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Zum Schmökern

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2010/35 vom 28. August 2010

Warum gab es im Mittelalter Pasteten in der Größe eines Wagenrades? Nicht nur diese Frage klärt Autorin Andrea Schmoll im Laufe von 150 originell und kurzweilig gestalteten Hörminuten. Gastrosophie und Lebensfreude(Verlag Steinbach-Sprechende Bücher, 16,99 Euro) ist eine bunte Entdeckungsreise durch fünf Jahrhunderte, die munter, musikalisch untermalt von Salonmusik, von Speise und Tafelgepflogenheiten, Genüssen und Küchenlegenden erzählt. Und so manche Sitte aus vergangenen Zeiten lässt sich vielleicht heute wiederbeleben. Die Größe mittelalterlicher Pasteten lag übrigens in der Tatsache begründet, dass ein Hofzwerg solange in ihr Platz finden musste, bis er zur allgemeinen Unterhaltung seinem Versteck entsprang. bw

Etwas Sinn für alte Märchen sollte man schon mitbringen, ein bisschen Fantasie und die Bereitschaft, Dinge mal aus ganz anderer Perspektive zu sehen: In Zwerge versetzen Berge(Knaur Verlag, 18 Euro) liefert Marco von Münchhausen eine Geschichte rund um sieben Regeln für erfolgreiches Lebensmanagement. In der Hauptrolle die sieben Zwerge, die, mittlerweile schon uralt geworden, auch heute noch hinter den sieben Bergen leben. Auf sie trifft der in Finanznöte geratene Prinz Hubertus, Nachfahre von Schneewittchen. Eine Woche lang lernt er etwas über alte Weisheiten, die nichts an Aktualität verloren haben: Bodenhaftung, Neugier, Solidarität zum Beispiel. Eine simple Geschichte, doch manchmal liegen in der Einfachheit große Erkenntnisse. bw

Etwas Zertreuung gefällig? Blättern und bestaunen, Kunst und Kulinarisches gleichzeitig genießen: Arte in Cucina(Verlag Gerstenberg, 19,95 Euro) macht’s möglich. Wiebke van der Scheer und Margré Mijer stellen 33 Künstler einer Amsterdamer Galerie, ihre Gemälde und Lieblingsrezepte vor. Infos zu den Künstlern fehlen zwar, dafür machen ihre Zitate neben den Rezepten klar, wie eng Kunst und Kochen zusammenhängen: „Malen ist wie die Zubereitung eines Gerichts, bei dem man das Rezept noch beim Kochen erfinden muss.“ Das wird der eine oder andere kreative Gastronom doch gerne bestätigen! bw

Ein Betriebsrat im eigenen Unternehmen ist gerade Mittelständlern nicht immer geheuer. Gibt es Probleme mit einzelnen Mitgliedern dieses Gremiums, genießen diese einen besonderen Kündigungsschutz. Helmut Naujoks, Anwalt und spezialisiert auf Arbeitsrecht, setzt sich mit der Rechtslage im Schwarzbuch Betriebsrat (Verlag Management&Karriere, 49 Euro) kritisch auseinander. Er hat Fälle im Blick, in denen Unternehmen Betriebsräte aus unterschiedlichen Gründen entlassen wollen, und dazu Gerichtsurteile zusammengestellt. Beispiele zeigen, dass Arbeitsrichter bei Fehlverhalten eines Betriebsrats dessen Kündigung doch zustimmen. Für Nichtjuristen ist das Buch schwer zu lesen, da es vor allem aus Urteilstexten besteht. beh

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