klimaanlagen lange Betriebszeiten haben, obwohl die Nutzungszeiten der versorgten Bereiche kürzer sind. Dies verbraucht unnötige Elektro- und Wärmeenergie, die Anlagen nutzen sich verstärkt ab, und Luftfilter müssen häufiger gewechselt werden.

Minibars sind oft unterschätzte Stromverbraucher im Hotel. Ein überhöhter Stromverbrauch entsteht durch fehlerhaften Einbau in Möbel, durch unnötig niedrig eingestellte Temperatur und Vereisung. Der Einsatz von Energiesparlampen reduziert in Bereichen mit langen Betriebszeiten den Stromverbrauch wirksam.

Durch Optimierung der genannten Punkte kann der jährliche Energieverbrauch oft um 10 bis 20 Prozent reduziert werden. Allein eine nach Betriebsschluss nicht regelmäßig abgeschaltete Lüftungsanlage der Küche eines Kunden verursachte einen jährlichen Mehrverbrauch von 10.000 Kilowattstunden.

Aber auch wenn sich kein Einsparpotenzial zeigen sollte, was selten der Fall ist, ist ein Energie-Controlling sinnvoll. Durch die regelmäßige Beobachtung der Kennwerte werden Veränderungen im Verbrauch frühzeitig erkannt. Häufig führen kleine Defekte oder Fehlfunktionen von technischen Anlagen zu Verbrauchssteigerungen. Mit einem Energie-Controlling wird dies rasch erkannt. Die Ursachen können gesucht und beseitigt werden, bevor hohe Kosten entstehen. Sei es eine automatische Bewässerungsanlage, die unbemerkt unnötig und übermäßig bewässert, zeitweise undicht schließende Toilettenspülkästen, welche das teure Nass direkt in die Kanalisation leiten, ein Regelventil am Heizregister einer Klimaanlage, das plötzlich der Kühlung entgegenwirkt oder Ähnliches.

Zu einem wichtigen und schwierigen Thema hat sich die Energiebeschaffung im liberalisierten Markt entwickelt. Dies gilt bisher für die Strom- und bald vermutlich auch für die Gasversorgung. Da ein Markt mit Wettbewerb entstanden ist, muss wie bei anderen Einkäufen nach preiswerten Angeboten gesucht werden.

Die Vielfalt der Angebotsvarianten der Versorger macht eine Beurteilung der Angebote schwer. Oft ist, was günstig erscheint, doch nicht wirklich günstig. Hinzu kommt, dass meist Entscheidungsdruck durch eine nur kurze Gültigkeit des Angebots erzeugt wird. Wer kann sich schon innerhalb weniger Tage Gegenangebote zum Vergleich beschaffen?

Hier hilft nur eine rechtzeitige Ausschreibung des Stromlieferbedarfs mit klaren Vorgaben zum Angebot einschließlich Abgabetermin und Gültigkeitsdauer, bevor vom gegenwärtigen Versorger ein Angebot mit kurzer Gültigkeitsdauer eingeht.

Wachsender Kostenfaktor

Steigende Energiepreise und fortschreitende Liberalisierung der Energiemärkte erfordern eine immer intensivere Bearbeitung der Thematik und wachsende Initiative der Hoteliers, um den Bereich Energie gut zu managen und die Kosten unter Kontrolle zu halten. In manchen Hotels machen die Energie- und Wasserkosten bereits 10 Euro und mehr je Übernachtung aus. Mit steigender Tendenz. Diese Situation hat sicher auch den DEHOGA zum Start seiner Energiekampagne Gastgewerbe veranlasst.

Eine individuelle Betreuung und Unterstützung findet der Hotelier bei entsprechenden Beratern. Bei der Auswahl ist jedoch Vorsicht geboten. Berater sollten eine entsprechende technische Qualifikation, ausgeprägte Erfahrungen mit technischen Themen in der Hotellerie und verlässliche Vergleichsdaten zum Benchmarking vorweisen können. Gerhard Petersen

www.energiekampagne-gastgewerbe.de

petersen@autark-fm.de

Kommentieren Drucken
Auch interessant

Fragen Sie Cornelia Kausch

Haben Sie auch Fragen? Senden Sie diese an: kolumne@matthaes. mehr...

Weitere Artikel aus Management und Praxis vom 21.10.2006 :

Sales & Marketing: Fragen Sie Cornelia Kausch (21.10.2006)
Recht: AGB übersetzen lassen (21.10.2006)
Hotel-Distribution heute (2): Geschäftsreisende gekonnt erreichen (21.10.2006)
Sales & Marketing: Von Amadeus bis Galileo (21.10.2006)
Kulinarium: Über den Tellerrand (21.10.2006)
Recht: Reservierungen genau prüfen (21.10.2006)
Management: Mehr Liquidität durch Leasing (21.10.2006)
Recht: Steuertipp der Woche (21.10.2006)
Recht: Gäste nicht verunsichern (21.10.2006)
Kulinarium: Glaubens Küchen-Tipp (21.10.2006)

Diesen Artikel bei Google+, Xing, Twitter oder Facebook weiterempfehlen:

Bisher keine Leser-Kommentare zum Artikel