Studie
Jeder Zweite klaut im Hotel
von Melanie Lechner
MÜNCHEN. Badeschlappen, Handtücher Zeitung - mindestens jeder zweite Deutsche hat schon einmal in einem Hotel etwas mitgehen lassen. Dieses Ergebnis liefert eine Online-Umfrage, die die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im Auftrag des Reiseportals Lastminute.de durchgeführt hat. Befragt wurden über 1000 erwachsene Frauen und Männer in Deutschland.
Die beliebtesten „Andenken“ sind Badeutensilien, gefolgt von Stiften, Handtüchern, Zeitungen und Hausschlappen. Ebenfalls gefragt: Bademäntel und Kleiderbügel. Geschlechtsspezifische Unterschiede im Beuteschema konnten anhand des Umfrageergebnisses nicht festgestellt werden. Auffällig aber: Am häufigsten stibitzen Studierte Utensilien aus Hotels, nämlich 66 Prozent aller befragten Akademiker.
Sogar ohne zu wissen, dass es sich tatsächlich um Diebstahl handelt, stecken viele Gäste Dinge im Hotelzimmer ein."In der Praxis wird allerdings ein Unterschied gemacht zwischen erkennbaren Einweg-Verbrauchsartikeln – wie das Stückchen Seife oder das Shampoo-Fläschchen – und den Sachen, die dem Gast zum Gebrauch überlassen werden – also Handtücher, Bademäntel oder Regenschirme. Werden letztgenannte Dinge einfach mit nach Hause genommen, ist das Diebstahl und kein Kavaliersdelikt", weiß Stefanie Heckel, Pressesprecherin des DEHOGA Budendesverbands.
Andreas Dümmig, Geschäftsführer Puro Hotelkosmetik GmbH, profitiert von der Sammellust der Gäste. Die Kosmetikartikel werden häufiger nachbestellt, wenn die Gäste sie einstecken.
Nach Dümmigs Rechtsverständnis sind Kosmetikartikel Bagatellprodukte, die mitgenommen werden dürfen. Handtücher hingegen zählt er zur fixen Ausstattung. "Für ein Hotel ist es von Vorteil, wenn die Gäste die Shampoo-Flakons mitnehmen, denn so können sie die Kosten für die Müllentsorgung einsparen", gibt er zu bedenken. Vielleicht drücken die meisten Hotels aus diesem Grund bei Kleinigkeiten ein Auge zu.
Eine Geschichte über skurile Diebstähle im Hotel lesen Sie demnächst in der AHGZ. red/mel



Frauke Zawada, Essen
28.10.2011 um 23:54
Betreff: Klauen im Hotel
Bei Einwegartikeln sollten die Kosten dafür im Zimmerpreis enthalten sein, keiner benutzt ein gebrauchtes Stück Seife. Bei den berühmten Handtüchern und Bademänteln könnte man den Gast fragen, ob er einen neuen Satz Handtücher, Bademantel etc. kaufen möchte, die er dann auch selbstverständlich mitnehmen kann. Wenn der Gast einwilligt, kann man kurzfristig die gebrauchten, gegen die neuen Artikel im Zimmer austauschen. Wenn man dann noch diese Artikel mit einem Schriftzug verziert und diese Artikel zu einem guten Preis verkauft, dann macht der Hotelier mit der Werbung sogar noch Umsatz.