Kulinarium
Vielschichtig und elegant
Das Consorzio Vino Brunello di Montalcino tourt durch Deutschland / Nächste Station ist Hamburg
FRANKFURT/M. Der Brunello di Montalcino ist zurzeit Gast in Deutschland. Ein Land, das die Brunello-Erzeuger gern besuchen, so Stefano Campatelli, Direktor des Consorzio Vino Brunello di Montalcino. „Nicht nur weil er dort immer wieder auf interessierte Experten und Weingourmets trifft, sondern auch deshalb, weil Deutschland rund zehn Prozent der Gesamtproduktion abnimmt“, weiß Campatelli. Damit gehöre Deutschland zu einem der wichtigsten Märkte des Grande Signore der italienischen Weine. Die Qualitätspyramide schafft für den Einkäufer eine klare Übersicht: An der Spitze stehen die Riservas, die erst ein Jahr nach den „normalen“ Brunellos vorgestellt werden und oft mit einem Lagennamen versehen sind. Sozusagen ein Drittwein ist der Rosso di Montalcino, der von den gleichen Rebflächen wie der Brunello stammt. Im Gegensatz zu seinem großen Bruder ist der Rosso ein Wein, der die Vorzüge von jugendlicher Frucht und Frische vereint. Er spielt wegen der großen Nachfrage für Brunello di Montalcino bei den meisten guten Erzeugern aber keine große Rolle mehr.
Der seriöse Rahmen des Steigenberger Hotels Frankfurter Hof bot Gelegenheit, zum einen die Rosso di Montalcino des Jahrgangs 2005 zu verkosten, die den Weinkeller gerade erst verlassen haben, aber auch den Brunello di Montalcino 2002 und den Brunello Riserva 2001. 2002 ist ein Jahrgang, der in der Toskana allgemein als schwach gilt. So war es nicht verwunderlich, dass viele Brunellos aus diesem Jahrgang etwas „dünn“ daher kamen. Außerdem gab es sehr wenige Weine. Dies ist bei manchem Erzeuger darauf zurückzuführen, dass er im Jahrgang 2002 keinen Brunello erzeugt hat.
Der „gute Brunello“ aus diesem Jahr ist das Ergebnis einer intensiven Auslese im Weinberg und Keller. Nur die gesunden und vollreifen Trauben kamen in die Weinkeller. Nach fünf Jahren der Reifung präsentierte er sich in Frankfurt mit verhaltenem Duft und zum Teil eleganten Aromen. Die Vielschichtigkeit vergangener Jahrgänge fehlte. Manche zeigten dennoch einen schönen Körper und eine angenehme verhaltene Tanninstruktur.
2001 war ein gutes Jahr, allerdings nicht ganz so gut wie von vielen Weinjournalisten erwartet. Bei nicht wenigen Weingütern haben uns die 2000er besser gefallen, von 1999 oder 1997 ganz zu schweigen. Der Brunello Riserva 2001 zeigt vielschichtige Aromen und Düfte. Am Gaumen überzeugte er mit einem gut strukturierten Körper und ausgeprägten Tanninen. Manche Weine aus tieferen Lagen sind 2001 recht üppig und füllig ausgefallen und sollten vielleicht besser nicht allzu lange gelagert werden. Der Rosso aus 2005 ist das Ergebnis einer Lese von hoher Qualität (ähnlich wie 2004). Bei guten Erzeugern entstand ein Wein, der fruchtig-frische Noten und einen harmonischen und dichten Körper zeigte. Durch sein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis positioniert er sich sehr überzeugend in der Gastronomie, wo er auch glasweise ausgeschenkt wird.
Die letzte Gelegenheit, die Brunellos in Deutschland selber zu verkosten, ist am 19. April 2007 zwischen 18 und 22 Uhr in Hamburg. An diesem Tag werden 45 Geschäfte im Neuen Wall in Hamburg zum Schauplatz für den italienischen Spitzenwein. 45 Winzer stellen in den Geschäften der Shoppingmeile in Hamburg ihre Brunellos persönlich vor. Heinz Feller
www.consorziobrunellodimontalcino.it