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Geld verdienen: Ein Restaurantfachmann bei der Arbeit  Foto: Colourbox

Lohn

Gastgewerbe besser als sein Ruf

14. August 2012

WIESBADEN/BERLIN. 11 Prozent aller Arbeitnehmer in einem Betrieb mit mindestens zehn Mitarbeitern verdienten laut Statistischem Bundesamt im Jahr 2010 weniger als 8,50 Euro pro Stunde. Aber anders als häufig angenommen, hat nicht das den höchsten Anteil an Geringverdienern, sondern das verarbeitende Gewerbe (14 %). Es folgen Gebäudereinigung- und -betreuung (12 %),  die ZeitarbeitZeitlich befristetes, gewerbsmäßiges Überlassen von Arbeitnehmern durch ein Zeitarbeitsunternehmen an einen Dritten im Rahmen eines Arbeitnehmerüberlassungsvertrags.
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und der Einzelhandel (je 10 %). Das Gastgewerbe findet sich mit 9 Prozent auf Platz fünf.

DEHOGAAbk. für Deutscher Hotel- und Gaststättenverband.
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Hauptgeschäftsführerin sagt: „Die Zahlen des Statistischen Bundesamts machen klar, dass das Gastgewerbe zu häufig und völlig zu Unrecht als schwarzes Schaf in Sachen herhalten muss.“ red/hz

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Leser-Kommentare zum Artikel (9)

Klaus Holtsiepen, Miami
Klaus Holtsiepen, Miami

29.08.2012 um 08:30

Betreff: Der Schuß ins eigene Knie

Warum geht es denn der Hotellerie und Gastronomie in Deutschland so schlecht, in punkto Mitarbeiter?

Da ist zum ersten die Politik schuld daran. Die Tariflöhne sind dermaßen niedrig, dass es sich kaum lohnt, bei den ansteigenden Lebenshaltungskosten überhaupt in dieser Branche zu arbeiten.

Zweitens sind auch die Unternehmer selbst Schuld an der Situation. Wer sich streng an Mindestvorgaben des Tarifvertrags hält, braucht sich nicht über mangelnde Fachkräfte zu beschweren. Ein arbeitsloser Maurer, der nachmittags um 16 Uhr aufsteht, um sich mit einer Flasche Bier vor dem Fernseher auf den Talkshow-Nachmittag vorzubereiten, hat mehr Geld in der tasche als ein gelernter Fachmann in der Hotellerie mit Arbeitszeiten, die Privat- und Sozialleben potentiell zerstören.

Im Gegensatz zu vielen ehem. Kollegen arbeite ich immer noch in der Hotelbranche, aber nur, weil ich seit 2004 Europa den Rücken gekehrt habe. Für den gleichen Job, den ich momentan mache, würde ich in Deutschland weniger als die Hälfte bekommen. Zusätzlich zahlt mir mein Arbeitgeber hier mein Appartment, Krankenversicherung, drei Heimflüge pro Jahr, Telefonpauschale, Market und Transport Allowance. Ich entferne mich zwar innerlich mehr und mehr von Deutschland und zahle keine Steuern (kann ich aufgrund meines Mehrgehaltes locker wieder wettmachen, es sei denn ich werde 135 Jahre alt). Dennoch habe ich hier Spaß am Leben und der Arbeit.

Frauke  Zawada, Essen
Frauke Zawada, Essen

20.08.2012 um 19:07

Betreff: Juchuu, Platz 5

Ich würde mir wünschen, das mal Leute solche Artikel verfassen, die Ahnung haben. Erstens, Platz 5 ist garantiert kein Lob sondern einfach nur traurig. Schlimm genug, das es noch viele andere gibt, die unter dem Existenzminimum rumkrebsen müssen. Zweitens, sind in dieser Statistik auch die enthalten, die unter Tarif arbeiten oder die, die ihrem Chef jeden Tag 3,4 oder 5 Stunden Mehrarbeit schenken? Dann nutzt nämlich auch der schönste Tarif nichts, denn diese Stunden müssen auch auf den Lohn angerechnet werden. Wenn man sich dann den Stundenlohn ausrechnet, muß man schon viel Humor haben!

Dirk Vogel, Olpe
Dirk Vogel, Olpe

17.08.2012 um 13:02

Betreff: Lieber Herr Horschau

Ich mach den Job als Koch und Ausbilder nun schon mehrere Jahre(30) und macht mir immer noch sehr viel Spass und im Moment mit den Auszubildenden ists echt schön, aber wenn ich sehe was man dann nach der Ausbildung oder auch später verdient ist das echt ne Sache die man sich genau überlegen sollte. Gerade im ländlichen Bereichen da wo ich wohne ist man auf ein Auto angewiesen, das auch im Monat betankt, gepflegt und gewartet werden möchte, abgesehen von den Kindern und sonstigen Kosten, die ohne jede Frage auch ein Arbeitgeber hat, aber von dem was ich jetzt in der Gastronomie hier verdienen würde, kann ich das alles nicht finazieren, auch wenn ich dafür arbeiten gehen würde, es geht einfach nicht ohne staatlchen Zuschuß oder sonst woher, ich hab versucht einen 400? Job in der Gastronomie zubekommen, hab sehr viele Angebote bekommen,war zu einigen Gesprächen und Vorstellungen, aber über 9 ? wollte keiner bezahlen, eher weniger und bei dem 9 ? Job hätte ich eine Anfahrt (hin und zurück) von 60 km, das rechnet sich doch nicht, bin ich ja die ersten 2 Stunden umsonst da. Ich fahre jetzt Zeitungen rum in der Nacht zu Samstag auf Sonntag und bekomme als Fahrer und ungelernte Kraft 12 ?, hab weniger Stress, eigentlich keinen Zeitdruck und wenn diese sogenannten Gatronomen mit dem sogenannten Bulettenschein oder andere Betriebe weiterhin Leute finden die für die paar Euro in der Stunde arbeiten, dann tuts mir echt Leid, dürften eigentlich keine Angestelleten mehr bekommen und müßten pleite gehen. Ich bin weiterhin der Meinung wer gute Arbeit leistet und seine Stunden für den Betrieb macht, "muß" einfach soviel verdienen das sich das arbeiten auch lohnt. Es gibt soviele selbsternannte oder auch echt Fachmänner die sich mit sowas den ganzen Tag auseinander setzen, warum kann man sich dafür nicht was einfallen lassen.

A JK, Horschau
A JK, Horschau

16.08.2012 um 13:09

Betreff: Herr Vogel,

Ungerechte Bezahlung in Berlin?

Warum gibt es denn soviele gastronomische Betriebe?
Weil jeder es darf! "Wer nichts wird, wird Wirt, und wer gar nichts wird, wird Bahnhofswirt. Und ist das beides nicht gelungen, dann ja dann, macht man in Versicherungen!"
Sie brauchen keine Ausbildung um Gastronom zu werden, nur den Bulettenschein, und den gibt es in 5 Std. Weshalb bekommen Gastronomen denn keine Kredite von Banken mehr? Weil es egal ist ob sie Qualifiziert sind oder nicht. Das Überangebot an Gastronomie erhöht für Kreditgeber das Ausfallrisiko.
Der aufgeklärte Gast isst dort wo alles sauber ist, alle rechtschaffend sind und Fairness das oberste Gebot ist. Oder isst er lieber dort wo alles billig ist?

Wie viele Gastronomie-Betriebe gibt es in Berlin? Vielleicht zu viele?
Wenn es weniger wären müssten Gäste aus weniger Angebot auswählen das hatte den Effekt, dass Gastromomen sich nicht ständig im Preiskampf befinden würden, Umsatz generieren und mit diesem Geld können dann Mitarbeiter entlohnt werden. Das hätte allerdings den Nachteil, dass man viele Mitarbeiter nicht mehr brauchte somit mehr Arbeitslose. Und das will ja auch niemand.

Alternativ! Lasst uns doch das allerorts zitierte Schnitzel von 10-12? heute auf 28-35? erhöhen,
Dann könnten wir auch mehr Geld bezahlen. Die Frage wäre dann nur noch, wer geht denn dann bitte noch zum essen? Denn der Zahlt unsere Löhne. Sowohl des Mitarbeiters als auch des Unternehmers.

Viel Angebot > niedrige Preise > niedrige Löhne > unzufriedene Mitarbeiter < höhere Löhne >PLEITE!!! Oder auf Neudeutsch "Griechenland"
Wer ein bisschen Zukunft sehen will wie es unserer Brache unter dem PREIS-Druck einerseits und überhöhte Löhne anderseits bald gehen wird, hat hier ein lebendes Beispiel.

Dirk Vogel, Olpe
Dirk Vogel, Olpe

16.08.2012 um 08:18

Betreff: noch Fragen...

Viele Beschäftigte in der Berliner Gastronomie werden so schlecht bezahlt, dass sie ihr Einkommen mit Hartz IV aufstocken müssen. Im November 2011 bekamen fast 18 000 Mitarbeiter Arbeitslosengeld II; knapp 10 000 von ihnen verdienten nicht mehr als 400 Euro. Das geht aus einer am Freitag veröffentlichten Antwort der Bundesagentur für Arbeit auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen-Abgeordneten Sabine Bangert hervor. Es kann ja nicht sein das man Vollzeit arbeiten geht und nicht genug verdient und zu dem noch zu Arbeitszeiten wo man echt mehr verdienen muß.

Walter  Kirchberger , Holzkirchen
Walter Kirchberger , Holzkirchen

15.08.2012 um 13:00

Betreff: Vergleichbarkeit?

"Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont!"
Zitat: Konrad Adenauer

Vergleiche sind daher subjektiv. Der objektive Vergleich erfordert mindestens Übereinstimmungen bei der Ausgangslage, durch die ein Bezug hergestellt werden könnte. Die entsprechenden Parameter könnten die Dauer der Ausbildung, Anforderungen an den Stelleninhaber und soziale Umstände des jeweiligen sein.

Bei dem dargestellten Vergleich, sehe ich einen Mangel an Übereinstimmungen zur Hotellerie, da es letztlich in unserem Tätigkeitsfeld - Hospitality Industry - ein höheres Maß an Anforderungen für den jeweiligen Stelleninhaber gibt.

Michael F. Kraus, Lauf
Michael F. Kraus, Lauf

15.08.2012 um 06:34

Betreff: Wen wunder's

Bis 1991 war ich in der Gastro- und Hotelbranche im In- und Ausland tätig. Seither werfe ich immer wieder ein Auge auf die Entwicklung der Löhne. Verglichen mit vor 20 Jahren wundere ich mich über gar nichts mehr.

Es sprießen LoungeCafes wie Pilze aus dem Boden. Cool designed und der Laden brummt. Aber keine Bäckereifachverkäuferin, kein Koch oder Köchin stehen hinterm Tresen, keine Servicefachkraft kümmert sich um das Abräumen sondern die Spülfrau. Und alle arbeiten in Teilzeit oder als 400 Euro-Jobber und müssen mit weniger als 8,50 Euro Brutto auskomen.

Mag ja sein, dass die Statistik für 2011 und 2012 nach unten korrigiert wird.

Es ist eigentlich eine Schande, dass Branchen, die ganze Landstriche am Leben erhalten, die der Motor für den Tourismus sind, ihre Mitarbeiter so an der kurzen Leine lassen.

Sehr Schade.

Wolfhardt  Scholz, Neuss
Wolfhardt Scholz, Neuss

14.08.2012 um 20:02

Betreff: Gastgeber besser als sein Ruf

Liebe Freunde der
Gatronomie(noch).
Ich arbeite seit 10 Jahren in der Weiterbilung Gastronomie und musste feststellen,dass
in den letzten Jahren die Weiterbildungsmaß-
nahmen genutzt wurden um das Gewerbe zu verlassen.
Beispiel: Die letzten beiden Kurse, cirka 40 Teilnehmer haben alle die Gastronomie verlassen. Der Grund Nummer eins war die schlechte Bezahlung,dann folgten die vielen Überstunden, keine Anerkennung, diktatorischer Führungsstiel, schlechtes Personalessen usw.

Ich kann mich der Meinung von Herrn Scharfenrot nur anschließen. Wenn hier in Zunkunft nicht reagiert wird, dann haben wir schlimme Verhältnisse zu erwarten.

Noch eins:
Vor vier Jahren, war ich auf einer Konferenz. Ich war beim Mittagessen im Restaurant und dort habe ich zufällig mit bekommen wie einige Dierektoren mit Investoren für Hotels am Tisch saßen. Hier ging es um Peswonalkosten. Die Antwort, dass Lohnniveau in der Hotelerie ist kein Thema. Dies zahlt man aus der Portokasse. Dies war eine Aussage einer sehr bekannten Hotelkette.

Helmut Scharfenort, Berlin
Helmut Scharfenort, Berlin

14.08.2012 um 17:32

Betreff: Unfassbar!

Im Moment kämpft die Hotellerie und Gastronomie um (qualifizierte) Mitarbeiter, weil es immer weniger gibt die in dieser Branche tätig sein wollen und der DEHOGA hat nichts besseres zu tun als mit dem Finger auf Branchen zu zeigen die noch schlechter zahlen.
Schlechter geht es immer, Frau Hartges.
Aber soll das der Maßstab sein, an dem sich die Hotellerie und Gastronomie bzw. sein Verband sich richtet.
Wenn man diese Branche auch zukünftig jungen Menschen schmachhaft machen möchte, ist diese Aussage kontraproduktiv.
Wenn man nach dem Besten strebt, sollte man sich auch nach dem Besten richten

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