Studie
Teilzeit-Vegetarier erobern die Restaurants
von Marina Behre
STUTTAGRT. Im Freien essen, beim Essen neue Leute kennenlernen, Lebensmittel am liebsten vom Erzeuger vor Ort: Die Trendforscher vom Zukunftsinstitut in Kelkheim haben in ihrer aktuellen Studie (AHGZ vom 25. August) mehrere Entwicklungen ausgemacht, die die Gastronomie betreffen.
So bringt das „Urban Outdoor Dining“ die Freiluft-Fans nicht unbedingt nur dazu, den Campingkocher hervorzukramen und sich selbst im Freien als Koch zu versuchen. Anspruchsvolle Picknicker nehmen ihr Mahl auch gern aus dem Restaurant mit – natürlich entsprechend transportsicher verpackt und vielleicht noch mit Tipps für einen schönen Picknickplatz in der Nähe. Auch etablierte Köche können von einem Tapetenwechsel profitieren, indem sie woanders als Gastkoch auftreten und so ein neues Publikum von sich überzeugen können.
Dass vegetarisches Essen auch bei Nicht-Vegetarieren immer beliebter wird und viele Gäste nicht mehr bei jedem Restaurantbesuch Fleisch auf dem Teller haben wollen, wird laut Studie weiter um sich greifen. Auf diese „Teilzeit-Vegetarier“ sollten Gastronomen sich einstellen, kreative fleischlose Gerichte anbieten und ihre positive Einstellung ruhig durch Aktionen wie Veggie-Day oder ein Sommerfest mit rein vegetarischem Angebot kundtun.
Beim Trend „Community Eating“ schwappt die Social-Media-Welle zurück in die Offline-Welt: Mobile und aufgeschlossene Menschen wollen nicht nur online kommunizieren, sondern treffen sich gern zum Essen, um sich kennenzulernen. Da diese ZielgruppeEine von der Marketingabteilung oder vom Unternehmer festgelegte Auswahl von Marktteilnehmern, an die sich ein Angebot oder eine Maßnahme richtet .
weiter mit Mausklick... oft gut situiert und anspruchsvoll ist und man nicht unbedingt Fremde gleich in die eigenen vier Wände einlädt, ist das durchaus ein Geschäftsfeld für Gastronomen. Auch auf das Bedürfnis, die Herkunft von Lebensmitteln genau zu kennen und die Produktion am besten unmittelbar zu erleben, können Gastronomen eingehen. Etwa indem sie selbst Gemüse und Kräuter anbauen oder ihr Fleisch vom Bauern nebenan beziehen.



Adelheid Andruschkewitsch, Vellberg
05.09.2012 um 14:25
Betreff: Teilzeit-Vegetarier
Bei manchen Kommentaren könnte man meinen, dass Vegetarier oder auch Gäste, die mal kein Fleisch essen wollen, nicht normal sind und sich bisher als rentable "Zielgruppe" nicht eignen. Wie bemerkt ein Betrieb ob diese "Zielgruppe" auch in diesem Haus verkehrt, wenn nicht durch einen Angebotsversuch?
Man kann Gäste doch nicht nur in Zielgruppenschubladen stecken.