Berlin Attraktive Ziele im Osten
Ausländische Touristen entdecken Regionen wie Harz, Ruppiner Land und Thüringer Wald
BERLIN. Ausländische Gäste haben im vergangenen Jahr den Tourismus in Ostdeutschland wesentlich mit angekurbelt. Das geht aus dem aktuellen Tourismusbarometer des Ostdeutschen Sparkassenverbandes (OSV) hervor. Nach Angaben des OSV haben sich in Ostdeutschland die Übernachtungszahlen von Besuchern aus dem Ausland 2010 dort dynamischer entwickelt als die der deutschen Gäste. Den stärksten Zuwachs unter den ostdeutschen Ländern erzielte Brandenburg mit 14 Prozent.
Allerdings lag das durchschnittliche Wachstum bei Übernachtungen ausländischer Gäste in Ostdeutschland mit 9,3 Prozent unter dem in Westdeutschland. Hier wurde ein Zuwachs von 10,1 Prozent erzielt. Entfielen in Ostdeutschland sechs Prozent der Übernachtungen auf ausländische Gäste, waren es im Westen 18 Prozent.
Was die ostdeutschen Reiseziele betrifft, so registrierten vor allem Bundesländer mit kulturhistorischen Sehenswürdigkeiten hohe Besucheranteile aus dem Ausland. Sechs Regionen in Brandenburg und Thüringen verzeichneten ein Plus von 25 Prozent, darunter das Ruppiner Land, Märkisch-Oderland und das Dahme-Spree-Seengebiet. Bei den Städten waren besonders Dresden, Leipzig und Chemnitz gefragt.
Den Spitzenplatz unter den ausländischen Gästen halten die Niederländer, bei denen alle ostdeutschen Ziele beliebt sind. Allerdings gingen ihre Übernachtungszahlen in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen im Jahr 2010 zurück. In den Mittelgebirgsregionen wie dem Harz und Harzvorland, dem Südharz, im Erzgebirge und im Thüringer Wald sind sie aber die dominierende Gästegruppe. Auch in Westmecklenburg sowie der Mecklenburgischen Schweiz und Seenplatte sind sie stark vertreten. Das ist vor allem auf die dort gelegenen und bei den Niederländern sehr beliebten Ferienparks und Campingplätze zurückzuführen. Gäste aus den USA besuchten vorrangig kulturtouristisch interessante Regionen wie Dresden, Eisenach, Jena, Weimar und Erfurt sowie das Reisegebiet Anhalt-Wittenberg mit der Lutherstadt Wittenberg, dem Bauhaus und dem Wörlitzer Park in Dessau. In Sachsen stellen sie als einziges ostdeutsches Bundesland knapp die Mehrheit der ausländischen Gäste.
Aufgrund der Fährverbindungen nach Schweden ist der Anteil der schwedischen Gäste in Mecklenburg-Vorpommern hoch. Doch auch bei den Schweizern und Dänen ist das Bundesland beliebt. Polen sind nur in ihrem Nachbarland Brandenburg stark vertreten, wo sie dabei sind, die Niederländer vom Spitzenplatz zu verdrängen. In anderen Regionen Ostdeutschlands spielen sie aber kaum eine Rolle. Das Sächsische Elbland weist einen hohen Anteil von Gästen aus Russland und Japan auf. Hier gelten vor allem Dresden und Meißen als attraktive Reiseziele. Hans-Dieter Schaaf
