AHGZ-BAROMETER
Bremens Ketten kriseln
BREMEN. Es ist weniger ein Auf als ein Ab. Die Kettenhoteliers in der Hansestadt Bremen durchleben seit Mai 2011 ein Wechselbad. Im April dieses Jahr rutschen alle KennziffernKennzahlen.
weiter mit Mausklick... ins Minus ab.
Konkret: Die Belegung sinkt im April gegenüber dem gleichen Vorjahresmonat um 6,8 Prozentpunkte auf 59,7 Prozent. Der durchschnittliche ZimmerpreisRegulärer Preis pro Zimmer , auch Zimmerrate genannt.
weiter mit Mausklick... büßt 3,4 Prozent ein und geht auf 67,20 Euro zurück. Der RevPar (Erlös pro verfügbarem Zimmer) schrumpft um 13,3 Prozent auf 40,10 Euro.
Mit diesen Werten hinkt Bremen der allgemeinen Entwicklung deutscher Kettenhotels hinterher. Denn der April war ein rundum guter Monat im Durchschnitt über alle deutschen Hotelstandorte gesehen, auch wenn sich die einzelnen Städte sehr unterschiedlich entwickelt haben (AHGZ vom 16. Juni). Zu den Gewinnern zählen Wiesbaden mit einem RevPar-Sprung um 32,2 Prozent nach oben. Platz zwei belegt Frankfurt am Main, wo der RevPar um 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zulegt. Gefolgt von Mainz und München mit je rund 20 Prozent Plus. Verloren haben außer Bremen auch die Kettenhoteliers in Dresden (-14%).
Für die Stadt im Norden stellt der April aber keine Ausnahme dar, wie ein Blick auf die Zahlen zeigt, die das Hotelberatungsunternehmen MKG exklusiv für die AHGZ ermittelt (siehe Grafik rechts). Im betrachteten Zeitraum nehmen sich lediglich die Monate Januar und Februar positiv aus. Im März legt nur noch der durchschnittliche Zimmerpreis zu, Belegung und RevPar rutschen verglichen mit dem Vorjahresmonat erneut ins Minus.
Dabei gehen Bremens Übernachtungszahlen nach oben. Auch im ersten Quartal verbucht die Stadt nach Angaben des Statistischen Landesamt 198.351 Anreisen (+ 6,9%) und 326.146 Übernachtungen (+ 6%). Bei den ausländischen Besuchern wird allerdings eine leicht rückläufige Tendenz festgestellt: Die Zahl der Ankünfte sinkt um 1,6 und die der Übernachtungen um 3,5 Prozent (AHGZ vom 16. Juni).
Kommen auch zunehmend Touristen und Übernachtungsgäste nach Bremen, so drücken neu hinzugekommene Hotels auf Auslastung, ZimmerrateZimmerpreis.
weiter mit Mausklick... und RevPar. Bot die Stadt 2006 noch 7500 Betten in 73 Hotels, so sind es heute 9161 Betten in 87 Hotels. Ein Anstieg um mehr als 20 Prozent. Tendenz steigend. Kritische Hoteliers in Bremen mahnen deshalb, dass Übernachtungsrekorde wenig nützen, wenn sie sich nicht in den Bilanzen der Hotels niederschlagen (AHGZ vom 17. Dezember 2011).
